Flüssigkeitsbedarf

Liebe ExpertInnen,

den meisten Menschen wohnt ein Bedürfnis inne, mehr zu essen, als ihnen bekommt; andererseits lese ich dauernd, dass der Mensch nicht genug trinkt. Woher kommt dieser Widerspruch? Wenn es stimmt, ist das irgendwie physiologisch zu erklären oder müssen wir dazu in der Psyche graben - Urangst vor dem Ersaufen vielleicht? Wer weiß was?

Danke für jede Antwort!

:wink:)) bissl off topic
Also das bischen was ich esse, kann ich auch trinken. Und fünf Bier sind auch eine Mahlzeit, doch dann hat man noch nichts getrunken…

Dabei fällt mir was ein… siehe Nutztiere…

PROST!!!

olli

Ich habe mal irgendwo gelesen, daß viele Menschen auf ein leichtes Durstgefühl mit Essen reagieren, statt mit trinken, weil wir es irgendwie „falsch gelernt“ haben.
Wenn ich mich selbst betrachte könnte an der Theorie schon was dran sein.

LG
Stuffi

Kann ich bestätigen
Hi Stuffi,

wenn ich „eigentlich“ Durst habe, ertappe ich mich oft dabei zu essen - charakteristischerweise Lebensmittel mit hohem Flüssigkeitsgehalt, wie zB. Obst & rohes Gemüse (ich bin ein Obstmaniac).

Mir wurde das Trinken in der Kindheit leider systematisch aberzogen, es war z.B. untersagt, bei Tisch zu trinken.

Viele Grüße
Diana (die sich zum Trinken zwingen muß)

Hallo,

Danke für jede Antwort!

Wirklich? OK, hier kommt eine wilde Spekulation von mir:

Ich meine gelesen zu haben, dass der Flüssigkeitsbedarf von Bewohnern heißer und wasserärmerer Gegenden weitaus niedriger als der unsrige ist. Was ja paradox klingt. Was wäre aber, wenn deren Flüssigkeitsbedürfnis das „natürliche“ wäre und das unsrige durch ein Übermaß/Uberschß an Wasser sozusagen „künstlich hochgezüchtet“ ist - womit ich nicht meine wir bäuchten diese Mengen gar nicht, denn wenn die Zellen etc. es so gewohnt sind, ist es auch notwendig - aber: das Stammhirn weiss davon nix und spricht: soviel Wasser brauchen wir nicht …

Warum das verflixt nochmal mit dem Essen nicht genauso ist, wüsst ich auch gerne :wink:

LG
Heidi

Hallo drambeldier,

auch eine Spekulation: Durch erhöhte Nahrungszufuhr kann man (Fett)reserven für eventuell kommende magere Zeiten anfuttern (ist in vielen Zivilisationen zwar inzwischen reichlich überflüssig, aber das ist ein anderes Thema).

Meines auf diesem Gebiet reichlich begrenzten Wissens nach ist der Mensch rein physiologisch allerdings nicht in der Lage, Wasser/Flüssigkeit langfristig für dürre Zeiten zu speichern, so daß eine vergleichbar "über"mäßige Flüssigkeitszufuhr sinnlos wäre.

Viele Grüße
Diana

hi diana,

Mir wurde das Trinken in der Kindheit leider systematisch
aberzogen, es war z.B. untersagt, bei Tisch zu trinken.

hilfe, warum denn das?!?!?!
das ist ja auch gemein irgendwie, oder?
bei uns war das erlaubt, es ist auch ganz normal, ein menschliches bedürfnis würde ich mal so sagen.

grüsse zurück
swony

Mit bestem Wissen & Gewissen
Hi swony,

meine Eltern sind noch vom „alten Schlag“ (in den 20ern geboren): Sie glaubten tatsächlich, viel zu trinken sei schädlich, insbesondere in Zusammenwirkung mit Essen.

Hör Dich mal bei älteren Leuten um, diese Ansicht war früher durchaus verbreitet.

Viele Grüße
Diana

Huhu,

meine Eltern sind noch vom „alten Schlag“ (in den 20ern
geboren): Sie glaubten tatsächlich, viel zu trinken sei
schädlich, insbesondere in Zusammenwirkung mit Essen.

Oder bei kleinen Kindern während dem Essen…die könnten ja dann vom Trinken schon satt sein.

Hör Dich mal bei älteren Leuten um, diese Ansicht war früher
durchaus verbreitet.

Oder wenns heiß ist im Sommer…O-Ton Oma: „Ich darf nicht so viel trinken, sonst schwitze ich so“ :frowning:

Auch Grüße
Maja

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Beim Flüssigkeitsbedarf würde ich erst mal nicht psychologisieren - später vielleicht :wink:

Wir können uns das so vorstellen:

  1. jede Zelle braucht einen gewissen „osmotischen“ Innendruck, um zu funktionierern (bei Pflanzen sieht man das an den Blättern)
  2. jede Zelle, jedes Organ, hat einen „Elektrolyt-Haushalt“, also ein Gleichgewicht zwischen unterschiedlich geladenen Ionen, wodurch auch das Wasser entweder hinein oder hinaus diffundiert.
  3. Der Blutkreislauif funktioniert nur dann gut, wenn es ein optimales Verhältnis fester zu flüssiger Substanz gibt (Hömatokrit). Wenn das Blut eindickt, kommt es zu Problemen.
  4. Die Nieren sind darauf ausgelegt, viel Flüssigkeit zu filtrieren. Ist der Durchfluss gering, wird wenig Harn produziert aber auch wenig rückrefundiert. So hält man Trockenperioden gut aus.
    ABER:
    Wo wenig „Spülung“, dort viel Dreck.
    Wissenschaftlich gesagt: hoch konzentrierte Körperflüssigkeit (Lymphe, Blut) kann sowohl in der einzelnen Zelle als auch in der Niere als Ausscheidungsorgan Ablagerungen mit sich bringen.
    Im Bereich der Niere nennt man das Konkrement (bestehend aus Harnsäure oder Silikaten), und das kann sich als „Sand“ oder „Stein“ schmerzhaft bemerkbar machen (Koliken).

Wenn Menschen in Trockengebieten gut damit auskommen, haben sie sich in der Evolution offenbar angepasst.
Für uns im nassen Europa gilt:

2-3 Liter Wasser pro Nase und Tag (ohne Alkohol, Mineralzusatz und Kohlensäure) in kleinen Portionen auf den Tag verteilt ist optimal.
Wer viel schwitzt, braucht mehr.

Weshalb wir so wenig trinken, ist leicht beantwortet:
Die Menge an eingebrachter Flüssigkeit wird andersrum wieder ausgeschieden, allerdings darin gelöst sind all die Stoffe, die ausgeschieden werden sollen. Das ist der Vorteil.
Nachteil ist: in der Öffentlichkeit gibt es zu wenige Klo’s , und so ein richtig krasser Harndrang unterwegs kann zur Verzweiflung führen.

Ich stelle mir vor, es ist also ein Effekt der Manager- und Erfolgs-Ästhetik , weshalb uns das Trinken vermiest wurde: faltenlos, gestylt, und erfolgreich: das lässt nie und nimmer ein Zappeln, Zusammenkneifen und schon gar keine drängende Klo-Frage zu.
Das haben manche Eltern ihren Kindern schon schön „abtrainiert“ (es ist auch nicht chic, trendy oder styly, ein angepieseltes Kind am Arm zu tragen).

Zur Flüssigkeitsbilanz (Verhältnis von aufgenommener zu ausgeschiedener Menge) zählen natürlich auch alle wasserreichen Nahrungsmittel, Obst, Suppen, Tees.

Bei Tee und Kaffee ist anzumerken, dass das enthaltene Koffein Wasser bindet bzw. auch zu einem vermehrten Harndrang führt. Deshalb immer mindestens 1/4l Wasser zum Kaffee trinken.
Das weltbekannte braune Ami-Getränk, für das niemand Werbung machen muss, ist tückisch: viel Flüssigkeit, aber doch kein Getränk. Man müsste beinahe ebenso viel reines Wasser trinken, um eine bestimmte Menge C…a wieder zu kompensieren.

Also besser einmal zu viel gezappelt als umgeklappt oder mit Kolik zum Doc gehoppelt.

Volkmar

Kann es nicht auch daran liegen, dass man schneller trinkt als ißt? Wenn ich mir vorstelle, dass ich einen Liter feste Nachrungsmittel zu mir nehme oder einen Liter Flüssigkeit trinke, ist das schon ein großer Unterschied. Allein wenn ich daran denke, mit welcher Geschwindigkeit das eine und das andere im Magen ankommt. Der Magen hat bei der festen Nahrung viel mehr Zeit, sich auf das Volumen einzustellen. Man hat beim Trinken eher das Gefühl satt zu sein.

Die Erfahrung, dass ich Hunger bzw. Appetit mit Durst verwechsle, habe ich auch schon gemacht.

Viele Grüße
Utemaus

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ein wenig ot:
Hi Utemaus,

Kann es nicht auch daran liegen, dass man schneller trinkt als
ißt? (…) Der Magen hat bei der festen Nahrung
viel mehr Zeit, sich auf das Volumen einzustellen.

Beim Trinken auf leeren Magen rauscht die Flüssigkeit durch den Magen direkt in den Darm. Klingt verblüffend, aber jeder Biertrinker wird dir bestätigen, dass es nicht einfach ist, nach einem guten Essen eine Halbe auf Ex hineinzuschütten, es passt einfach nicht genug hinein. Nüchtern geht das ganz locker.

(zum ursprünglichen Thema trägt das leider nichts bei)

Gruß Ralf

Hallo Ralf,
dann muss ich wohl noch etwas üben mit dem Trinken -
also ich bin nach zwei großen Gläsern Wasser auf nüchternen Magen immer pappsatt. :smile:)

Viele Grüße
Utemaus

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

Mir wurde das Trinken in der Kindheit leider systematisch
aberzogen, es war z.B. untersagt, bei Tisch zu trinken.

hilfe, warum denn das?!?!?!
das ist ja auch gemein irgendwie, oder?
bei uns war das erlaubt, es ist auch ganz normal, ein
menschliches bedürfnis würde ich mal so sagen.

Hab ich auch mal erlebt (bei zwei verschiedenen Familien): erster Grund war: es gibt Suppe, da ist genug Flüssigkeit drin!
zweiter Grund war: die Magensäure wird dabei zu sehr verdünnt und der Magen kann nicht mehr gut genug verdauen.

Egal. Mir geht es richtig gut, wenn ich ein paar Liter am Tag trinke. Saft, Wasser… lecker… *gg

Grüsse

Andreas

PS: Kann das eigentlich sein mit der Magensäure??