Hallo zusammen,
meine Eltern (66/67) wollen präventiv Darmspiegelungen vornehmen lassen. In den Voruntersuchungen (Stuhlgang) haben sich keine Verdachtsmomente ergeben. In der Familiengeschichte gibt es einen Darmkrebsfall bei der Mutter meines Vaters und einen bei einer Cousine meiner Mutter.
Ist so eine präventive Untersuchung sinnvoll (wie die Werbung behauptet) oder ist sie eher dazu geeignet Geld in die Taschen der Ärzte und Pharmaunternehmen zu spülen?
Unabhängig davon, ob die Untersuchung angebracht ist – wie „gefährlich“ ist sie? Kann sie durch Verletzungen evt. erst zu dem führen, was sie vermeiden sollte?
Hallo Tini,
Es gibt neue Stuhltests, die recht sicher carcinomartige Veränderungen erkennen können.
Bei familiär häufig vorkommenden Darmkrebserkrankungen würde ich eine Spiegelung machen lassen, da hier auch Vorstufen (Polypen) erkannt werden können.
Mögliche Komplikation ist die Perforation des Darms.
Wie häufig so etwas vorkommt, kann ich dir aber nicht sagen.
Gerade im Hinblick auf Polypen kann eine präventive Spiegelung nicht schaden.
Zwar gibt es theoretische Komplikationen (Verletzungen des Darms, o.ä.), allerdings ist eine Spiegelung heutzutage absolute Routine. Die Komplikationen kommen nur äußerst selten vor. Ich würde (habe) mich davon nicht abschrecken lassen.
Bei meinem Vater (damals 65) ist bei einer Darmspiegelung (wg. eines Polypen) vor einigen Jahren der Darm perforiert worden. Er mußte daraufhin mehrfach operiert und nachoperiert werden; ihm wurde relativ viel Darm entfernt, und er hat insgesamt fünf Monate im Krankenhaus - davon sehr viel Zeit auf der Intensivstation - verbracht, weil es immer wieder Komplikationen mit der Heilung gab. Wahrscheinlich kommt so etwas sehr selten vor, aber es kommt vor.
Von dieser Geschichte hat er sich nie wieder vernünftig erholt. Sein ganzer Magen-Darm-Trakt hat nie wieder richtig funktioniert.