Allergische Reaktion auf Tetanus

Hallo liebe Impfexperten,
kann es sein dass manche Leute eine allergische Reaktion auf eine Tetanusimpfung haben? Meine Freundin kann schon seit 4 Tagen ihren Arm nicht mehr richtig bewegen. Weiß jemand wie lange sowas andauern kann? Und was man dagagen tun kann?
Danke für Tipps
A.

Hallo Axel,

ja, so etwas kommt in der Tat vor, ist aber sehr, sehr selten. Häufiger und daher realistischer sind (lokale) Impfreaktionen (Rötung, Schwellung, Schmerzen, Fieber, etc.), die meistens nach 2-3 Tagen abklingen. Und: es kann auch vorkommen, daß bei der Impfung ein Nerv verletzt wurde oder sich ein Abszeß bildet.

Deine Freundin sollte auf jeden Fall noch einmal den Doc konsultieren, weil Impfreaktionen ab einem bestimmten Ausmaß nach § 6 IfSG meldepflichtig (Gesundheitsamt) sind.

Beste Grüße & gute Besserung

Tessa

Hi axel,

schlage auch vor deine Freundin fragt noch mal bei dem Doc nach. Als sich meine Mutter dieses Jahr impfen liess, ging es ihr ganze 4 tage dermassen schlecht, das sie nicht mal faehig war aufzustehen. sie hatte Fieber, Uebelkeit, Kopfweh, Schmerzen ueberall. Also scheint eine allergische Reaktion nicht mal so selten zu sein.

Gruss Manu

Hallo A.,

die Reaktion auf die Spritze ist eigentlich normal. Bei der ersten Impfung ist das Abwehrsystem noch nicht auf die Tetanus-Erreger „eingeschossen“. Darum beobachtet man am häufigsten dann lediglich eine Rötung und Schwellung am Impfgebiet. Wird dann nach einiger Zeit eine Auffrischungsimpfung vorgenommen, kann die Reaktion des Abwehrsystems wesentlich stärker ausfallen, je nachdem wie gut der Impfschutz der vorangegangenen Impfung noch vorhanden ist. Im Allgemeinen muss Tetanus nach etwa 10 Jahren aufgefrischt werden. Da aber der Impfschutz nicht bei jedem genau gleich schnell/langsam wieder vergeht, kann es durchaus sein, dass zum Zeitpunkt der Auffrischung noch sehr guter Schutz vorhanden ist. Dem entsprechend heftig kann dann die Abwehrreaktion des Körpers ausfallen. Bis zu einem bestimmten Maß ist sie unbedenklich, z.B. wenn sie regional begrenzt bleibt und nicht systemisch wird.

Ich selbst hatte z.B. nach einer Auffrischungsimpfung 15 Jahre nach der Erstimmunisierung noch eine so starke Reaktion, dass ich 4 Tage lang keine Hose mehr anziehen konnte. Die Ärztin hat die Spritze nämlich in meinen Allerwertesten gepiekst :wink:

Sicherheitshalber würde ich jedoch in jedem Fall den Arzt aufsuchen, damit er darüber informiert ist und im Fall einer Verschlimmerung z.B. einen Abszess ausschließen/behandeln oder weitere Maßnahmen ergreifen kann. Aber erstens denke ich nicht, dass er etwas unternehmen muss und zweitens ist eine rege Reaktion Garant für einen guten Impfschutz.

Gruß
Huttatta

Hallo Huttatta!

die Reaktion auf die Spritze ist eigentlich normal. Bei der
ersten Impfung ist das Abwehrsystem noch nicht auf die
Tetanus-Erreger „eingeschossen“.

Soweit mir bekannt wird nicht gegen den Erreger(clostridium tetani) geimpft.Der Impfstoff besteht aus dem Gift des Bazillus.
(50fach tödliche,durch Formol entgiftete Toxinmenge)

Gruß Feudelio

Hallo Feudelio!

Soweit mir bekannt wird nicht gegen den Erreger(clostridium
tetani) geimpft.Der Impfstoff besteht aus dem Gift des
Bazillus.
(50fach tödliche,durch Formol entgiftete Toxinmenge)

Richtig. Es handelt sich um Tetanol. Bei anderen Impfungen werden auch Teile der Bakterien (z.B. Zellmembranstücke), Virushüllen oder aber auch komplette abgeschwächte Erreger zur Impfung benutzt. Im Endeffekt haben sie aber alle zur Folge, dass der Körper die entsprechenden Substanzen schneller als „feindlich“ erkennt und viel schneller darauf reagieren kann. Im Fall von Tetanol führen die durch die aktive Immunisierung sehr schnell ausgeschütteten Immunglobuline (Tetagam: wird auch als Impfstoff bei der passiven Immunisierung benutzt) zur Unempfindlicheit gegenüber des Gifts der Tetanus-Erreger. Die bei der Impfung stattfindende Reaktion ist jedoch analog zur Reaktion gegen Viren oder Bakterien, die sich überwiegend an der Injektionsstelle befinden. Also kommt es - meist lokal begrenzt - zu den typischen Entzündungszeichen (Rötung, Schwellung, Wärme und Schmerz). Und je nach bestehendem Impfschutz kann diese Reaktion schwächer oder stärker ausfallen. Auch bei anderen Erregern richtet sich die Abwehrreaktion in den meisten Fällen nicht gegen den kompletten Erreger sondern gegen Teile davon oder die Gifte. Um den Erreger selbst unschädlich zu machen genügt dies oft. Und im Fall der Immunisierung gegen das Gift erledigt das Abwehrsystem den Rest allmählich von alleine, während der Teil, der sich gegen das Gift richtet dem Körper quasi lediglich die benötigte Zeit zur Reaktion gegen den Erreger verschafft, ohne dass die bereits während der Reaktionszeit vom Erreger produzierten Gifte dem Körper Schaden zufügen können. Man kann es mit einer kugelsicheren Weste vergleichen: Der Erreger schießt schon mal, kann den Wächter aber bis zum Eintreffen der bewaffneten Verstärkung nicht ernsthaft verletzen. Naja, der Vergleich hinkt zwar etwas, taugt aber trotzdem, glaube ich, gerade so zur Verdeutlichung.

Gruß
Huttatta

Hallo liebe Impfexperten,

Hallo Superaxel!

kann es sein dass manche Leute eine allergische Reaktion auf
eine Tetanusimpfung haben?

Jau, zu denen gehöre ich auch. Nachdem mich mein Hausarzt vor eineinhalb Wochen gegen Tetanus und Polio geimft hat, bekam ich starke juckende Rötungen an Arme, Beine, unterhalb der Achseln und „eine andere Stelle“ (ich sag nicht welche!).

Weiß jemand wie lange sowas andauern kann?

Bei mir gibt es immer noch einige Stellen an denen die Haut gerötet ist.

Und was man dagagen tun kann?

Wie alle anderen schon sagten, ab zum Arzt.

Danke für Tipps

Bitte

A.

JB

Danke für Eure zahlreichen Hinweise
Die Story ging jetzt so weiter, dass sich der Nerv im Oberarm entzündet hat, und sie ihren Arm zwei wochen lang schonen soll

-(. Stellt sich die Frage ob man sich bei solchen Reaktionen überhaupt noch impfen lassen soll.

Lieben Gruß in die Runde.

Axel