Hallo! Es steht wohl viel über „EINGESCHRÄNKTE HERZFREQUENZVARIABILITÄT“ geschrieben,aber nicht von was das kommt,ob das etwas bleibendes ist und „was man dagegen tun kann“.Besonders wenn aus heiterem Himmel plötzlich ein unregelmäßiges stärkeres Gestolper entsteht,das länger anhält und recht unheimlich ist.Ist da jemand der sich damit auskennt???
Danke und Grüße von Cypsy
Hallo Cypsy,
Eingeschränkte Frequenzvariabilität kann bedeuten, dass es zu einem Anpassungsverlust an unterschiedliche Leistungsanforderungen kommt, z.B. bei Schrittmachern älteren Typs, die nur eine vorgegebene Frequenz steuern.
Das von Dir geschilderte Stolpern bzw. ein länger dauernder Rhythmusverlust kann auf eine Erregungs-Leitungs-Störung zurückzuführen sein.
Im EKG können z.B. Extrasystolen (zusätzliche Aktionen) der Vorhöfe oder Kammern sichtbar werden, oder eine verlangsamte Antwort einer Kammer auf den Impuls, der aus dem entsprechenden Vorhof übergeleitet werden soll.
Erregungsleitung erfolgt im Herzen über speziell ausgebildte Herzmuskelzellen, die gebündelt verlaufen (z.B. Hies’sches Bündel) und zwei Zentren bilden (Aschoff-Tawara bzw. Atrio-Ventricular-Knoten). Die leitenden Muskelbündel können durch Entzündungen geschädigt werden, woraus oft eine Reizleitungs-Störung und folgend eine schlechtere Synchronisation zwischen Vorhöfen und Kammern entsteht, der unter bestimmten Bedingungen in einen ungeordneten Zustand kippen kann, der Vorhof- und Kammer-Flimmern genannt wird.
Dieser Zustand kann bedrohlich werden, weil im Vollbild die Herzaktion (Pumpleistung) ausbleibt und der Kreislauf zusammenbricht (Reanimation mit Impuls-Strom oder Herzmassage nötig).
Aber ich will Dir keinen Schrecken einjagen: Am besten, Du lässt ein EKG machen, um einen ersten Überblick zu bekommen.
Nebenbemerkung: Manche Computer sind so eingestellt, dass sie geringfügige Norm-Varianten als Repolariastionsstörung deuten und dann gleich (inkompletter) Rechts- oder (je nachdem) Linksschenkelblock schreiben. Der Arzt kann das durch Vergleich mehrerer Ableitungen genauer beurteilen und kommt dann oft zu einem erfreulicheren Ergebnis. Dadurch wieder kann subjektiv empfundenes Stolpern gelegentlich spontan verschwinden.
Gruß
Volkmar
Hallo Volkmar,
Aber ich will Dir keinen Schrecken einjagen: Am besten, Du
lässt ein EKG machen, um einen ersten Überblick zu bekommen.
Naja, ich denke, dieser Befund beruht ja gerade auf einem EKG 
Du schreibst in erster Linie von Erregungsausbreitungsstörungen. Das Problem ist hier aber ein ganz anderes: Normalerweise schlägt das Herz nicht ganz exakt wie eine Maschine, sondern die Frequenz variiert ein klein wenig von Schlag zu Schlag, und das als Reaktion auf normale vegetative Reize. So gibt es z.B. eine vegetativ bedingte Variabilität durch die Reize des Ein- und Ausatmens, wie jeder an sich selbst feststellen kann.
Wenn diese Variabilität (bei ansonsten normalem Herzbefund) fehlt, so heißt das, daß das Herz vegetativ fehlgesteuert wird (u.a. psychogen) oder daß die zum Herz laufenden vegetativen Nerven geschädigt sind (i.S. einer „Poly-neuro-pathie“, vor allem bei Diabetikern typisch).
Sind keine Grunderkrankungen vorhanden, welche zu einer Polyneuropathie (Schmerzen, Kribbeln, Taubheit, Lähmungserscheinungen) führen, so ist vor allem bei einem jüngeren Menschen die erstere Möglichkeit am wahrscheinlichsten. Dann käme dem Ganzen kein besonderer Krankheitswert zu.
viele Grüße,
Oliver
Hallo Volkmar,
Aber ich will Dir keinen Schrecken einjagen: Am besten, Du
lässt ein EKG machen, um einen ersten Überblick zu bekommen.Naja, ich denke, dieser Befund beruht ja gerade auf
einem EKG
Ja so ist es.es war ein 24 Std EKG und in dieser Zeit fühlte ich mich total wohl und dennoch war etwas darauf zu sehen=Befund.
Am nächsten Tag kam es aber wieder einmal,ganz tolles Herzrumpeln-unregelmäßig und dauerte gut eine halbe Stunde.Ich nahm ca.7mg Diazepan(vom Arzt verschrieben) und es wurde mir nur besser,nicht gut.Erst wie ich wieder zu Hause war und einen warmen Thermophor auflegte ging es ganz weg(Gefäße?)Wenn eien so mies ist,ist ja nicht gleich ein EKG zur Hand und man weiß einfach nicht was man tun soll.Diese Befundaussage ist aber doch ORGANISCH und nicht psychisch.Einmal sollte ich eine Woche einen Beta Blocker versuchen und das war überhaupt das letzte,bei niedester Dosis habe ich das garnicht vertragenSo meinte der Arzt ich solle es lassen…Aber was man wirklich tun kann sagt keiner und ob es wieder gut wird auch nicht.
Du schreibst in erster Linie von
Erregungsausbreitungsstörungen. Das Problem ist hier aber ein
ganz anderes: Normalerweise schlägt das Herz nicht ganz exakt
wie eine Maschine, sondern die Frequenz variiert ein klein
wenig von Schlag zu Schlag, und das als Reaktion auf normale
vegetative Reize. So gibt es z.B. eine vegetativ bedingte
Variabilität durch die Reize des Ein- und Ausatmens, wie jeder
an sich selbst feststellen kann.(keine Grunderkrankungen)Wenn diese Variabilität (bei ansonsten normalem Herzbefund)
fehlt, so heißt das, daß das Herz vegetativ fehlgesteuert wird
(u.a. psychogen) oder daß die zum Herz laufenden vegetativen
Nerven geschädigt sind (i.S. einer „Poly-neuro-pathie“, vor
allem bei Diabetikern typisch).Sind keine Grunderkrankungen vorhanden, welche zu einer
Polyneuropathie (Schmerzen, Kribbeln, Taubheit,
Lähmungserscheinungen) führen, so ist vor allem bei einem
jüngeren Menschen die erstere Möglichkeit am
wahrscheinlichsten. Dann käme dem Ganzen kein besonderer
Krankheitswert zu.viele Grüße,
Oliver
Hallo Cypsy,
Diese Befundaussage ist aber doch ORGANISCH und nicht
psychisch.
Psychische Vorgänge können organische Phänomene nach sich ziehen - genau dies versuchte ich in meinem Posting zu erklären. In Deinem Falle würde ich nicht mal von „organisch“ (im Sinne von morphologisch-biochemisch fixiert), sondern von „funktionell“ sprechen.
Erst wie ich wieder zu Hause war und einen warmen Thermophor
auflegte ging es ganz weg(Gefäße?)
Nein, da glaube ich eher an die Psyche - die angenehme Wirkung der Wärme könnte z.B. die entsprechenden vegetativen Zentren des Zentralnervensystems beruhigt haben, wodurch sie keine „Störimpulse“ mehr an das Herz schickten.
Aber was man wirklich tun kann sagt keiner und ob es wieder gut
wird auch nicht.
Dir wurden ärztlicherseits mindestens eine sinnvolle Alternative angeboten, welche darauf abzielte, die Störung auf der Höhe ihrer organischen Manifestation, also direkt am Herz aabzufangen. Da Du das ablehnst / „nicht verträgst“, willst Du wohl eher die zugrundeliegende vegetative Störung beheben. Und da bist Du bei einem Arzt u.U. an der falsche Adresse.
Vielleicht hilft folgender Vergleich: Wenn Du mit den Fahreigenschaften Deines Autos unzufrieden bist, so kannst Du in die Werkstatt gehen und entspprechende technische Modifikationen verlangen - und mußt dann aber akzeptieren und wollen, daß der Mechaniker den Schraubenschlüssel ansetzt - oder Du modifizerst Deine Fahrweise so, daß Du mit Deinem Auto zurechkommst. Das ist aber eine Leistung, die von außen bestenfalls unterstüzt werden kann, wie Du selbst es ja schon bemerkt hast: „was man wirklich tun kann sagt keiner“. Anders: Was man wirklich tun kann, mußt Du selbst herausfinden.
man weiß einfach nicht was man tun soll.
Vielleicht hilft Dir zunächst mal, daß alle organischen Herzerkrankungen ausgeschlossen wurden, die Rhythmusstörungen damit also nicht gefährlich sind. Im Prinzip könntest Du sie schlicht ignorieren, Deine Lebensqualität schränken sie nur dann ein, wenn Du selbst sie zum Problem erklärst.
viele Grüße,
Oliver
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