Gallensteine

Hallo Spezialisten,

bei meiner Frau wurden anläßlich einer Routineuntersuchung Gallensteine festgestellt.
Der behandelnde Arzt meinte, das müsse sie nun durchstehen und wenn es nicht mehr ginge wäre eine Operation angesagt. Irgendwelche Medikamente schloß er zur Behandlung aus.
Meine Fragen:
Gibt es tatsächlich keine Medikamente, um wenigstens den status quo (relativ beschwerdefrei) zu erhalten?
Macht es Sinn, eine Diät zu halten, will sagen bestimmte Lebensmittel vermeiden, um einer Verschlimmerung des Zustandes vorzubeugen?

Vielen Dank für die Antworten sagt
Frank

Hallo,
habe selbst Erfahrung gemacht - es hilft eigentlich nur
zertrümmern und wenn das nicht geht muss operiert werden, was
allerdings heutzutage nur ein Klacks ist.
Mein Rat - raus mit der Galle.
Ich musste es vor zehn Jahren machen lassen und lebe seitdem
beschwerdefrei (ohne Diät usw.)

Gruss

Günter

Hallo Frank,

etwa um die 75 Prozent der Gallensteinträger haben keine Beschwerden (man spricht auch von stummen Gallensteinen). Daher wissen viele nicht, dass sie Gallensteine haben. Wird der Patient nach dem Sonogramm vom Arzt über seine Steine aufgeklärt, ist der psychische Faktor nicht zu unterschätzen… (Daher ist es mir evt. persönlich lieber, solange ich überhaupt keine Beschwerden habe, dass der Arzt hier sinnvollerweise schweigt - aber seine Unterlagen entsprechend führt)

Aber spätestens, wenn die Gallensteine Beschwerden verursachen, ist die Operation die Therapie der Wahl - insbesondere auch, weil Komplikationen um so häufiger werden, je länger das Steinleiden dauert! Die Gallenblase lässt sich auf verschiedene Weisen operativ entfernen.
Sitzen die Steine nur in der Gallenblase, wird heutzutage in 80 bis 90% der Fälle endoskopisch (laienhaft: Schlüsselloch-Chirurgie genannt) operiert. Dabei führt der Chirurg röhrenförmige Licht-, Sicht- und Arbeitsinstrumente über vier kleine Schnitte in die Bauchdecke ein, ohne den Bauch zu eröffnen - anders als bei der manchmal notwendigen offenen chirurgischen Operation, die auch noch zum Einsatz kommt, besonders dann, wenn es sich bereits um ein komplizierteres, chron. Leiden handelt.

Das Verfahren der medikamentösen Steinauflösung in der noch beschwerdefreien Phase ist in weniger als 5% der Fälle erfolgreich. Auch bilden sich häufig trotz lebenslanger Medikamenteneinnahme wieder neue Steine, da die Ursache der Steinbildung in der Gallenblase nicht beseitigt werden kann. Daher kommen die medikamentöse Auflösung und die Stoßwellentherapie nur für einen ganz kleinen Teil der Gallensteinpatienten in Betracht. Voraussetzung ist nämlich, daß es sich um kleine, schwebende und nicht verkalkte Cholesterinsteine handelt. Es dürfen keine Komplikationen bestehen. Die Gallenblase muß sich noch zusammenziehen können. Aber diese Verfahren benötigen mindestens eineinhalb Jahre Behandlungsdauer bei einer hohen Komplikationsrate.

Anfänglich können sich die Steine als unspezifische Oberbauchbeschwerden äußern, mit Völlegefühl, Blähungen oder Druck unter dem rechten Rippenbogen (nach dem Essen). Auch eine Unverträglichkeit von Kaffee, Fettem, Gebratenem und kalten Getränken kann die Richtung weisen.

Vorbeugend hilfreich ist eine moderate, aber kontinuierlich ballaststoffreiche (bindet Cholesterin) Ernährung ohne plötzliche Fastenkuren. Trotzdem ist eine wirksame Vorbeugung schwierig, denn:
Frauen, bei denen die sog. 5-F-Regel zutrifft, sind besonders anfällig für ein Steinleiden:
female (weiblich), fair (blond), fat (übergewichtig), forty (über vierzig Jahre) und fecund (fruchtbar, nach Geburt eines oder mehrerer Kinder).

Wenn die Gallensteine keine Beschwerden machen und keine klinischen Auffälligkeiten zeigen, muß keine Therapie erfolgen. Nach der zweiten, spätestens der dritten Gallenkolik sollte eine Operation in Erwägung gezogen werden; denn bei einer frühen Operation im beschwerdefreien Intervall ist das Risiko für Komplikationen ganz gering.

Wird trotz Koliken, Brechreiz, Übelkeit, usw. nichts unternommen, kann sich als Komplikation eine akute Gallenblasenentzündung entwickeln, mit Fieber, starken Schmerzen im rechten Oberbauch und eventuell Schüttelfrost. Wird hier nicht behandelt, so drohen weitere Gefahren bis hin zum Durchbruch der Entzündung in die freie Bauchhöhle.

Gruß, Renate

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Hallo Spezialisten,

bei meiner Frau wurden anläßlich einer Routineuntersuchung
Gallensteine festgestellt.
Der behandelnde Arzt meinte, das müsse sie nun durchstehen und
wenn es nicht mehr ginge wäre eine Operation angesagt.
Irgendwelche Medikamente schloß er zur Behandlung aus.
Meine Fragen:
Gibt es tatsächlich keine Medikamente, um wenigstens den
status quo (relativ beschwerdefrei) zu erhalten?
Macht es Sinn, eine Diät zu halten, will sagen bestimmte
Lebensmittel vermeiden, um einer Verschlimmerung des Zustandes
vorzubeugen?

Vielen Dank für die Antworten sagt
Frank

Hallo Frank,

etwa um die 75 Prozent der Gallensteinträger haben keine
Beschwerden (man spricht auch von stummen Gallensteinen).
Daher wissen viele nicht, dass sie Gallensteine haben. Wird
der Patient nach dem Sonogramm vom Arzt über seine Steine
aufgeklärt, ist der psychische Faktor nicht zu
unterschätzen… (Daher ist es mir evt. persönlich lieber,
solange ich überhaupt keine Beschwerden habe, dass der Arzt
hier sinnvollerweise schweigt - aber seine Unterlagen
entsprechend führt)

wenn du weißt, dass du steine hast, nimmst du schmerz anders wahr? ich glaube, du kannst dann trotzdem zurück blättern, um dich zu erinnern, wie du dich gefühlt hast, bevor du von der veränderung erfahren hast. cholesterinsteine entwickeln sich zum teil schon in der stillphase, ohne beschwerden zu machen.

brechreiz ist immer auch gelebter widerstand. den auf ein lokales substrat zu reduzieren, klärt hackordnung.

Aber spätestens, wenn die Gallensteine Beschwerden
verursachen, ist die Operation die Therapie der Wahl -
insbesondere auch, weil Komplikationen um so häufiger werden,
je länger das Steinleiden dauert! Die Gallenblase lässt sich
auf verschiedene Weisen operativ entfernen.
Sitzen die Steine nur in der Gallenblase, wird heutzutage in
80 bis 90% der Fälle endoskopisch (laienhaft:
Schlüsselloch-Chirurgie genannt) operiert. Dabei führt der
Chirurg röhrenförmige Licht-, Sicht- und Arbeitsinstrumente
über vier kleine Schnitte in die Bauchdecke ein, ohne den
Bauch zu eröffnen - anders als bei der manchmal notwendigen
offenen chirurgischen Operation, die auch noch zum Einsatz
kommt, besonders dann, wenn es sich bereits um ein
komplizierteres, chron. Leiden handelt.

Das Verfahren der medikamentösen Steinauflösung in der noch
beschwerdefreien Phase ist in weniger als 5% der Fälle
erfolgreich. Auch bilden sich häufig trotz lebenslanger
Medikamenteneinnahme wieder neue Steine, da die Ursache der
Steinbildung in der Gallenblase nicht beseitigt werden kann.
Daher kommen die medikamentöse Auflösung und die
Stoßwellentherapie nur für einen ganz kleinen Teil der
Gallensteinpatienten in Betracht. Voraussetzung ist nämlich,
daß es sich um kleine, schwebende und nicht verkalkte
Cholesterinsteine handelt. Es dürfen keine Komplikationen
bestehen. Die Gallenblase muß sich noch zusammenziehen können.
Aber diese Verfahren benötigen mindestens eineinhalb Jahre
Behandlungsdauer bei einer hohen Komplikationsrate.

Anfänglich können sich die Steine als unspezifische
Oberbauchbeschwerden äußern, mit Völlegefühl, Blähungen oder
Druck unter dem rechten Rippenbogen (nach dem Essen). Auch
eine Unverträglichkeit von Kaffee, Fettem, Gebratenem und
kalten Getränken kann die Richtung weisen.

Vorbeugend hilfreich ist eine moderate, aber kontinuierlich
ballaststoffreiche (bindet Cholesterin) Ernährung ohne
plötzliche Fastenkuren. Trotzdem ist eine wirksame Vorbeugung
schwierig, denn:
Frauen, bei denen die sog. 5-F-Regel zutrifft, sind besonders
anfällig für ein Steinleiden:
female (weiblich), fair (blond), fat (übergewichtig), forty
(über vierzig Jahre) und fecund (fruchtbar, nach Geburt eines
oder mehrerer Kinder).

Wenn die Gallensteine keine Beschwerden machen und keine
klinischen Auffälligkeiten zeigen, muß keine Therapie
erfolgen. Nach der zweiten, spätestens der dritten Gallenkolik
sollte eine Operation in Erwägung gezogen werden; denn bei
einer frühen Operation im beschwerdefreien Intervall ist das
Risiko für Komplikationen ganz gering.

Wird trotz Koliken, Brechreiz, Übelkeit, usw. nichts
unternommen, kann sich als Komplikation eine akute
Gallenblasenentzündung entwickeln, mit Fieber, starken
Schmerzen im rechten Oberbauch und eventuell Schüttelfrost.
Wird hier nicht behandelt, so drohen weitere Gefahren bis hin
zum Durchbruch der Entzündung in die freie Bauchhöhle.

Gruß, Renate

Hallo Renate,

das war ja eine erschöpfende Antwort, weshalb ich mich mal einklinken möchte.
Vor knapp 1 1/2 Jahren hatte ich die erste Gallenkolik (vermutlich war’s eine): Innerhalb von wenigen Stunden bis zur Unerträglichkeit zunehmende Schmerzen unterhalb des rechten Rippenbogens. Es hat mich getroffen wie der Blitz aus heiterem Himmel, da ich sowas noch NIE in meinem Leben hatte (61 Jahre)! Krankenhaus, Tropf, abends war ich beschwerdefrei, nächsten Tag nach Hause.
Dann das Gleiche ca. zwei Monate später. Ultraschall: Nicht eindeutig, möglicherweise Gallengries. Arzt: Raus damit, brauchen Sie nicht. Macht jedoch eine Magenspiegelung vorher, entdeckt dabei eine kleine Schleimhautentzündung (den berühmten Helicobacter). „Na ja, kurieren wir das erstmal aus.“
Wieder einige Monate später ein erneuter Schmerz-Anfall, den der Hausarzt aber mit einigen Spritzen in den Griff kriegt, soll heißen, kein Krankenhaus.
Seit dem, ca. 9 Monate, habe ich keinerlei Probleme gehabt. Ich ernähre mich vielleicht etwas bewußter, esse langsamer (bin ein schon langjährig praktizierender „Zu-schnell-Esser“), kaue ordentlich usw. Aber das ist natürlich etwas schwierig, da es genügend Gelegenheiten für „unkontrolliertes Verhalten“ bei Festivitäten u.ä. gibt.
Langer Rede kurzer Sinn: Ich habe mich entschlossen, zunächst nichts operieren zu lassen - das auch, da ich der Meinung bin, dass i.d.R. viel zu schnell operiert wird. Ich hoffe, das durchhalten zu können.

Gruß, Stucki