Hallo Andreas,
erst einmal vorweg: grundsätzlich nein, das wäre für die BfA das Zeichen, dass er behandlungsunwillig ist. Er bekäme bei Abbruch auch keine erneute psychosomatische Kur bewilligt.
Sollte es wirklich für ihn unerträglich sein, soll er sich sofort mit der BfA in Verbindung setzen und sachlich sein Problem schildern.
Nun jedoch eine Anmerkung zu dir: ich halte gar nichts davon als Aussenstehender sich in den Klinikablauf einzumischen. Es ist absolut normal, wenn jemand das 1. Mal in einer psychosomatischen Kur ist, dass ihm viele Dinge fremd vorkommen und ihn stören. Drei Wochen ist absolut keine Zeit, wenn man davon ausgeht dass eine derartige Kur, wenn sie Erfolg bringen soll, zumeist mindestens 10 Wochen, gelegentlich auch länger dauert. Ich kenne es - sowohl aus eigenem Erleben - aber auch bei Freundinnen, dass man immer das Gefühl hat, es werde nichts für einen getan. Das Schlimmste ist dann,wenn sich Aussenstehende dann mit einmischen.
Wenn du deinem Freund helfen willst, dann allenfalls als Zuhörer ohne jegliche Wertung, jedoch noch besser ist, du lässt ihn in Ruhe und mischt dich nicht in die Therapie ein. Einmischung ist in meinen Augen jedes Telefonat von deiner Seite, jeder Kommentar sowie gar - das Schlimmste - ein Besuch. Hilf ihm, indem du ihm Mut machst, sich zu öffnen und die Behandlungen zu akzeptieren. Zeig ihm, dass du ihn akzeptierst, aber urteile über keine den internen Betrieb betreffende Maßnahme. Du kennst nicht alle Zusammenhänge.
Ich selbst habe es leider oft erlebt, dass das Einmischen von gut meinenenden Freunden oder Verwandten das Gegenteil bewirkten.
Gib ihm den Tipp, sich an den betreuenden Arzt zu wenden. Wenn er das nicht will - BfA — aber um keinen Preis hetze ihn gegen die Therapie auf. Jeder Therapeuth arbeitet anders, jeder Fall ist anders — und zu einem Erfolg gehört - leider - der Gang durch ein tiefes Tal - an dessen Ende dann der Weg nach oben geht - und das braucht Zeit — viel Zeit!
Es ist absolut normal, wenn es ihm nachdem die Gespräche beginnen, wesentlich schlechter geht. Ein Abbruch ist keine Lösung.
In der Hoffnung dass du die richtige Entscheidung für dich und für deinen Freund treffen mögest
Chris
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