Blutstammzellentransplantation - Infos erbeten!

Hallo alle zusammen,

ich hatte hier schon mal wegen meinem Vater gepostet.
Nun, heute hat der Hämatologe angerufen und gemeint, daß eine Blutstammzellentransplantation nötig sein wird…ABER…es wurde noch keine Diagnose gestellt und das gefällt uns gar nicht!

Der Arzt ist der Meinung, daß sich das nicht von alleine geben wird. Mein Vater soll seine Schwestern mitbringen.

Meine Fragen nun:

wer hat das schon mal hinter sich gebracht?
WIE wird das durchgeführt (bitte genaue Beschreibung!)?
Was ist positiv daran?
Was ist negativ daran?

Ich bitte auch um Links mit nähereren Informationen.

Vielen Dank schon mal für jede Antwort.

Liebe Grüße von Nina

Hallo Nina!

Wenn dein Vater eine Erkrankung des Knochenmarks hat, bei der die normalen Zellen entweder durch Umbau des Marks oder durch Verdrängung (z.B. durch Tumorzellen) stark reduziert worden sind, ist eine der Behandlungsalternativen die Stammzelltransplantation (SZT). Warum deinem Vater noch keine Diagnose mitgeteilt wurde, weiß ich zwar nicht. Oft ist es jedoch schwierig, besonders beim sogenannten Myelodysplastischen Syndrom, wo es viele Untergruppen gibt, die genaue Diagnose herauszufinden.

Vor jeder Stammzelltransplantation steht eine kombinierte Chemo- und Strahlentherapie. Dabei wird das chemotherapeutisch wirksame Medikament über eine Vene in den Körper geleitet. Am selben Tag wird das Rückenmark des Patienten bestrahlt. Ziel ist es, vorhandene bösartige Zellen im Knochenmark unschädlich zu machen. Dabei werden allerdings auch alle gesunden Zellen im Knochenmark zerstört. Deshalb folgt im Anschluss die SZT. Dabei wird einem Spender am Beckenkamm (seitlich tastbar, wo der Gürtel aufliegt) Knochenmark entnommen, das dann dem Patienten über eine Nadel in eine Vene gespritzt wird. Die neuen Knochenmarkszellen „wandern“ - und das ist das tolle - sozusagen „automatisch“ an den richtigen Ort, nämlich ins Knochenmark.

Wichtig ist zu wissen, dass es bei derartigen Knochenmarkserkrankungen recht oft auch andere Therapiemöglichkeiten (z.B. Hydroxyurea, Interferon-alpha oder das neu entwickelte Medikament Imatinib=Glivec, bzw. G-CSF+Erythropoetin+Thrombopoetin beim Myelodysplastischen Syndrom) gibt, die schonender sind, die aber auf längere Sicht (einige Jahre) mit einer geringeren Überlebensrate einhergehen. Kurz gesagt: SZT hat mehr Nebenwirkungen und ist risikoreicher, aber auf Dauer auch erfolgreicher als alle anderen Therapien.

Als Spender kommen in erster Linie nahe Verwandte infrage, die auf ihre Verträglichkeit mit dem Immunsystem getestet werden müssen. Das ist ein einfacher Bluttest. Nur wenn die Antigene von Spender und Empfanger in etwa übereinstimmen (was bei Verwandten weitaus häufiger ist als bei Fremden) kann eine SZT durchgeführt werden.
Findet ihr keinen Spender, gibt es Spenderdateien, so z.B. in Ulm, die einem beim Finden eines geeigneten Spenders helfen können.

Wenn du noch Fragen hast, wende dich gerne an mich.

Deinem Vater wünsche ich alles Gute und vor allem gute Besserung.

Dein
Matthias

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Vielleicht etwas weniger Emergency Room sehen…
Hallo Matthias,

also ich weiß nicht, aber vielleicht solltest Du Dich doch lieber einer Karriere als Sänger & Pianist denn einer solchen als Arzt zuwenden…

Stupide und wortwörtlich aus Lehrbüchern/Studien abtippen und mit Fachbegriffen um mich schmeißen kann ich selbstredend auch, nur bezweifle ich stark, daß Nina bzw. Ninas Vater mit Klugscheißertum geholfen ist.

Wichtig ist zu wissen, dass es bei derartigen
Knochenmarkserkrankungen recht oft auch andere
Therapiemöglichkeiten

Ach neeee!

Grüße

Tessa

@ Claudia & Rainer: ich weiß, ich weiß… Ging nicht anders - da werde ich zur Furie!

‚Vor jeder Stammzelltransplantation steht…‘ @Mat
Hallo Matthias,

ich hätte da noch eine Frage!

" Vor jeder Stammzelltransplantation steht eine kombinierte Chemo- und Strahlentherapie. Dabei wird das chemotherapeutisch wirksame Medikament über eine Vene in den Körper geleitet."

WIE? Wird WIRKLICH vor JEDER Blutstammzellentransplantation eine Bestrahlung gemacht??? Das wird mein Vater nicht machen.

Mein Vater ist alternativen Möglichkeiten aufgeschlossen.

Herzliche Grüße von Nina

Hallo Tessa!

Wenn dir mein Beitrag nicht gefällt, ist das völlig in Ordnung. Ich wollte ja auch nicht dir helfen, sondern Nina, also lass sie entscheiden, ob sie etwas damit anfangen kann oder nicht.
Ich verstehe nur nicht, warum du mit diesen giftigen Attacken
aufkreuzt, aber vielleicht liegt der Grund mehr bei dir selber als an meinem Beitrag. Denk mal drüber nach.

Matthias

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3 „Gefällt mir“

Hallo Nina!

Ich kenne es nur so, dass sich der Betroffene vor einer SZT sowohl einer Chemotherapie als auch einer Bestrahlung unterziehen muss. Auch meine Freundin, die als Ärztin in der Inneren Medizin arbeitet, bestätigt das. Ich weiss nicht, ob es Kliniken gibt, die es anders machen und ob das funktionieren würde.

Frage deinen Vater doch mal, warum er die Strahlentherapie ablehnt.

Wenn ihr das Gefühl habt, dass euch der Hämatologe, den du genannt hast, nicht gut über die Chancen und Risiken informiert und sich nicht Zeit für die Zweifel und Ängste deines Vaters nimmt, würde ich euch empfehlen, einen anderen aufzusuchen (Eine zweite Meinung einzuholen ist bei schwerwiegenden gesundheitlichen Entscheidungen eh nie verkehrt).

Ich hoffe das bringt dich ein Stück weiter.

Liebe Grüße.
Matthias

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@Matthias
Hallo Matthias,

erst mal danke für deine Antwort. Sie hat mir weitergeholfen.
Nun, mein Vater wird sich das alles in einer ruhigen Stunde alleine überlegen müssen. Aber nenne mir einen Mensch der von Chemo so richtig doll erfreut ist :frowning: ???

Zumal die Ursache überhaupt nicht geklärt ist.
Ich müßte weiter ausholen, aber das wäre jetzt zuviel…

Du hattest eine Alternative angeboten bezügl. Medikament…was ist das genau? Was sind da die Vorteile und Nachteile?

Herzliche Grüße von Nina

@Nina
Hallo Nina!

Das kann ich gut verstehen, dass dein Vater von einer Chemo nicht begeistert ist.

Die genannten alternativen Medikamente werden in bestimmten Stiuationen angewendet werden. Aber um zu entscheiden, welches Medikament in Frage kommt, müsste ich die ungefähre Diagnose kennen. Ich bin zu wenig Experte, um in solchen unklaren Fällen gut genug beraten zu können. Nur soviel: Die SZT ist prinzipiell, wenn man einen Spender hat, bei den meisten bösartigen Erkrankungen des Blutbildenden Systems (also des Knochenmarkes) Therapie der ersten Wahl, wenn eine Heilung das Ziel ist. Ein etwas höheres Risiko nimmt man dadurch aber in Kauf. Auch mit anderen Medikamenten kann man, wenn sie bei einer bestimmten Krankheit wirksam sind, Heilungen erreichen, wenn auch meistens nicht so häufig wie bei der SZT.
Wenn dein Vater körperlich „fit“ und sonst relativ gesund ist, stehen die Chancen recht gut. Außerdem: je jünger, desto besser wird die Chemo-/Strahlenth. und auch die Immunreaktion nach einer SZT verkraftet.
Wie alt ist dein Vater?

Gruß!
Matthias

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Hi Matthias,

du, ich gehe jetzt in den Chat vom www.Krebs-kompass.de
Vielleicht können wir uns dort weiterunterhalten?

Wenn du magst…würde mich freuen!

Liebe Grüße von Nina

Hallo Nina!

War leider gestern abend nicht mehr online.
Hoffe du hast neue Informationen und Erfahrungen sammeln können.

Take care!
Matthias

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Hallo Matthias,

sorry, daß ich mich erst heute melde; Deine Antwort ist mir durchgerutscht.

Wenn dir mein Beitrag nicht gefällt, ist das völlig in
Ordnung.

Es ging mir nicht um das Nichtgefallen. Ich fand Deinen Beitrag hilfreich. Was ich weniger hilfreich fand, war die Konzentration von Fachbegriffen, die nun einmal nicht jeder Normalsterbliche versteht.

Ich wollte ja auch nicht dir helfen, sondern Nina,
also lass sie entscheiden, ob sie etwas damit anfangen kann
oder nicht.

Kannst Du Dir vorstellen, daß Deine Info auch für jemand anderen nützlich sein könnte? Gewiss, gell? Manche haben aber kein medizinisches Wörterbuch zur Hand…

Ich verstehe nur nicht, warum du mit diesen giftigen Attacken
aufkreuzt, aber vielleicht liegt der Grund mehr bei dir selber
als an meinem Beitrag. Denk mal drüber nach.

Na, na, na! Das von mir in Deinem Zitat Unterstrichene übersehe ich mal… Ich war nicht giftig, ich war ironisch. Wenn mein Posting zu hart rübergekommen ist, so bitte ich Dich um Entschuldigung. Tatsache ist jedoch, daß wir hier kein reines Mediziner-Forum sind und eine etwas mehr verständlichere Ausdrucksweise nicht ganz verkehrt wäre. Vielleicht denkst Du darüber nach…

Beste Grüße

Tessa