Hallo Marlene,
Die Diagnose eines atopischen Ekzems kann nur gestellt werden, wenn mindestens drei diagnostische Kriterien Erster Ordnung und gleichzeitig mindestens drei diagnostische Kriterien Zweiter Ordnung erfüllt sind. Die Erkrankung kann nur aufgrund eines Bündels von Merkmalen bei der körperlichen Untersuchung erkannt werden. Siehe folgender Link:
http://yavivo.lifeline.de/Erkrankungen/Atopisches_Ek…
Ein Neurodermitiker hat nicht zwangsläufig einen positiven Allergietest, obwohl sein Allergiepotential idR. recht hoch ist. Andererseits werden die meisten Allergietests als Screenings gemacht, in denen nur die bekanntesten Allergene und oftmals im Pool, getestet werden. War ein Test negativ, heißt das noch lange nicht, dass man nicht doch allergisch auf bestimmte Stoffe reagiert. Alle können ja nicht getestet werden. Meistens merkt man schon selbst, dass z. B. eine best. Sorte Toilettenpapier nicht vertragen wird, oder eine Gesichtskosmetik. Diese Artikel sollte man unbedingt auch mitbringen, wenn ein Test bevorsteht.
Der Dermatologe stellt aufgrund verschiedener, vorhandener o.a. Kriterien die Diagnose.
Die Ausprägung der Erkrankung kann sehr unterschiedlich sein: der eine leidet unter ständigen Schüben, und der andere bekommt nur selten Schübe z. B. in starken Stresssituationen, die durch bestimmte Nahrungsmittel, Wolle oder Zigarettenqualm z. B., begünstigt werden können. Beim Austesten ist man selber sehr gefordert.
Bisher wurden bei schlimmen Schüben zeitlich begrenzt Kortisonsalben verschrieben.
Bestrahlung mit UV-B 311 nm von Oktober bis April, bzw. Rausgehen an das Tageslicht, wann immer möglich helfen. In der Sommerzeit bessern sich die Symptome im Gesicht und an Hautstellen, die etwas an die Sonne kommen, merklich.
Doch wie bereits erwähnt, gibt es mittlerweile andere kortisonfreie Salben, u. a. ein Extrakt aus dem in Japan gezüchteten Pilz Tacrolimus. Die daraus hergestellte Salbe heißt „Protopic“. Sie ist seit Anfang des Jahres in Deutschland zugelassen, sie ist sehr teuer, wird aber im Bedarfsfall vom Hautarzt verschrieben. Sie kuriert zwar auch nur die Symptome, weil Neurodermitis in diesem Sinne nicht heilbar ist (abgesehen von Stressbewältigung, Weglassen bestimmter Auslöser, usw., ansonsten genetische Disposition) Aber sie hat so gut wie keine Nebenwirkungen, macht keine Hautverdünnung wie Kortison. Es kann anfangs lediglich mal zu einem lokalem Jucken kommen.
Gruß, Renate
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