Leishmaniose abklären lassen
Hallo Christian,
Bitte jetzt erst einmal keinen Schrecken bekommen.
Deine Beschreibung klingt nach einer „Tropenkrankheit“, die sogar auf Mallorca vorkommt: Leishmaniose, Leishmaniasis; Formen sind unterschiedlich.
Besonders gefährdet sind Menschen mit Immunschwächen oder mit anderen Grunderkrankungen, sowie schlecht ernährte Menschen. Denn normalerweise wird unser Immunsystem beim Befall mit dem Erreger fertig, sodass die wenigsten Touristen sich ein derartiges Andenken aus dem Urlaub mitbringen.
http://www.m-ww.de/krankheiten/tropenkrankheiten/lei…
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Das höchste Risiko sich mit Leishmaniose durch einen infektiösen Sandmückenstich zu infizieren besteht im September, denn zu dieser Zeit ist die Durchseuchungsrate bei den Sandmücken am Höchsten. Betroffen ist vor allem der Mittelmeerraum (wie z.B. Frankreich, Italien, Spanien und Portugal) v.a. in den Küstenregionen sowie auf den Inseln im Mittelmeer wie z. B. den Balearen (Mallorca, Menorca, Ibiza, Formentera und Cabrera), Korsika, Sardinien, Malta, Elba und Griechenland.
Da Sandfliegen speziell in den Stunden nach Sonnenaufgang und abends kurz vor
Sonnenuntergang beißen, kann man Bisse - und somit Krankheiten - mit
körperbedeckender Kleidung und insektenabweisenden Mitteln vorzubeugen.
Es gibt verschiedene Formen der Leishmaniose. Erreger im Mittelmeerraum sind häufig: L. donovani, L. infantum. Es sind Parasiten, Einzeller, Flagellaten (Geißeltierchen).
Es gibt kutane (Orientbeule), mukokutane und viszerale Formen. Letztere, die viszerale Form, Kalar-Azar, ohne sichtbares Hautgeschwür, bei uns sehr selten, zeichnet sich durch eine eher unspezifische Symptomatik aus:
An der Einstichstelle entsteht zunächst ein häufig unauffälliger Herd. Von diesem aus kommt zur hämatogenen (auf dem Blutweg) Streuung der Erreger, die sich anschließend im retikuloendothelialen System (RES) der inneren Organe vermehren. Häufige Symptome sind Hepatosplenomegalie (Milzvergrößerung teils auch Leber-), Fieberepisoden, Erschöpfung, Bronchitiden mit Husten, Leukopenie (Verminderung der Leukozytenzahl).
Nach erfolgter Infektion greift der Erreger das Immunsystem an. Es kommt u.a. zu Gelenkbeschwerden, Gewichtsverlust, Nachtschweiß. Der Verlauf kann unterschiedlich sein, d. h. langsam chronisch, subfebril oder plötzlich auftretend, akut mit hohem Fieber.
Die Inkubationszeit variiert von mindestens 2-4 Wochen über mehrere Monate bis hin zu Jahren.
Wenn es für dich die Möglichkeit gibt, einen Arzt mit tropenmedizinischer Zusatzausbildung aufzusuchen, dann wäre das optimal.
Dein Hausarzt kann aber auch Blut abnehmen, es in ein Labor senden, das einen IIFT (indir. Immunofluoreszenztest) auf Leishmania durchführt, d. h. es werden serologisch Antikörper gegen L. bestimmt. Es gibt aber auch direkte Methoden des Erregernachweises durch Lymphknotenpunktat, usw. Das wird dein Arzt dann sicher wissen.
Alles Gute wünscht
Renate
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