Beim Flüssigkeitsbedarf würde ich erst mal nicht psychologisieren - später vielleicht 
Wir können uns das so vorstellen:
- jede Zelle braucht einen gewissen „osmotischen“ Innendruck, um zu funktionierern (bei Pflanzen sieht man das an den Blättern)
- jede Zelle, jedes Organ, hat einen „Elektrolyt-Haushalt“, also ein Gleichgewicht zwischen unterschiedlich geladenen Ionen, wodurch auch das Wasser entweder hinein oder hinaus diffundiert.
- Der Blutkreislauif funktioniert nur dann gut, wenn es ein optimales Verhältnis fester zu flüssiger Substanz gibt (Hömatokrit). Wenn das Blut eindickt, kommt es zu Problemen.
- Die Nieren sind darauf ausgelegt, viel Flüssigkeit zu filtrieren. Ist der Durchfluss gering, wird wenig Harn produziert aber auch wenig rückrefundiert. So hält man Trockenperioden gut aus.
ABER:
Wo wenig „Spülung“, dort viel Dreck.
Wissenschaftlich gesagt: hoch konzentrierte Körperflüssigkeit (Lymphe, Blut) kann sowohl in der einzelnen Zelle als auch in der Niere als Ausscheidungsorgan Ablagerungen mit sich bringen.
Im Bereich der Niere nennt man das Konkrement (bestehend aus Harnsäure oder Silikaten), und das kann sich als „Sand“ oder „Stein“ schmerzhaft bemerkbar machen (Koliken).
Wenn Menschen in Trockengebieten gut damit auskommen, haben sie sich in der Evolution offenbar angepasst.
Für uns im nassen Europa gilt:
2-3 Liter Wasser pro Nase und Tag (ohne Alkohol, Mineralzusatz und Kohlensäure) in kleinen Portionen auf den Tag verteilt ist optimal.
Wer viel schwitzt, braucht mehr.
Weshalb wir so wenig trinken, ist leicht beantwortet:
Die Menge an eingebrachter Flüssigkeit wird andersrum wieder ausgeschieden, allerdings darin gelöst sind all die Stoffe, die ausgeschieden werden sollen. Das ist der Vorteil.
Nachteil ist: in der Öffentlichkeit gibt es zu wenige Klo’s , und so ein richtig krasser Harndrang unterwegs kann zur Verzweiflung führen.
Ich stelle mir vor, es ist also ein Effekt der Manager- und Erfolgs-Ästhetik , weshalb uns das Trinken vermiest wurde: faltenlos, gestylt, und erfolgreich: das lässt nie und nimmer ein Zappeln, Zusammenkneifen und schon gar keine drängende Klo-Frage zu.
Das haben manche Eltern ihren Kindern schon schön „abtrainiert“ (es ist auch nicht chic, trendy oder styly, ein angepieseltes Kind am Arm zu tragen).
Zur Flüssigkeitsbilanz (Verhältnis von aufgenommener zu ausgeschiedener Menge) zählen natürlich auch alle wasserreichen Nahrungsmittel, Obst, Suppen, Tees.
Bei Tee und Kaffee ist anzumerken, dass das enthaltene Koffein Wasser bindet bzw. auch zu einem vermehrten Harndrang führt. Deshalb immer mindestens 1/4l Wasser zum Kaffee trinken.
Das weltbekannte braune Ami-Getränk, für das niemand Werbung machen muss, ist tückisch: viel Flüssigkeit, aber doch kein Getränk. Man müsste beinahe ebenso viel reines Wasser trinken, um eine bestimmte Menge C…a wieder zu kompensieren.
Also besser einmal zu viel gezappelt als umgeklappt oder mit Kolik zum Doc gehoppelt.
Volkmar