Psychogene Blasenentleerungstörung

Hallo zusammen,

hat jemand damit Erfahrung gesammelt und weiss, was man da
machen kann?

Gruß Theo

Hi!

Was meinst Du mit „psychogener Blasenentleerungsstörung“? Wahrscheinlich Enuresis (auf Deutsch: Bettnässen), oder?

Zur Enuresis kann ich Dir sagen, daß sie ziemlich häufig ist, v.a. natürlich bei Kindern, aber auch noch ca. 3% der Betroffenen näßt mit über 20 Jahren ein. Man unterscheidet mehrere Formen der Enuresis - je nach Auftreten:

  • Eine primäre Enuresis (Enuresis persistens) liegt vor, wenn ein Kind noch nie trocken ist.
  • Eine sekundäre Enuresis (Enuresis acquisita) liegt vor, wenn ein Kind nach der Reinlichkeitserziehung für einen bestimmten Zeitraum (ein halbes bis ein Jahr) schon trocken war, dann aber wieder einnäßte.

Je nach der Tageszeit, in der die Enuresis auftritt, spricht man von Enuresis nocturna (nachts), Enuresis diurna (tagsüber) und Enuresis nocturna et diurna (sowohl tagsüber als auch nachts).

Erklärungsansätze für die Enuresis gibt es einige, die herausragendste Rolle spielt aber nach verbreiteter Auffassung ein gestörter Lernprozeß. Die Störung des Lernprozesses kann durch emotionale Belastungsfaktoren (z.B. Streitigkeiten der Eltern, Tod eines Elternteils, Trennung des Kindes von der Mutter, Geburt eines Geschwisters) bedingt sein.

Die Behandlung wird heute sowohl medikamentös als auch verhaltenstherapeutisch durchgeführt, wobei die verhaltenstherapeutische Behandlung aus mehreren Gründen vorzuziehen ist.
Die medikamentöse Behandlung besteht in der Gabe von Antidepressiva vom Imipramin-Typ. Nachteilig ist dabei, daß gleiche Dosierungen bei Kindern unterschiedlich wirken können und die Enuresis nach Absetzen des Medikamentes häufig wieder auftritt (ist ja auch kein Wunder: Wer Pillen schluckt, lernt Pillen zu schlucken, und nicht, rechtzeitig auf die Toilette zu gehen).
Die verhaltenstherapeutische Behandlung beruht meistens auf der sogenannten " Klingelhose" oder " Klingelmatte". Beide reagieren sehr sensibel auf Feuchtigkeit: Wenn das Kind nachts einnäßt, dann gibt es einen solchen Höllenlärm (ich habe das zweimal in der Vorlesung demonstriert bekommen - mein Gott, ist das ein Krach!), daß das Kind aufwacht. Im Laufe der Zeit lernt das Kind, vor dem Einnässen aufzuwachen und auf die Toilette zu gehen. Die Erfolgsquote liegt bei ca. 80%. Es gibt daneben noch anderen verhaltenstherapeutische Methoden, die ebenfalls erfolgreich eingesetzt werden können, wie z.B. ein Blasentraining und das „Dry-Bed-Training“ von Azrin, bei dem viele Methoden in Kombination verwendet werden.

Freundliche Grüße,

Oliver Walter

Hallo zusammen,

hat jemand damit Erfahrung gesammelt und weiss, was man da
machen kann?

Meinst du die, die trotz zerknüllter Taschentücher und Hin- und Herrutschen auf dem Prüflingsstühlchen den Damm passiert und sich kaum durch Austronen bei 00(7) vermeiden lässt?

Vielleicht kannst du den Prüfer meiden.