Schlaganfall

Hallo,

ist wahrscheinlich schon häufiger gefragt worden bzw. vielleicht auch gar nicht zu beantworten, aber vielleicht kann ja doch jemand was dazu sagen. Auch wenn’s vielleicht eher „schlechte“ Infos sind…

Bei dem Betroffenen handelt es sich um eine etwa 80jährige Frau.

Meine Fragen:

  1. Wie schwer ist ein Schlaganfall zu bewerten, bei dem nach zirka einer Woche eigentlich keine „Rückmeldung“ vom Patienten kommt, d. h. sie kann sich zwar bewegen (zumindest teilweise), reagiert auch durch Augenöffnen auf Berührungen und Ansprache, es sieht allerdings nicht danach aus, als wenn sie ihr bekannte Personen erkennen würde. Daß das Sprachzentrum etwas abbekommen hat, scheint klar zu sein, aber…

  2. Damit zusammenhängend: Wie sind die Erfahrungswerte in Bezug auf den Erfolg von Reha-Maßnahmen in so einem Fall?

  3. Anders gefragt: Kann es sein, dass ein Arzt bereits nach dieser kurzen Zeit feststellen kann, das Reha-Maßnahmen irgendwelcher Art nicht sinnvoll sind?

  4. Gibt es nach einem Schlaganfall einen Punkt (zeitlich gesehen) an dem definitiv feststeht, daß keine Besserung in irgend einer Form zu erwarten ist?

Wie gesagt, auch wenn jemand vielleicht „nur“ eher negative Antworten geben kann, wäre ich über Informationen hierzu sehr dankbar.

Stephan

Noch ein Zusatz…
Hall nochmal,

die Patientin wird übrigens nicht künstlich beatmet. Künstliche Ernährung und ein Katheder sind aber nötig…

Hallo Stephan,

ich bin zwar kein Mediziner, habe aber im persönlichen Umkreis einen ähnlichen Fall erlebt und kann aus dieser Erfahrung Folgendes sagen:

d. h. sie kann sich zwar bewegen (zumindest teilweise),
reagiert auch durch Augenöffnen auf Berührungen und Ansprache,

Das ist schon besser als nichts, zumindest ein Ansatzpunkt.

  1. Damit zusammenhängend: Wie sind die Erfahrungswerte in
    Bezug auf den Erfolg von Reha-Maßnahmen in so einem Fall?

Die Erfahrung ist, dass man es allgemein schlecht sagen kann. Aber auf jeden Fall gilt: Der Erfolg von Reha-Maßnahmen ist umso besser, je FRÜHER sie begonnen werden. Nicht abwarten und einfach liegen lassen, sondern UNBEDINGT immer weiter Stimulationsanreize geben.
Natürlich sind die Aussichten in diesem Alter nicht so gut wie bei jüngeren Patienten, aber es ist schon vorgekommen, dass sogar Ältere - sogar nach Jahren - plötzlich wieder zu sich gekommen sind (von so einem Fall erzählte mir die Leiterin eines Pflegeheims).

  1. Anders gefragt: Kann es sein, dass ein Arzt bereits nach
    dieser kurzen Zeit feststellen kann, das Reha-Maßnahmen
    irgendwelcher Art nicht sinnvoll sind?

Das denke ich nicht.
Bei der Entscheidung, dass Reha-Maßnahmen nicht sinnvoll sind, könnten aber Überlegungen über das Alter der Patientin eine Rolle spielen - bei Jüngeren wird der Anreiz für Krankenkassen größer sein, sich auf die nicht unerheblichen Kosten einzulassen …

  1. Gibt es nach einem Schlaganfall einen Punkt (zeitlich
    gesehen) an dem definitiv feststeht, daß keine Besserung in
    irgend einer Form zu erwarten ist?

Wie gesagt, manche sind nach Jahren wieder aufgewacht.

Wie gesagt, auch wenn jemand vielleicht „nur“ eher negative
Antworten geben kann, wäre ich über Informationen hierzu sehr
dankbar.

Nähere Informationen und Unterstützung bietet der Selbsthilfeverband „Schädel-Hirnpatienten in Not e.V.“,
Bundesgeschäftsstelle: Bayreuther Str. 33, 92224 Amberg,
Notrufzentrale: 09621/64800.

Mit den besten Wünschen für die Patientin,
Klio

Hallo Klio,

d. h. sie kann sich zwar bewegen (zumindest teilweise),
reagiert auch durch Augenöffnen auf Berührungen und Ansprache,

Das ist schon besser als nichts, zumindest ein Ansatzpunkt.

Das dachte ich eigentlich auch…

Aber auf jeden Fall gilt: Der Erfolg von Reha-Maßnahmen ist
umso besser, je FRÜHER sie begonnen werden. Nicht abwarten und
einfach liegen lassen, sondern UNBEDINGT immer weiter
Stimulationsanreize geben.

Im Moment sieht es leider so aus, dass zumindest von ärztlicher Seite kein Interesse besteht.

Natürlich sind die Aussichten in diesem Alter nicht so gut wie
bei jüngeren Patienten, aber es ist schon vorgekommen, dass
sogar Ältere - sogar nach Jahren - plötzlich wieder zu sich
gekommen sind (von so einem Fall erzählte mir die Leiterin
eines Pflegeheims).

Ich gehe eigentlich auch nicht davon aus, daß eine komplette Heilung möglich ist. Aber darum geht es ja im Moment noch gar nicht. Ich halte es nur für falsch, gar nichts zu tun, so wie es im Moment (zumindest von Seiten der Ärzteschaft) geplant ist.

Bei der Entscheidung, dass Reha-Maßnahmen nicht sinnvoll sind,
könnten aber Überlegungen über das Alter der Patientin eine
Rolle spielen - bei Jüngeren wird der Anreiz für Krankenkassen
größer sein, sich auf die nicht unerheblichen Kosten
einzulassen …

Da ist dann die Frage: Können die Verwandten selbst etwas in der Richtung machen. Nicht nur ansprechen, sondern vielleicht auch „zielgerichtete“ Übungen oder so. Klar, daß das nicht so zeitintensiv sein kann, aber trotzdem…

Mit den besten Wünschen für die Patientin,

Vielen Dank. Ich hoffe ich kann die Wünsche irgendwann weitergeben.

Stephan Hübner
Stephan

Hallo Stephan,

Im Moment sieht es leider so aus, dass zumindest von
ärztlicher Seite kein Interesse besteht.

Bei mir ließ ein Arzt mal durchblicken, dass es in gewissen Fällen für dan Arzt keine Rückendeckung durch die Krankenkasse gibt - also alles eine Frage des Geldes!

Ich halte es nur für falsch, gar nichts zu tun, so wie
es im Moment (zumindest von Seiten der Ärzteschaft) geplant
ist.

Ich auch.

Da ist dann die Frage: Können die Verwandten selbst etwas in
der Richtung machen. Nicht nur ansprechen, sondern vielleicht
auch „zielgerichtete“ Übungen oder so. Klar, daß das nicht so
zeitintensiv sein kann, aber trotzdem…

Ein paar Ratschläge, die ich mal bekam:

Die Patientin mit Anreizen von Dingen konfrontieren, die sie gerne mochte, z.B. ihre Lieblingsmusik vorspielen oder eine Cassette mit den Stimmen von Personen, die ihr nahestehen (Aber nicht überfordern, also nicht den ganzen Tag mit Musik berieseln). Sogar das Aufhängen von bestimmten Bildern oder das Aufstellen von vertrauten Gegenständen neben dem Bett soll hilfreich sein.

Sicher gibt es auch Massage- oder Bewegungsübungen, die man machen kann - ich denke, dass man bei „Schädel-Hirnpatienten in Not“ konkrete Informationen darüber bekommt.

Nicht aufgeben!

Klio

Hallo ,

Bei mir ließ ein Arzt mal durchblicken, dass es in gewissen
Fällen für dan Arzt keine Rückendeckung durch die Krankenkasse
gibt - also alles eine Frage des Geldes!

Das haben ein paar Bekannte auch schon vermutet. Und angesichts des „Datenmaterials“ das ich hierzu im Internet finden konnte, scheint es ja doch so zu sein, dass selbst bei ähnlich gelagerten Fällen eine gewisse Rückbildung bestimmter Funktionen möglich ist…

Die Patientin mit Anreizen von Dingen konfrontieren, die sie
gerne mochte, z.B. ihre Lieblingsmusik vorspielen oder eine
Cassette mit den Stimmen von Personen, die ihr nahestehen
(Aber nicht überfordern, also nicht den ganzen Tag mit Musik
berieseln). Sogar das Aufhängen von bestimmten Bildern oder
das Aufstellen von vertrauten Gegenständen neben dem Bett soll
hilfreich sein.

Besten Dank für die Tips. Das mit der Musik werde ich auf jeden Fall ausprobieren.

Mit freundlichen Grüßen,

Stephan Hübner