verfügbare Schöllkrautpräparate

Hi,

ein Verwandter hat über längere Zeit wegen Gallenleiden das Schöllkrautpräparat Panchelidon-Tropfen eingenommen (mit erwünschtem Erfolg). Nun ist dieses Medikament über Apotheken nicht mehr verfügbar, es scheint lt. Auskunft des Apothekers auch eine gezielte Rückrufaktion dieses Präparats gegeben zu haben. Die Vorräte sind aufgebraucht, die Beschwerden treten wieder auf.
Frage:

  1. warum ist dieses Präparat nicht mehr verfügbar, gibt es evtl. neuere toxikologische Erkenntnisse, die eine Langzeit-Anwendung des Präparates als medizinisch nicht sinnvoll erscheinen lassen (wenn ja, wäre ich über Referenzen toxikologischer Originalarbeiten höchst erfreut)
  2. Gibt es evtl. ähnliche Schöllkraut-Präparete anderer Hersteller, die noch vertrieben/verschrieben werden dürfen??

Gruß und Dank,

Hasta Lavista

Hi,

ein Verwandter hat über längere Zeit wegen Gallenleiden das
Schöllkrautpräparat Panchelidon-Tropfen eingenommen (mit
erwünschtem Erfolg).

Da hat er wohl Glück gehabt. Habe mal eben bei google.de „Panchelidon“ eingegeben, da findest du alles (Darstellung würde den Rahmen hier sprengen). Ein neuerlicher Beweis nicht nur über die Unnützbarkeit vieler Medikamente, sondern sogar deren Gefährlichkeit. Besinne dich doch darauf, daß nicht die Galle krank ist, sondern die Galle nur auf irgendwelche Mangelstoffe reagiert und sich dieses dann als Krankheit äußert. Versuch es doch mal mit Nährstoffen, die es nicht in der Apotheke zu kaufen gibt (zum Glück, denn dann wären sie 4mal so teuer). Kann dir guten Gewissens empfehlen: Aloe Nectar, Bienenpollen, und Lycium (wegen dem Wort Lycium wurde ein Beitrag von mir zwar schon mal gelöscht, aber die Thematik über unsere Moderatoren (Wort kommt wohl von moderat?) ist ja im Moment in anderen Brettern zur Diskussion gestellt. Viel Erfolg beim Suchen wünscht
Wynmuck

Hallo Hastalavista,
anbei an Info adressiert an die Apotheker von 1998. Es gibt heute noch Schöllkrautpräparate, z. B. auch von Ratiopharm in Merck (aber als Kapseln, soweit ich weiss). Aber letztlich gibt es offenbar tatsächlich ein ernstes Problem mit der Lebertoxizität.
Gruß
Michael (der sich jeden Kommentar zu WYNMUCK verkneift)

Information 29.04.1998

Abgabe von Schöllkraut
im Handverkauf
AMK. Die AMK wird häufig zu Schöllkraut, und zwar zur Verschreibungspflicht und zur Abgabe im Handverkauf befragt.
Schöllkraut ist im DAB 1997 monographiert. In der Monographie ist angegeben, daß die Droge „Vorsichtig zu lagern!“ ist. Demnach ist die Droge von den übrigen Arzneimitteln getrennt zu lagern und das Behältnis mit roter Schrift auf weißem Grund zu kennzeichnen. Die Rot-auf-Weiß-Beschriftung hat - anders als häufig angenommen - nichts mit der Verschreibungspflicht zu tun. Es handelt sich um voneinander unabhängige Vorschriften. Schöllkraut ist nicht verschreibungspflichtig.
Aufgrund von Berichten über unerwünschte Wirkungen an der Leber hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte mit den Herstellern Schöllkraut-haltiger Fertigarzneimittel zusätzliche Angaben in den Gebrauchs- und Fachinformationen vereinbart:
Unter Nebenwirkungen wird jetzt auf Anstiege der Lebertransaminasen und des Bilirubins bis hin zu medikamentös-toxischen Hepatitiden in Einzelfällen hingewiesen, die sich nach Absetzen der Präparate zurückbildeten. Leberkrankheiten und gleichzeitige Einnahme anderer leberschädigender Stoffe gelten als relative Gegenanzeige. Bei Anwendung über mehr als 4Wochen sollten die Leberfunktionswerte kontrolliert werden.
Die unerwünschten Wirkungen werden auf die in der Droge enthaltenen Isochinolin-Alkaloide, u.a. Chelidonin, zurückgeführt. Die oben genannten Anwendungsbeschränkungen gelten für Fertigarzneimittel, bei denen 2,5mg Gesamtalkaloide pro Tag oder mehr zugeführt werden. In der Droge werden zwischen 0,3 und 1,2% Gesamtalkaloide gefunden. Extrakte des Schöllkrauts wirken spasmolytisch und zentral sedativ; laut Aufbereitungsmonographie gilt die Indikation krampfartige Beschwerden der Gallenwege und des Magen-Darm-Trakts als belegt. Chelidonin hat darüber hinaus eine geringe mitosehemmende Wirkung. Einzelne tödliche Vergiftungsfälle bei Kindern sind in der älteren Literatur beschrieben. Auch bei Weidevieh wurden tödliche Vergiftungen beobachtet.
Die Arzneimittelkommission rät von der Abgabe von Schöllkraut im Handverkauf ab. Wird die Droge dennoch auf Patientenwunsch abgegeben, dann nur für krampfartige Beschwerden der Gallenwege und des Magen-Darm-Trakts. Außerdem sind die Patienten unbedingt auf die oben genannten Anwendungsbeschränkungen hinzuweisen.

Hallo Michael,

Michael (der sich jeden Kommentar zu WYNMUCK verkneift)

ich finde diesen Seitenhieb überflüssig. Entweder habe ich etwas geschrieben, das nicht der Wahrheit entspricht, oder sogar gesundheitsschädlich ist, und dann hättest du auch die Pflicht, auf meine eventuelle Falschaussage hinzuweisen, oder du verzichtest auf jeden Kommentar, den du dir verkneifst.

Hi,
ich kann dir das homoöpathische „Chelidonium“ als Globuli in der Potenz D6 nur wärmstens empfehlen.

wann immer meine beiden Gallensteine auch nur dezent anfangen rebellisch zu werden, nehme ich 3x5 globuli am tag (unter der zunge verlaufen lassen) und bin die Sorge los. Ich finde dies optimal, es hat keinerlei Nebenwirkungen und ist kostengünstig.
Gruss
Karin