Bronchoskopie ohne Prämedikation?

Hallo Kollegen,

bei einer Freundin von mir wurde gestern eine Bronchoskopie aufgrund rezidivierender unklarer Hustenanfälle (seit 1 Woche, therapierefraktär unter Antibiotika und Urbason, seit dem Wochenende mäßig ansprechend auf Kombination von Codein, Tavegil und Urbason) durchgeführt.

Der niedergelassene Kollege (Pneumologe) sagte zu meinem und ihrem Erstaunen (sowie auch zum Erstaunen des behandelnden Hausarztes), sie könne selbst mit dem Auto kommen und auch wieder gleich danach fahren. Zur Sicherheit hat sie ihr Ehemann aber doch gefahren, jedoch der Kollege lehnte dann in der Praxis eine Prämedikation ab. Ihr könnt Euch vorstellen, dass bei dieser Untersuchung es dann nicht ganz komisch war, da meine Freundin heftig zu würgen und zu husten hatte. Hinzu kam, dass sie psychisch nicht ganz so hart im nehmen ist und durch die Krankheit hinzu noch etwas matt war. Der Kollege brüllte sie dann an, sie solle sich nicht so haben und bohrte mit dem Bronchoskop weiter, spülte kräftig (was die Panik nicht zwingend verminderte) und brach schließlich die Untersuchung ab. Ohne ein Wort zu verlieren, verließ er den Raum und ließ durch durch die ebenfalls sich ziemlich robust verhaltende Arzthelferin übermitteln, dass die Ergebnisse an den Hausarzt geschickt würden.

Dass dies Benehmen kein Einzelfall ist (meiner Meinung nach jedoch kaum zu entschuldigen), möchte ich hier gar nicht diskutieren.

Jedoch ist es mir völlig neu, dass eine Bronchoskopie (bei Gastroskopien habe ich das sehr wohl schon erlebt) ohne Prämedikation durchgeführt wird und ich finde das im Hinblick auf die vorliegende Situation noch viel schlimmer…

Daher bitte ich um Auskunft, ob das „lege artis“ abgelaufen ist, ob (meine Freundin fragte mich direkt danach) man möglicherweise dem Kollegen über die ÄK eins auf den Deckel geben kann/muss/soll. Ich als AiP bin da ein wenig überfragt und verunsichert, sowie aus Patientensicht auch reichlich sauer.

Danke für Eure Antworten (ggf. auch per Mail, wenn das hier nicht breitgetreten werden soll),

Claudia

Hallo Claudia,

ich bin zwar kein Arzt, aber wenn ich als Patient so behandelt worden wäre, hätte der Herr eine Beschwerde am Leib, die sich gewaschen hätte. Nebenbei hätte ich den Eingriff unter diesen Bedingungen abgelehnt, ich würge schon, wenn ich mit der Zahnbürste zu tief putze.
Das der Arzt mich insgesamt dreimal gesehen hat (zum ersten, einzigen und letzten mal) brauche ich wohl nicht zu betonen.

Gandalf