Hallo Thomas,
vielleicht hilft Dir nachfolgende Liste. Sie ist nach Fächern geordnet, enthät die ungefähre Seitenzahlen kleiner und großer Bücher und ein paar Autorennamen samt Verlag. Sicher nicht hundertprozentig vollständig, aber es reicht für einen recht guten Überblick.
S: Kennzeichnet bereits erwähnte Skripte/Kurzlehrbücher, wie z.B. den Kreutzig in Biochemie oder den Moll in Anatomie. Sie sind oft inhaltlich wie der Gegenstandskatalog für das jeweilige Examen gegliedert bzw. eng an diesem orientiert. Teils nur tabellarische Wissensvermittlung, aber systematisch gut, was das Verstehen (unter Zugabe von in diesem Falle eigenen Hirnschmalzes) erleichtert.
W: Standardwerke. Oft Monographien (früher zumindest). Z.t. gemäß der Eigenmeinung des Autors eingefärbt, mit teils dogmatischem Charakter, oft „geschwafel“. Insbesondere neu konzipierte Werke aber auch rein wissenschaftlich, wenig wertend, und neue Erkenntnisse der Basiswissenschaften enthaltend, damit auf das wie-und-warum (Verständnis) eingehend.
Nicht besonders Erwähnt sind diejenigen Kurzlehrbücher bzw. Fragenkommentare, die in den „Schwarzen Reihen“ enthalten sind. Sie sind am unteren Ende der jeweiligen Seitenzahlen anzusiedeln.
Die klassische Strategie ist (bezüglich der großen Examina, unterscheide eventuelle Prüfungen zur Scheinerlangung) wie gesagt, sich nacheinander alle „Schwarze Reihen“ vorzuknöpfen, die enthaltenen Kurzlehrbücher zu lesen, bzw. größtenteils zu überfliegen , die Fragen zu beantworten unter Lesen der Antwortkommentare, und dann kurz vor der Prüfung „Gelbe Reihen“ machen, um nochmal über alle Fächer einen Überblick zu kriegen.
Vorbereitungsdauer jeweils 3-6 Monate (Für die zu unterscheidende Scheinprüfungen am Ende eines Semesters pro Schein ca. einige Tage bis zwei Wochen, sofern keine durchgängigen Testate übers ganze Semester hinweg).
Meine Strategie war es, das „Alles in einem Buch“ (Bon-Med) herzunehmen, wo nur bisher abgefragte multiple-choice-facts gänzlich unkommentiert drinstehen (zu Krankheit xy trifft zu 1., 2., 3… trift nicht zu… usw.), dann ein „vernünftiges“ Buch in Gänze zu lesen, unter besonderer Vertiefung der prüfungsrelevanten Dinge. Dann nur noch zwei, drei „Gelbe“. Auch wenns mir meine Kollegen auch heute noch kaum abnehmen *g*
Es gibt auch noch die „Exaplan“-Reihe: praktisch wie das „Alles“, aber kommentiert. Als Primärliteratur aber immer noch ein bißchen zu knapp. Eher also wenn man schon alles mal durchgeackert hat.
Auch nicht besonders erwähnt die „Duale Reihe“: Prüfungsorientierte mittelgroße Lehrbücher mit Prosatext, die Prüfungsfacts however sind am Spaltenrand nochmal stichwortartig aufgeführt. Gibts für fast alle Fächer des zweiten Staatsexamens. Konzept klingt gut, scheitert aber m.E. an schlechter Systematik.
Die Liste:
Physikum = vorklinische Fächer, nach dem 4. Semester:
Anatomie makroskopisch: 600-1000 S., S: Moll (Jungjohann), W: Lippert (U&F), Bönninghoff (?), Rauber/Kopsch (?) u.v.a.m.
Anatomie mikroskopisch: 200-400 S. S: „Auxillium Repetitorium“ (Selbstverlag), W: Stevens-Lowe (VCH), Junquiera (?) u.v.a.m.
Physiologie: 400-800S., S:frowning:-) , W: Schmidt-Thews (?), Klinke/Silbernagel (Thieme)
Biochemie: 400-700 S., S: Kreutzig (Jongjohann), W: Stryer (?) Löffler/Petrides (?) u.v.a.m.
Psychologie: 200-400 S.
Bio, Physik, Chemie: Leistungskurswissen oder jeweils 200-400 S., in Chemie der Zeek (U&F) oder der Krieg (de Gruyter), in Bio der Buselmeier (Springer)
- StEx = klinische Grundlagenfächer, nach dem 6. Semester:
allg. Pharmakologie: 400-1000 S., S: Küttler (Jungjohann), W:
Anamnese und Untersuchung: 300-600 S., W.: Bates (Lippincott und ein dt. Verlag)
Pathophysiologie und Pathobiochemie: 400-900 S:?, W: Krück (U&F), Siegenthaler (Thieme)
klin. Chemie: 200-400 S. (vernachlässigbar)
Humangenetik: 50-100 S. (vernachlässigbar)
Mikrobiologie: 300-700 S., S: Oethinger (Jungjohann) , W: Kayser (Thieme)
allg. Pathologie: 200-400 S., S:frowning:-), W: Grundmann (Fischer)
- StEx = klinische Fächer:
Innere: 600-1200 S., S: Herold (Eigenverlag), W: Siegenthaler (Thieme), Classen/Diehl/Kochsiek (U&F) u.v.a.m.
Chirurgie:400-1000 S., S: Müller (Eigenverlag), W: Siewert (?) u.v.a.m.
Urologie: 200-500 S., S:?, W: Sökeland (?)
Gynäkologie: 300-600 S., S:?, W: Diedrich (Springer), Schmidt/Matthies (oder so ähnlich) u.v.a.m.
HNO: 200-400 S., S:frowning:-) Boennighaus (Springer)
Augenheilkunde: 200-400 S., S:frowning:-), W: Lang (Thieme)
ökologisches Stoffgebiet: 400-1200 S. (!) keine speziell geeigneten Bücher außer diejenigen der verschiedenen „Reihen“
Allgemeinmedizin: 400-600 S., meist nicht eigens gelesen (s.u.)
spez. Pharmakologie:200-400 S., S: Küttler, W: wie „allg. Pharmakologie“
spez. Pathologie: 500-1200 S., S:frowning:-), W: Robbins (Saunders), Riede/Schaefer (Thieme)
Kinderheilkunde: 400-800 S., S:frowning:-), W: v. Harnack (?), Niessen (Thieme) u.v.a.m.
Radiologie: 200-600 S., S:frowning:-), W: Lissner/Fink (Enke), Kauffmann (Thieme)
Anästhesie: 200-600 S. S:frowning:-), W: Larssen (U&F)
Orthopädie: 400-600 S., S.(-), W:…
Dermatologie: 200-700 S., S:frowning:-), W: Fritsch (Springer), Rassner (U&F)
Neurologie: 400-800 S., S:frowning:-), W: Mummenthaler (Thieme)
Psychiatrie: 200-400 S., S:frowning:-), W: Tölle (Springer), Möller (Thieme)
Naturheilkunde, spezielle Schmerztherapie, …
Achtung, die Fächer fürs 2. StEx überschneiden sich z.T. breit. Spezielle Pharmakologie findet sich ja in den Therapieabschnitten der jeweiligen klinischen Bücher. Allgemeinmedizin ergibt sich ebenso aus den Grundlagen der anderen Fächer. Erkrankungen im Kindesalter sind in den meisten anderen Fächern mitbeschrieben, wenn man diese durchhat, kann man sich Pädiatrie sparen usw… insgesamt 30-40% weniger Leseaufwand.
weitere Bücher:
EKG: Muß man mehr oder weniger können
(internistische) Differentialdiagnose: Buch, das nicht nach Organsystemen bzw. deren Erkrankungen, sondern nach Symptomen und Befunden geordnet ist, inhaltlich aber weitgehend identisch. Halt „quer“ statt „längs“ strukturiert -> Zusammen „Wissensteppich“
Klinikleitfäden (für alle Fächer erhältlich): bei besonderem Interesse oder praktisch-mündliche Prüfungen oder eben Famulaturen und PJ. Entspricht klinische Untersuchung und „Procedures“ + Fachlehrbuch (stichwortartig) + nachschlagerelevante Dinge (Laborwerte, Arzneimitteldosierungen) + klinische do’s and dont’s.
In-Frage-und-Antwort: Musterfragensammlungen für mündliche Prüfungen, existieren für die meisten Fächer, jeweils 200-400 Seiten (U&F)
Wenn Du die Seitenzahlen zusammenaddieren solltest, so laß mich wissen, was so als Minimum bzw. Maximum herauskommt. Für meine verinnerlichten Bücher kam ich glaube ich auf 18000 Seiten oder so.
viele Grüße,
Oliver