Da ich den ganzen Tag beruflich bedingt sehr viel sprechen muß, bin ich ständig heiser. Man sagte mir, ich solle zu einem Logopäden gehen, und lernen, wie man spricht, und dabei die Stimmbänder so nutzt, daß sie geschont werden, ich also nicht jeden Abend heiser bin.
Meine Frage nun:
Wie läuft das Lernen dieser Sprechtechnik ab?
Ich stelle mir vor, daß man 10 oder 20 Mal zu einem Logopäden geht und mit diesem die entsprechenden Übungen durchführt und lernt.
Oder ist das ein langwieriger Prozeß? Muß ich über Monate eine „Sprechtherapie“ machen?
Hallo Yvi,
ich bin kein Logopäde.
Ob eine logopädische Behandlung hier etwas bringen könnte, weiß ich nicht wirklich, ich wäre aber skeptisch. Bedenke: Eine logopädische Sitzung kostet etwa 40 EURO und nicht jede Kasse übernimmt diese.
Chronische Reizungen der Stimmbänder infolge Überbeanspruchung können medikamentös behandelt werden. Zahlreiche Opernsänger schwören auf die zeitweise Einnahme von Gelomyrtol forte Kapseln, die man frei in der Apotheke kaufen kann. Auch von der Sängerin Sarah Connors habe ich dies kürzlich in einem Interview gelesen.
Wichtig erscheint mir zunächst eine HNO-ärztliche Kontrolle inkl. Kehlkopfspiegelung zur Sicherung einer nur unspezifischen lokalen Reizung der Stimmbänder.
Viele Grüße. Thomas
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
bin zwar auch keine Logopädin, aber bald Phonetikern.
Ich muss Thomas widersprechen: Durch eine falsche Sprechweise kann es sehr wohl zu Schädigungen der Stimmbänder kommen, und gerade für „Berufssprecher“ ist es daher wichtig, eine richtige Phonation zu erlernen, da sonst irreparable Schäden entstehen können.
Vielleicht wäre ein HNO-Arzt-Besuch auch angebracht, das kann ich nicht beurteilen, aber ein Logopäde oder auch ein guter Rhetorik-Lehrer wäre sicherlich die richtige Adresse für Dich. Ich denke nicht, dass das langwierig werden würde.
Grüße,
Altraia
Chronische Reizungen der Stimmbänder infolge Überbeanspruchung
können medikamentös behandelt werden. Zahlreiche Opernsänger
schwören auf die zeitweise Einnahme von Gelomyrtol forte
Kapseln, die man frei in der Apotheke kaufen kann. Auch von
der Sängerin Sarah Connors habe ich dies kürzlich in einem
Interview gelesen.
Wichtig erscheint mir zunächst eine HNO-ärztliche Kontrolle
inkl. Kehlkopfspiegelung zur Sicherung einer nur
unspezifischen lokalen Reizung der Stimmbänder.
Hallo, Yvi,
vielleicht helfen Dir meine Erfahrungen aus meiner Bundeswehrzeit:
Da es dort ja gelegentlich auf sehr lautes Sprechen ankommt (Kommandos bei der Formalausbildung quer über den Kasernenhof z.B.) waren wir zu Beginn der Ausbildung ständig so heiser, dass nur noch Krächzen heraus kam. Dann wurde uns gezeigt, wie man Kehlkopf, Mundhöhle, Atem richtig einsetzt. Von da an ging es ohne wunde Kehle.
Ich kann mir vorstellen, dass eine Sprechausbildung (Mal im Theater fragen) schon eine Menge bringt. Es geht nur darum die richtige Technik erklärt zu bekommen und sie einzuüben. Das geht u.U. sehr rasch.
Grüße
und viel Erfolg
Eckard.
Hallo Altraia,
ich bitte um Nachsicht, daß ich nicht weiß, was eine Phonetikerin macht; ist dies ein kurativer Beruf?
Chronische Heiserkeit, die Yvi beklagt, gehört aus meiner Sicht fachärztlich abgeklärt, selbst dann wenn ein naheliegender Grund als Erklärung vorliegen mag.
Meines Wissens muß ärztlicherseits ein Verordnungsbogen für eine logopädische Behandlung ausgestellt werden, d.h. jede sprachtherpeutische Behandlung verlangt die ärztliche Indikationsstellung.
Gern will ich akzeptieren, daß die Logopädie auch bei übermäßiger Stimmbeanspruchung eine therapeutische Option ist, wenn sie erstens stabile Stimmbänder erreichen kann und zweitens auch geeignet ist, Rezidive zu verhindern. Ein organischer Befund muß jedoch ausgeschlossen sein, dies kann bei allem Respekt nicht durch den Logopäden/-in erfolgen.
Ohne hier auf eigene therapeutische Erfahrungen zurückgreifen zu können, ich bleibe skeptisch, daß eine logopädische Behandlung dies (vor allem) schnell und gar dauerhaft schaffen kann.
By the way, ich habe mal in der Gebührenordnung für Logopäden geblättert: 10 Behandlungsstunden (übliche Ersteinheit bei Verordnungen) inkl. Vor- und Nachbetreuung und Befundbericht kosten doch etwa 500 €. Ich würde sie nur investieren, wenn ansonsten nix an den Stimmbändern angebrannt ist, aber auch einplanen, daß (mindestens) eine Wiederholung eines 10er notwendig sein könnte.
Viele Grüße. Thomas
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Im Phonetikstudium (ist übrigens ein eigenes Fach an manchen Unis) befasst man sich mit allem, was mit gesprochener Sprache zu tun hat, also mit Spracherzeugung, Schallübertragung, Schallrezeption durch den Hörer usw., und wie man z.B. Sprache künstlich erzeugen oder auch übertragen und verarbeiten kann. Dem Phonationsprozess sowie Aspekten der Stimmbildung wird im Studium viel Aufmerksamkeit gewidmet, so dass ich schon denke, dass ich da mitreden darf
Ich kann mich auch nicht erinnern, gesagt zu haben, dass sie sich nicht auch an einen Arzt wenden könnte. Nur finde ich es falsch, zu sagen, dass ein (eventuell vorliegender) Schaden einfach so mit Medikamenten behandelt werden könnte. Wenn nämlich die Stimmerzeugung von Grund auf pathologisch ist, sollte doch eher die Ursache des Problems behandelt werden.
Hallo Altraia,
vielen Dank für die Info, das klingt sehr interessant. Deine kritische Anmerkung (einfach so … behandeln …) ist vollkommen richtig. Dies war auch mein roter Faden.
Viele Grüße. Thomas
Hallo Thomas,
das erklär ich Dir doch gerne.
Im Phonetikstudium (ist übrigens ein eigenes Fach an manchen
Unis) befasst man sich mit allem, was mit gesprochener Sprache
zu tun hat, also mit Spracherzeugung, Schallübertragung,
Schallrezeption durch den Hörer usw., und wie man z.B. Sprache
künstlich erzeugen oder auch übertragen und verarbeiten kann.
Dem Phonationsprozess sowie Aspekten der Stimmbildung wird im
Studium viel Aufmerksamkeit gewidmet, so dass ich schon denke,
dass ich da mitreden darf
Ich kann mich auch nicht erinnern, gesagt zu haben, dass sie
sich nicht auch an einen Arzt wenden könnte. Nur finde ich es
falsch, zu sagen, dass ein (eventuell vorliegender) Schaden
einfach so mit Medikamenten behandelt werden könnte. Wenn
nämlich die Stimmerzeugung von Grund auf pathologisch ist,
sollte doch eher die Ursache des Problems behandelt werden.