Pfefferminz und Butterkekse

hallo,
ob ich jetzt hier richtig bin, weiß ich nicht. Ich benötige keinen medizinischen Rat. Aber ich brauche eine "wissenschaftliche " ERklärung für folgende Phänomene:
Nimmt man Pfefferminz zu sich, schmeckt hinterher alles „kalt“! Das Einatmen ist auch kalt! Hat das was mit Gefäßerweiterung zu tun?
Lässt man Butter, bzw. Butterkekse länger im Mund, stellt sich ein Wärmegefühl ein!
Warum?
Das wollte ich schon immer mal wissen, aber niemand konnte es mir bis jetzt erklären…
„Simone“

Hallo Simone,

Pfefferminz enthält ätherische (=flüchtige) Öle, diesen lassen beim Verdampfen Verdunstungskälte zurück. Wasser macht das auch, halte einfach einen feuchten Finger in den Wind und Du bekommst insbesondere in dieser Jahrezeit dieses Phänomen sofort mit. Das mit dem Butterkeks ist schwieriger, da bin ich mir nicht so ganz sicher…

Gruß

Michael

Hi Simone,

die Pfefferminze irritiert Deine Nerven, die für die Kälteempfindung zuständig sind. Menthol macht das auch.

Mir ist mal bei einer Erkältung empfohlen worden Menthol ins Badewasser zu tun. Ich hab aber aus Versehen deutlich mehr reingetan als empfohlen, dachte aber viel hilft viel und hab mich in die Wanne gesetzt.
Selten hab ich so jämmerlich gefrohren, obwohl das Wasser nachweislich 39 °C hatte (Thermometer).

Bei Butter hab ich keine Erklärung parat.

Gandalf

Hi,

Methol ist Bestandteil von Pfefferminz und ein Alkohol und wenn der verdunstet, dann wirds halt kalt, auch in der Badewanne :smile:

Gruß Maja

Hi Maja,

Methol ist Bestandteil von Pfefferminz und ein Alkohol und
wenn der verdunstet, dann wirds halt kalt, auch in der
Badewanne :smile:

das hat mit Verdunsten wirklich nichts zu tun, allein schon weil die Verdampfungsenthalpie von Wasser sehr viel größer ist als die von Menthol.

Gandalf

Hi Gandalf,

erklärst Du’s mir bitte? Das interessiert mich dann doch.

LG Maja

Hallo Gandalf,

wenn Du Deinen Finger z. B. mit Alufolie umwickelst und dann ätherische Öle draufkippst (z. B. japanisches Heilpflanzenöl), wirds auch kalt. Das kann man doch dann nicht mit der Nervenirritation erklären, oder? Beim Verdampfen kommt es auch nicht nur auf die Verdampfungsenthapie an sondern auch auf den Siedepunkt. Und der müßte bei Menthol so grob geschätzt um 40 Grad liegen, oder? Die Sache mit der „Nervenirritation“ funktioniert mit Kokain. Aber da dauerts auch eine Weile bis es kalt wird (wegen der dann folgenden schwächeren Durchblutung durch den vasokonstriktorischen Effekt.)
Gruß
Michael

Hi Maja,

wie ich schon im ersten Beitrag schrieb, werden von Methol die kälteempfindlichen Nerven irritiert, will meinen, sie kriegen ein Signal und geben es auch brav weiter.

Gandalf

Hi Michael,

dann zitier bich mal wieder meine Lieblingsquelle, den Römpp

M. erzeugt beim Einreiben auf der Haut (bes. an Stirn u. Schläfen) infolge Oberflächenanästhesierung u. Reizung der kälteempfindlichen Nerven bei Migräne u. dgl. ein angenehmes Kältegefühl; tatsächlich zeigen die betreffenden Stellen normale od. erhöhte Temperatur.

Die Diastereomeren, die destillativ getrennt werden können, werden als Neoisomenthol, Isomenthol, Neomenthol [(+)-Form: Bestandteil des japan. Pfefferminzöls] u. Menthol bezeichnet. Wichtigstes Isomer ist (–)-M. (Levomenthol), glänzende, stark pfefferminzartig riechende Prismen, D420 0,890, Schmp. 31, 33, 35 u. 42,5–43 °C (existiert in vier verschiedenen Modif.), Sdp. 216 °C,

Also die Schmelzpunkt liegt so um die 40 °C, der Siedepunkt deutlich höher

Gandalf

Hallo,

also ich hab da was gefunden, das erklärt glaub ich genug :smile:

http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/nano/…

Gruß Maja

Hi Gandalf,

der Römmp ist natürlich ein starkes Argument, da hab ich mich doch auch noch mal auf die Suche begeben:

Menthol erregt tatsächlich Kälterezeptoren. Das hat also sicher mit dem Kältegefühl zu tun, da hast Du recht. Dies sollte normalerweise eine Gefäßverengung (und damit tatsächliche Ankühlung der Oberfläche)zur Folge haben, das ist aber in geringer Dosierung nicht nachgewiesen.

Aber das feste Menthol hat auch einen erhaeblichen Dampfdruck und kühlt tatsächlich rein physikalisch. (Aber „Siedepunkt“ war natürlich falsch in diesem Zusammenhang, da hast Du recht´, der Schmelzpunkt war das. )

Eine direkte Gefäßwirkung solls wohl auch noch geben, aber das wollen wir uns mal schenken…

Also, was das KälteGEFÜHL bei geringen Mengen Menthol angeht, bist Du wohl mit Deiner Erklärung richtiger, da hast Du mich überzeugt. Was die tatsächliche Kälte angeht (aber das war genau genommen ja eben nicht die Frage) liege ivh wohl richtiger.

Einverstanden?
Bleibt der Butterkeks…

Michael

Ein Keks für alle Pfefferminzler
Hallound Danke,
ihr seid, was Pfefferminz betrifft, nahezu genial.
Ich denke in Grundzügen habe ich das jetzt verstanden!!! Danke!
Bleibt der Keks!
„Simone“