Hallo an Alle,
bisher bin ich noch nicht allzulange Zeit bei einem Zahnarzt, der zugleich auch Oralchirurg ist. Er hat mir vor 2 Wochen eine uralte Plombe, die noch aus Amalgam bestand, gegen eine Zementplombe ersetzt, die angeblich für die Zahnwurzel schonender sein soll. Morgen hätte ich einen Termin zum Einsetzen eines Implantats in den Oberkiefer- nun war ich zufällig letzte Woche bei meiner Heilpraktikerin: Diese war entsetzt darüber, dass mein Zahnarzt mir das Amalgam nicht sofort „ausgeleitet“ hat - und noch mehr erstaunt war sie, als ich ihr nicht sagen konnte, aus welchen Materialien das Implantat sowie auch alles weitere sein soll. Sie ist der Meinung, ein guter Zahnarzt würde auf jeden Fall die Materialien bekannt geben oder zumindest einen Allergietest vorschlagen - nicht, dass mein Körper das Titan (oder was auch immer )abstösst.
Nun bin ich sehr verunsichert - habe den Termin erstmal abgesagt - und bitte Euch um Hilfe: Habt Ihr Erfahrung damit bzw. ist es tatsächlich so üblich, dass fast jeder normale Zahnarzt das Amalgam ausleiten müsste? Bin ich an einen „Stümper“ geraten oder ist das die normale Welt und man muss sich um alles selbst kümmern? Freue mich auf Eure schnelle Antwort, liebe Grüsse, Tanja
Hallo Tanja,
Da wäre erstmal die Frage, was Deine Heilpraktikerin mit „Ausleiten“ meint. Vielleicht die Gabe von Quecksilber-Komplexbildnern - sie binden das im Körper befindliche Quecksilber und werden über die Niere ausgeschieden. Diese haben, wie alles, auch Nebenwirkungen. Es stellt sich die Frage, ob das Risiko dieser Nebenwirkungen (wenn auch nicht hoch) den Nutzen der Quecksilberentfernung (das meiste wird übrigens ganz von alleine über die Nieren ausgeschieden) übersteigen.
Bedenke: Dein Zahnarzt und Millionen Patienten haben solche Füllungen eingesetzt (bekommen), (selbst) getragen und wieder entfernt. Angesichts einer einzelnen Füllung Dich in eine Hysterie zu stoßen, halte ich nicht für so gut.
Aber frage doch mal Deine Heilpraktikerin ganz konkret, wie hoch (in Prozent/Promille) das Risiko einer ungeschützten Amalgamentfrnung ist versus dem Risiko einer Nebenwirkung des Komplexbildners. Da sie sich da so exakt darüber äußert, müßte sie da ja über seriöse Daten verfügen.
Vööig abstus wird es dann mit der Titanallergie: Titan ist langjähriges Standardmaterial für wirklich alle möglichen Kieferimplantate als auch für Marknägel, Platten und Schrauben in der Unfallchirurgie. Unsinnig auch die Allergietestung: Viele Patienten reagieren in den Tests z.B. auf Hausstaubmilben, aber haben keinerlei Symptome einer Allergie. Sinnvoll sind diese Tests nur dann, wenn man tatsächliche Allergiebeschwerden hat und es gleichzeitig keine Anhaltspunkte dafür gibt, was die auslösenden Substanzen sein könnten. Nur dann kann solch ein Test wenigstens in eine bestimmte Richtung weisen (mehr aber auch nicht).
Bin ich an einen „Stümper“ geraten oder ist das die normale
Welt und man muss sich um alles selbst kümmern?
Ich fürchte, es ist die normale Welt. Traue demjenigen, welcher Deine Fragen umfassend beantwortet, ohne sich dabei von der objektiven Realität zu entfernen.
viele Grüße,
Oliver
Hi Tanja,
die Bedeutung von ‚Ausleiten‘ hätte ich gerne näher erläutert.
Wenn es mit Komplexbildnern geschehen soll, kann ich Oliver nur zustimmen; die sind nicht ohne und harte Chemie .
Mir wurden im Laufe von zwei Jahren insgesamt 9 Amalgamfüllungen gegen Goldmaterial ausgetauscht und obwohl ich in dieser Zeit eine für ettliche Heilpraktiker untragbare ‚Mischinstallation‘ von Gold und Quecksilber hatte, konnte kein erhöhter Hg-Spiegel im But nachgewiesen werden (ich arbeite mit krebserzeugenden Arbeitstoffen und mein Blut wird regelmäßig untersucht, wobei u.a. auch Hg bestimmt wird).
Gandalf
…herzlichen Dank Euch beiden!
Ich wusste ja selbst nicht ganz genau, was „ausleiten“ bedeutet - sie hat es kurz erklärt mit " da bekomme ich einen Eisenstab oder sowas in die Hand"… na ja, ich denke, es ist irgendsoein Heilpraktikerzeug. Da bin ich schon mal beruhigter und werde den Termin nun einfach erneuern…
merci und liebe Grüsse,
Tanja
Hallo Tanja,
Wegen einer alten Amalgamfüllung ist eine sogenannte Ausleitung nicht unbedingt erforderlich und wäre auch nicht ganz einfach, denn das Amalgam ist nicht so leicht aus dem Körper zu entfernen.
Du schreibst irgendwas von „Eisenstab in die Hand“ was sich für mich liest, als wenn deine Heilpraktikerin mit der Bioresonanz eine Amalgamausleitung machen wollte, was ich, als jemand, der selber mit der Bioresonanz arbeitet, aus verschiedenen Gründen nicht machen würde.
Zahnmaterialien kann man sicherlich vor ihrer Verwendung auf Verträglichkeit testen, vor Allem dann wenn du unter Allergien und Unverträglichkeiten leidest.
Gruß
KH
Hmm - eigentlich kein Ahnung, aber!
Hi!
Ich bin weder Zahnmediziner, noch Allergologe, aber: Mein Zahnarzt hat mir letztens (als eine alte Amalgamfüllung entfernt wurde) gesagt, er benutze kein Amalgam mehr. Zwar gege es keinerlei Beweis dafür, dass Amalgamfüllungen zu Gesunheitsschädigungen führen, aber die Möglichkeit schließt er nicht aus.
Er hat mir also di Wahl gelassen zwischen einer Zememtfüllung oder einer Mehrschichtkunststofffüllung (wobei Kunststoff nicht von der Kasse gezahlt wird). Die Zementfüllung würde sich aber im Laufe von ein paar Jahren beim Putzen eher wegschleifen als das „Plastikzeug“. Und die knapp 28 € für den einen Zahn habe ich recht gut verkraftet - abgesehen vom kosmetischen Aspekt!
Wollte ich nur mal anmerken…
Grüße
Guido