Wirkungen von Kortikoiden

Von: , Frage gestellt am Do, 27. Jan 2000

Hallo,

ich soll in ein paar Tagen ein paar Leuten in einem briefing was über Kortikoide erzählen. Ich bin kein Mediziner, sondern Bio-Student, weiß also über Bildung und Wirkung schon Bescheid, nur weiß ich nichts über Langzeitwirkung bei therapeutischer Anwendung und sowas, könnt Ihr mir helfen?

Zyrano

3 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 4 Stunden hilfreich
    Re: Wirkungen von Kortikoiden

    Hallo,

    ich soll in ein paar Tagen ein paar
    Leuten in einem briefing was über
    Kortikoide erzählen. Ich bin kein
    Mediziner, sondern Bio-Student, weiß also
    über Bildung und Wirkung schon Bescheid,
    nur weiß ich nichts über Langzeitwirkung
    bei therapeutischer Anwendung und sowas,
    könnt Ihr mir helfen?
    Hallo Zyrano,
    Genaueres über die Wirkung dieder Mittel kann ich Dir leider auch nicht sagen. Zumindest kann ich Dir meine Geschichte erzählen. Vor genau drei Jahren wurde mir meine Zufallsdiagnose gestellt. Ich hatte Sarkoidose. Zu diesem Zeitpunkt war ich 23 Jahre alt. Genaueres zu dem Krankheitsbild später vielleicht in einer persönlichen E- Mail. Auf jeden Fall habe ich über zwei Jahre lang Kortison(Decortin) in hohen Dosen nehmen mußte. Von den sehr zahlreichen Nebenwirkungen habe ich zum damaligen Zeitpunkt nichts gewusst. Nach zwei Monaten habe ich ein Mondgesicht bekommen, Haare wuchsen überall dort, wo sie eigentlich bei Männern wachsen, eine Kortison- Akne zierte meinen Körper und zu dem quoll ich unheimlich auf, obwohl ich vor lauter Verzweifelung fast überhaupt nichts mehr gegessen habe. Mei Immunsystem ist völlig zusammengebrochen und jede kleinste Krankheit war meine. Heute ist über ein Jahr vergangen, nach dem ich die letzte kleinste Dosis nehmen mußte ( Kortison wird über Jahre hinweg ausgeschlichen) habe ich auch noch enorme Probleme. Das Mondförmige gesicht geht langsam, viel zu langsam zurück, der Haarwachstum ist immer noch immens, das aufgedunsene Gefühl bin ich (leider) durch eien Nulldiät losgeworden. Mein Immunsystem ist nun, ein Jahr nach der Medikation immer noch am Boden. Jede Krankheit nimmt mich mit. Die Frauentypische regelblutung hatte ich zwei Jahre nicht mehr( der einzig positive Punkt der Medikation) und inzwischen kommt sie sparodisch dann, wann sie kommt. Ich würde mich whrscheinlich nie wieder mit Kortikoiden behandeln lassen. Aber, sag niemals nie.
    Wenn Du noch weitere Informationen möchtest, schreib mir einfach. liebe Grüße, Daniela
    PS.: gerne würde ich wissen, welche Erfahrungen andere Betroffene gemacht haben. Wäre lieb, wenn Du mich auf dem laufenden halten würdest.!!!!!

  2. Antwort von nach 12 Stunden hilfreich
    Re: Wirkungen von Kortikoiden

    Chronischer Stress bewrikt die Synthese von körpereigenen Kortikoiden - das chronische Stresspotential hat Auswirkung auf die quantitative Erzeugung von Kortikoiden, so führt chronischer Stress durch die Ausschütung des Hormons zu einer Abschwächung des Immunsystems. Menschen die unter ständigen Stress stehen sind anfälliger für Krankheiten. ( keine Sorge bei akuten Stress, der bewirkt lediglich die Ausschüttung von Adrenalin) [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  3. Antwort von nach einem Tag hilfreich
    Re: Wirkungen von Kortikoiden

    Hi Bergerac,

    folgendes stammt aus dem Pschyrembel:

    Cushing-Schwelle (Harvey W. C., Chir., Philadelphia, 1869-1939): interindividuell stark variierende Grenzdosis für Glukokortikoide (ca. 7,5mg Prednisolon-Äquivalent/Tag), ab der bei längerer Anwendung ein Cushing-Syndrom I ausgelöst wird.

    Cushing-Syndrom I:
    durch erhöhte Konz. von Cortisol* im Plasma gekennzeichnetes Krankheitsbild; Urs.: 1. hypophysär-hypothalamisch mit Hyperplasie der Nebennierenrinde (Abk. NNR): a) Störung der Regulation des Hypothalamus-Hypophysen-Systems mit Erhöhung der ACTH-Sekretion; b) ACTH-produzierender Tumor des Hypophysenvorderlappens (ABK. HVL), sog. Morbus Cushing; 2. adrenal durch ein primäres NNR-Adenom od. -Karzinom (sog. autonome Tumoren der NNR); 3. paraneoplastisch durch ACTH-bildenden Tumor (z.B. kleinzelliges Bronchialkarzinom); s. Syndrom, paraneoplastisches (Tab.); cave: exogene (iatrogene)

    Urs. wie Überdosierung von Glukokortikoiden u. ACTH sind die häufigste Urs. für ein C.-S. I. Das hypophysär-hypothalamisch bedingte C.-S. I (ca. zwei Drittel aller Fälle des endogen bedingten C.-S. I) kommt bei Frauen etwa 4-5 mal häufiger als bei Männern vor; Häufigkeitsmaximum zw. dem 30. u. 40Lj.; Klin.: Vollmondgesicht, Stammfettsucht, sog. Büffelhöcker des Nackens, Hirsutismus, Hypertonie (in 90% der Fälle), Eosinopenie, blaurote Striae, Osteoporose, Muskelschwäche, herabgesetzte Glukosetoleranz, bei Kindern Wachstumshemmung; bei Frauen häufig Amenorrhoe, bei Männern Potenzstörungen; Diagn.: Cortisol im Plasma u. im Harn erhöht, ACTH je nach Urs. erhöht od. erniedrigt; Dexamethason-Hemmtest als Kurzzeittest (Screening-Verfahren) od. Langzeittest (Bestätigung u. Differenzierung zw. hypophysär-hypothalamischer od. adrenaler bzw. paraneoplastischer Urs.), Funktionstests wie Metyrapontest*, Lysin*-Vasopressintest, ACTH*-Test, CRH*-Test, ACTH-RIA; Tumorsuche mittels Computertomographie, Rö.-Thorax, Tumormarker (neuronspezif. Enolase); im Falle kleiner HVL-Adenome Angiographie des Sinus petrosus inferior (mit seitengetrennter ACTH-Bestimmung); Ther.: in der Mehrzahl der Fälle chir. Entfernung des Primärherds, bei Inoperabilität des HVL-Tumors bilaterale Adrenalektomie od. medikamentöse Suppression der Cortisolsynthese (z.B. Metyrapon od. Ketoconazol) unter gleichzeitiger Dexamethason-Substitution; Progn.: Das C.-S. I führt unbehandelt in rel. kurzer Zeit (Mon. bis wenige Jahre) zum Tod. Vgl. Polyadenomatose-Syndrome.


    Soviel dazu;

    wenn Du noch Fragen hast, (z.B. Fachausdrücke), mail mir doch.

    Gruss, Dennis [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

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