Hallo Jaro,
1)Wenn man sich vor ca. 12 Jahren gegen Hepatitis B hat impfen
lassen, ist es dann o.k. wenn man sich ohne Blutkontrolle
komplett neu impfen läßt( 3 Zyklen)?
Vor 12 Jahren hast du sehr wahrscheinlich eine Basisimpfung = Grundimmunisierung in Form einer 3-fach-Impfung erhalten. Eventuell wurde anschließend der Impftiter serologisch bestimmt, was bei Hepatitis B (im Gegensatz zur A) sinnvoll ist, da die B-Impfung bei manchen Impflingen nicht oder nur schlecht „angeht“ (Non-Responder, Low-Responder), ca. 2%. Die Höhe des Antikörpertiters gibt an, wie lange diese Impfung dich schützen kann, bei einem hohen Titer sind das maximal 10 Jahre, sonst entsprechend weniger.
Egal, wie spät die Auffrischimpfung (Booster) gegeben wird, nach 10 Jahren oder mehr, es genügt nach einmal erfolgter Grundimmunisierung stets EINE einzige Auffrischimpfung. Ab 6 Wochen danach kann man den Antikörpertiter bestimmen lassen - kostet etwa 15-20€. Das Ergebnis mit der entsprechenden Zeit, in welcher man über genügend Antikörper verfügt, sollten zur letzten Impfung in den Impfpass mit eingetragen werden, da dies ja sehr unterschiedlich sein kann.
- Ab wann hat man Impfschutz?
Wer noch keine fertige Grundimmunisierung hat, kommt einige Wochen nach der 2. Impfung auf ca. 75 - 80%, die aber nicht lange so hoch bleiben, wenn man die Grundimmunisierung nicht fertig abschließt.
6 Wochen nach der 3. Impfung sollte der optimale Impfschutz erreicht sein, daher kann man ab dieser Zeit auch Blut abnehmen, um den Impftiter zu testen.
- Was wäre eigentlich, wenn man inzwischen infiziert ist,
ohne es zu wissen und sich dann impfen läßt?
Das kann ich nicht beantworten.
- Hat die Impfung Nebenwirkungen?
Lokalreaktionen (treten bei ca. 2-4% der Impfungen auf) - Rötung, Schwellung, Schmerzen an der Impfstelle (Injektionsstelle) selbst. Diese fühlen sich meist ähnlich wie ein Muskelkater an (z. B. bei zu schneller Injektion).
Allgemeinsymptome wie Temperaturerhöhung (praktisch nie Fieber), Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen können auftreten. Sie sind eigentlich ein Zeichen der Abwehrreaktion des Körpers und damit ein Zeichen für die Ausbildung von Abwehrkräften durch das Immunsystem. Sie sind selten stärker ausgeprägt.
„Engerix B“ laut Roter Liste:
Nebenw.: Selten: Schwindel, Parästhesien, gastrointestinale Stör., erhöhte Leberenzymwerte, Arthralgie, Myalgie,
Ausschlag, Pruritus, Urticaria.
Sehr selten: Anaphylaxie, Serumkrankheit, Synkope, Hypotonie, Paralyse, Neuropathie, Neuritis (einschl. Guillain-Barré-Syndrom, Optikusneuritis u. Multiple Sklerose), Enzephalitis, Enzephalopathie, Meningitis, Konvulsionen, Thrombozytopenie, Arthritis, bronchospasmusähnl. Sympt., Angioödem, Erythema multiforme, Vaskulitis, Lymphadenopathie.
In Einzelfällen kann es zu schwereren Allgemeinsymtomen wie bei einer echten Erkrankung kommen (sehr selten = seltener als 1 Fall bei einer Millionen Impfungen).
Soweit alles klar?
Gruß, Renate