Genetischer Fingerabdruck/Nierentransplantation

Einer meiner Arbeitskollegen hatte schon vor einigen jahren eine Niere transplantiert bekommen und im Zuge eines Gespräches sind wir an folgender Frage hängengeblieben. Kann der Harn eigentlich zur Findung des genetischen Fingerabdrucks herangezogen werden?

Wenn ja, welches Erbgut wird man in dem Harn eines Nierentransplantierten finden, dessen eigene Nieren keinerlei Funktion mehr besitzen und der Harn nur die gespendete Neire durchfließt???

Wird man nur die DNA des Transplantierten finden, die des Spenders oder die Erbsubstanz beider Menschen?

Liebe Grüße und vielen Dank im Voraus, Stoffi

Hallo Stoffi,

ich fürchte, Du unterschätzt die Möglichkeiten der modernen Medizin… :wink:))

Sog. ‚biologisches Material‘ kann praktisch aus jeder beliebigen Körperflüssigkeit, aus Haaren, aus Hautzellen und Schießmichtot gewonnen werden. Von der Niere selbst (die fungiert ja nur als Filter) gelangt zwar nichts in den Urin, aber Vaginal-, Blasen- oder Urethra-Eipthelien (Zellen aus dem die besagten Organe auskleidenden Gewebe) lassen sich in den meisten Fällen nachweisen und mit dem Polymerase-Verfahren vermehren, so daß ein genetischer Fingerabdruck sehr wohl möglich ist.

Um Deinen Gedanken ‚ein Körper - zwei DNA’s‘ weiterzuspinnen: ein Experte hat überhaupt kein Problem damit, zwei verschiedene DNA-Stränge zu isolieren. Das wird sogar nicht selten gemacht, z. B. bei einer Vergewaltigung durch mehrere Männer.

Ich hoffe, ich habe mich halbwegs verständlich ausgedrückt… :wink:

Beste Grüße

Tessa