Hallo Cesmy,
mit 2 Sätzen lässt sich das schlecht erklären, selbst folgende willkürlich aufgeschriebene Zeilen sind nur winzige Teile der vielfältigen Diagnosemöglichkeiten.
Den Standardtumor gibt es so nicht. Alles ist recht individuell. Die Art und Lokalisation von sog. soliden Tumoren sind sehr unterschiedlich und damit auch die Art der Diagnostik. Dabei spielt es eine Rolle von welchem Parenchym (Organgewebe) ein Tumor ausgeht, ob er schnell wächst, kleinzellig, usw.
Handelt es sich nicht um eine Vorsorgeuntersuchung, kommt der Patient anfangs z. B. mit bestimmten Beschwerden, die er dem Arzt mitteilt, und je nach Lage und Befindlichkeit kann bei manchen Tumoren eine Tastuntersuchung einen Verdacht erhärten, manchmal kann eine Blutuntersuchung bei der Diagnostik helfen (Bestimmung der versch. Tumormarker), bei manchen Tumoren kann Ultraschalldiagnostik gemacht werden, Röntgenaufnahmen (z.B. Lunge) je nach Organ, mit oder ohne Kontrastmittel; viele Tumoren lassen sich darstellen mit Hilfe von MRT (ohne Röntgenstrahlung), meistens per CT (mit Röntgenstrahlung), Knochenszintigramm, Untersuchung von Punktaten (Zysten), Biopsien, Bestimmung der CD-Gruppe (Clusters of Differentiation - spezifische Zelloberflächenmarker), usw.
Hautkrebs: So heißt es, dass Menschen mit vielen Muttermalen, sich regelmäßig einmal im Jahr einem Hautarzt vorstellen oder zumindest selber regelmäßig kritisch evt. Veränderungen der Haut/Nävi beobachten: ABCD-Regel (A =Asymmetrie, B = Begrenzung unregelmäßige, C = colour; Farbe variierend, D = Durchmesser größer als 5 mm.
Brustkrebs: die meisten Tumoren entdecken die Frauen selbst, daher regelmäßig einmal pro Monat die Brust selbst im Uhrzeigersinn abtasten (etwa 10 Tage nach Einsetzen der Regelblutung), auf Einziehungen oder Absonderungen der Brustwarzen achten, Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen. Millimetergroße Tumoren und solche die rippennah liegen, können idR nicht ertastet werden, auch vom Arzt nicht. Eine qualitativ gute Röntgenaufnahme der Brust (Mammografie), die von guten, erfahrenen Fachleuten angeschaut wird, ist hierbei die Diagnosemöglichkeit der Wahl.
Darmkrebs: Stuhl auf Blutdiagnostik ist das 1. Mittel der Wahl bei Vorsorgeuntersuchungen. Hierbei werden winzigste Blutspuren nachgewiesen. Bei der folgenden Darmspiegelung erkennt man Tumore oder deren Vorstufen, die Darmpolypen, die entfernt werden müssen, weil die meisten irgendwann bösartig werden. Bei der Darmkrebsdiagnostik wird der Anstieg des Tumormarkers (hier: CEA) bestimmt.
Schilddrüse: Ultraschall (Echoarmut, unscharfe Randbegrenzung), histologische Zelluntersuchung des Punktats aus kalten Knoten, Blutuntersuchung - erhöhter Calcitoninnachweis.
Hirntumor: je nachdem in welcher Hirnregion er auftritt, bekommen Patienten unterschiedliche Probleme, z. B. heftige Kopfschmerzen, Sehstörungen, Übelkeit, Erbrechen, epil. Anfälle (Krampfanfälle bei Kindern), Hörstörungen, hormonelle Störungen (Hypophyse), neurologische Störungen. Die ärztl. Diagnostik findet statt mit CT, bzw. MRT, Tumormarker im Blut.
Lymphome (Hodgkin und Nonhodgkinlymphome) sehr unterschiedlich. Metamorphe, teils rasante Vergrößerung von nichtschmerzenden, verwachsenen Lymphknoten. Die anfängliche Diagnostik von Nonhodgkinlymphomen kann schwierig sein, wenn die betroffenen Lymphknoten im Thorax- oder Bauchraum liegen. In Blutbild und Serumanalyse ist nichts Verdächtiges nachzuweisen. Ein CT bringt oft erst das Ergebnis, nachdem der Patient unklares Fieber und Tumorverdrängungsschmerzen hatte. CT lässt Metastasen sichtbar werden. Ultraschall. Zellprobe eines befallenen Lymphnotens wird histologisch untersucht und mit der CD-Methode (Clusters of Differentiation) wird der genaue Typ bestimmt, der für die Zusammensetzung der sofortigen Chemotherapie wichtig ist und die um so effektiver sein kann, umso schneller Tumore wachsen.
Leukämien: Patienten fühlen sich erschöpft und schwach, müde, bekommen irgendwann Fieber. Im Blutausstrich ist anhand der Leukozyten oft schon die Diagnose möglich, die noch durch ein Knochenmarkpunktat erhärtet wird.
Manchmal gibt es Krebsarten, wo die regulären Diagnostikmöglichkeiten nichts erkennen lassen. Dazu gehört eine bestimmte Form des Bauchspeicheldrüsenkrebses. Oft führt erst im Endstadium der Verschluss des in der Nähe liegenden Gallengangs (Gelbsucht) u. a. zur richtigen Diagnose.
Bei den Krebsformen richten sich Prognose und Therapie nach den Tumorstadien, also nach der Ausbreitung im Körper. Auch hierfür gibt es bestimmte Kriterien, z. B. keine Metastasen, Metastasen auf nur einer Seite des Zwerchfells, beidseits des Zwerchfells, u.a.
Trotz der Länge ist dieser Text höchst unvollständig. Vielleicht bekommst du trotzdem einen kleinen Einblick.
Viele Grüße, Renate