Hallo geisha,
die Toxoplasmose (Toxoplasma gondii - Einzeller) ist in der Regel eine harmlose Erkrankung, die meist unbemerkt, oder aber mit Lymphknotenschwellung in der Halsregion, verläuft. Der Durchseuchungsgrad der Bevölkerung beträgt 60-80%. Eine Erstinfektion in der Schwangerschaft kann jedoch für das ungeborene Kind gefährlich werden.
Die Übertragung erfolgt durch den Genuss von rohem bzw. nicht ganz durchgekochtem Fleisch, Tröpfchen- oder Schmierinfektion (Händewaschen bei jeder Gelegenheit) oder über Katzenkot, z. B. beim Reinigen des Katzenklos, sodass die meisten Katzenbesitzer bereits Antikörper haben und sich nicht mehr infizieren können.
Zur Diagnosestellung wird in erster Linie die Bestimmung der Antikörper im Blut verwendet.
Vor Oktober/98 gehörte die Toxoplasmose-Antikörperbestimmung zum Standardprogramm in der Schwangerschaftsvorsorge und wurde in den Mütterpass eingetragen (Antikörper-pos. oder -neg.). Wie vieles andere, so ist auch diese Untersuchung dem Rotstift zum Opfer gefallen und wird seitdem nicht mehr von den Kassen bezahlt.
Mein Rat: Antikörperbestimmung durchführen lassen und selber zahlen (je nach Labor, wo der Arzt das Blut hinsendet, kostet es ca. zwischen 15-25 €). Falls du nämlich bereits Antikörper hast, musst du dir wegen einer möglichen Toxoplasose-Infektion keine Sorgen mehr machen.
Weiterhin ist es so, wenn man seronegativ ist und tatsächlich während der Schwangerschaft eine Infektion bekommen sollte, so ist sie im Gegensatz zu bestimmten anderen Infektionen sehr gut mit Antibiotika behandelbar, sodass das Baby auf jeden Fall gesund bleibt. Beim Verdacht auf frische Toxoplasmose zahlt die Kasse den Test!
Als nächstes wird die LISTERIOSE (bakterielle Infektion), vor allem durch Rohmilchprodukte übertragen. Darunter fallen neben
Roh- oder Vorzugsmilch, weiche und mittelharte Rohmilchkäse.
So gut wie jeder Käse wird aus Rohmilch gemacht,
Bei Hart- und Schnittkäse (Deklarationspflicht) aus Rohmilch kann dieses Risiko ausgeschlossen werden, da Krankheitserreger aufgrund des niedrigen Wassergehaltes und hohen Salzgehaltes während der langen Reifungsdauer nicht überleben können.
Meiden sollte man die Rohmilch und Produkte daraus, wie Camembert, Romadur und halbfesten Schnittkäse.
Eine interessante Seite hierzu:
http://www.neun-monate.de/Rohmilchkaese.html
und es sind gerade nur diese Wurstsorten die
ich mag. Auch Leber- u. Teewurst soll ich nicht. Ich esse
sowieso mittlerweile kein Fleisch mehr (ich kann es nicht
riechen und essen schon gar nicht). Was kann ich denn essen?
Du hast eine äußerst gewissenhafte Ärztin. Ich denke, dass nicht alle Frauen so viele Informationen von ihrem Frauenarzt erhalten.
Was aber einer gewissen Vorsicht dienen soll, sollte allerdings nicht auf eine totale Verunsicherung hinauslaufen. -
Toxoplasmose, Listeriose und Vitamin A-Überdosierung in der Schwangerschaft (Leber, Leberwurst) kommen zwar recht selten vor, stellen aber, wenn man nicht darauf achtet, immerhin eine gewisse Gefahr dar. In der Schwangerschaft ist man z. B. viel anfälliger für Listerien als sonst, daher sind die Infizierten in der Mehrzahl Schwangere, aber auch Menschen mit Immunschwächen.
Wenn du also einige Dinge beachtest, ist es ansonsten sehr wichtig, dass du das was du isst, mit Appetit ist!!!
Gut durchgebratenes Fleisch sollte hin und wieder gegessen werden, denn das Vitamin B12 bekommt man sonst nicht!! Der Körper nutzt 20% des Eisens aus Fleisch und 5% des Eisens aus pflanzlichen Nahrungsmitteln. Trotzdem ist die Eisenversorgung kaum gefährdet, wenn man beachtet, was man zusammen isst: Vitamit C fördert z. B. die Eisenaufnahme enorm, sodass frisches Obst oder Salat zu Fleisch passt.
Dagegen sind Tannine, Gerbsäuren in Rotwein oder Tee dazu ungünstig, weil sie die Eisenaufnahme verhindern. Ähnliches gilt für oxalsäurehaltige Nahrungsmittel (z. B. Spinat, Rhabarber).
Und wenn du dich auf die Mahlzeit freust, produzierst du schon fleißig Verdauungssäfte, denn nur mit genügend Magensäure ist man in der Lage, das Eisen aus der Nahrung auch aufzunehmen. Was hier so nüchtern klingt, ist aber oft die Ursache für Eisenmangelanämien auf Grund einer Resorptionsstörung.
Ansonsten gilt auch für die Ernährung in der Schwangerschaft der goldene Mittelweg:
Vielseitigkeit und von jedem etwas - aber bitte mit Genuss!!!
Alles Gute wünscht
Renate