Zahnarzt-Phobie

Hallo,

wer hat auch große Angst vor Spritzen, kann aber gewisse Vorgänge nicht ohne Spritzen vornehmen lassen??? Mich interessiert, wer seine Angst bekämpfen konnte. Eine relativ gute Möglichkeit, die Spritze zu akzeptieren ist, wie ich finde, wenn man sich das Zahnfleisch mit Spray/Lotion örtl. betäuben lässt. Und doch bleibt eine zu große Angst. Wenn man die Spritze schon sieht, wie die aussieht, so bedrohlich. Ich weiß, dass sehr viele Menschen das Problem haben.
Ich wollte eigentlich für eine größere Behandlung Hypnose machen, aber der Zahnarzt hat bis auf Weiteres zu viel zu tun, um eine Hypnosesitzung zu machen und meint, ich würde das sicher auch ohne sie schaffen. Ich habe doch Zweifel, ohne Hypnose. Dabei habe ich schon so manche Spritzen kassiert und alle irgendwie überlebt. Sogar die Zahnfleischbetäubung habe ich als sehr wirksam erlebt.
Aber trotzdem…

Danke für eure (positiven) Erfahrungsberichte. Sie können mir sehr weiterhelfen!!!

Wenn man
die Spritze schon sieht, wie die aussieht, so bedrohlich.

Hallo Sonja,

mir geht es schon deutlich besser, seit ich vermeide, die Spritze wie ein hypnotisiertes Kaninchen anzustarren. Beim Zahnarzt werfe ich nicht einmal einen Blick auf die Instrumente, die sie einem vor die Nase stellen, und während der Behandlung kneif ich die Augen zu.

Gruß
Kreszenz

Hi Sonja,

die gute Nachricht vorweg: es könnte alles noch viel schlimmer sein, denn immerhin bist Du so mutig trotz der Angst zum Zahnarzt zu gehen, was vielen Menschen nicht möglich ist. Darauf kannst Du sehr stolz sein!

Mich persönlich bestärkt zum einen der Gedanke daß der Zahnarzt mir nicht weh tun will, sondern daß es sein Job ist mir zu helfen. Die Spritze sehe ich mir gar nicht erst an, dann kann sie mir auch keine Angst einflössen… :smile:

Wenn Dein Zahnarzt momentan nicht bereit ist auf Deine Ängste und den Wunsch nach Hypnose zu reagieren würde ich mir an Deiner Stelle überlegen inwieweit ich das akzeptiere. Oralphobie (um mal ein tolles Wort dafür zu benutzen :smile: ) ist keine „Spinnerei“ von ein paar Sensibelchen, sondern ein bekanntes, weit verbreitetes und Ernst zu nehmendes Phänomen. Wenn er Deine diesbezüglichen Sorgen nicht ernst nimmst stört das das Vertrauensverhältnis, welches man als Patient zum Arzt haben muß.
Schließlich ist gerade beim Zahnarzt die Angst vor dem „Kontrollverlust“ sehr groß: man kann nicht sehen was er im eigenen Mund anstellt, man kann sich somit auch nicht auf seine Handgriffe und Fummeleien einstellen und ist dadurch während der ganzen Behandlung in einem Spannungszustand, denn man wartet permanent darauf was als nächstes passiert oder ob es schmerzhaft werden könnte. Noch dazu wissen auch medizinisch vorgebildete Menschen nichts über die Arbeitsmethoden eines Zahnarztes, es ist so als segelt man los in völlig unbekannte Gewässer… Bei anderen Ärzten ist es sehr viel einfacher sich die anstehenden Untersuchungs- und Behandlungsmethoden vorzustellen und sich damit auch darauf einzustellen.

Bezüglich der Angst vor der Spritze habe ich diesen interessanten Link für Dich: http://www.dr-claus.de/Willkommen/Fortschrittliche_Z…, außerdem kann ich Dir http://www.zahnarztangst.de und http://www.oralophobie.de empfehlen.

Alles Gute,

MecFleih

Hai, Sonja,

ich hab auch 'ne Zahnarzt-Phobie - die sich bei mir aber eher darauf bezieht, daß ich mich in eine „man-kann-nicht-flüchten-Position“ begeben muß und dann eine wildfremde Person auf mich zulatscht - erklär mal einer netten Sprechstunden-Hilfe, daß Händchenhalten nicht beruhigend wirkt, sondern die in mir tobende Panik nur verstärkt (noch 'ne Person, die mir was tun könnte - behauptet zumindest mein Unterbewußtsein)
Ich trickse das ein wenig aus, indem ich mir als erstes genau erklären lasse, was gemacht wird, mich danach erst hinsetze (für viele Zahnärzte eine irritierende Angewohnheit) und dann den Mund auf- und die Augen zumache und mich ausschließlich auf meine Atmung konzentriere - inzwischen bin ich darin so gut, daß, wenn ich erstmal im Stuhl sitze, mein Zahnarzt mich zum Ende der Behandlung anstupfen muß - ich blende inzwischen auch seine Worte aus…

Du kannst anstelle Deiner Atmung auch eine vorgestellte Flamme oder sonstwas benutzen, auf die Du Dich voll und ganz konzentrierst auf jeden Fall nicht kucken, mit was der da jetzt ankommt.

Gruß
Sibylle

Hallo Sonja,

ich war auch ein großer Angsthase beim Zahnarzt und habe es nur dadurch geschafft, dass meine Zahnärztin so lieb war. Erstens nimmt sie die Angst wirklich ernst: Nie eine dumme Bemerkung, nie etwas abfälliges nach dem Motto „Stellen Sie sich mal nicht so an“. Statt dessen hat sie mich immer sehr gelobt: „Toll, dass Sie trotzdem zum Zahnarzt trauen.“ Das hat mir ungemein geholfen. Bei der Behandlung selber hat sie mich immer getröstet udn wenn nötig, die Wange gestreichelt. So habe ich nach und nach meine Zahnarztangst überwunden. Heute gehe ich zweimal im Jahr zur KOntrolle und alles ist bestens. Habe leider durch Umzug bedingt einen anderen Zahnarzt, aber gottlob bin ich die Angst los.

Ich würde Dir deshalb auf jeden fall raten, Dir einen wirklich netten Zahnarzt zu suchen, der Deine Probleme ernst nimmt

Viele liebe Grüsse
Anna

Hallo, Anna!!

Vielen Dank für deine Antwort!

Ich glaube, mein Artikel war insofern missverständlich, was meine Zahnärztin angeht: Sie ist sehr verständnisvoll und lieb, lobt und macht und tut, hat eine ruhige Ausstrahlung, nur sie konnte die Hypnosesitzung nicht machen aus organisatorischen Gründen. Ich bin also sehr mit ihr zufrieden und war übrigens heute bei ihr in der Praxis, kein Scherz! Sie hat sich einen oberen Schneidezahn, der Karies hatte und nicht zu wenig, wieder in Ordnung gebracht. Da ich ja Spritzen nicht so sehr schätze, gelinde gesagt, haben wir es ohne Spritze gemacht und bis auf ein paar fiese Momente hat es NULL weh getan, ehrlich. Sie hat mich ganz doll gelobt, ein Bonbon hat sie mir aber nicht angeboten… Jetzt muss ich mich beim Mund aufmachen nicht mehr schämen, weil jeder sehen kann, dass da was ist. Das werden doch sicher viele kennen.

Ich habe aber noch einige Sitzungen vor mir: Noch 3 x bohren und füllen und eine neue Brücke links unten, um genau zu sein.

Ich kann nur jedem raten, sich wirklich einen Zahnarzt „seines Vertrauens“ zu suchen bzw. einen, der „Hypnose-Zahnarzt“ ist. Die kann man z. B. in den Gelben Seiten bzw. im Internet finden.

Beim nächsten Termin werde ich eine Spritze bekommen, nachdem ich vorher das Zahnfleisch mit Spray betäubt bekomme. Meine Zahnärztin sagte, sie würde mir schwören, ich würde die Spritze nicht merken.
Da mir genau dies einmal passiert ist - ich habe sie also nicht gemerkt wegen Zahnfleischbetäubung - glaube ich ihr und werde es tun. Bald bzw. es wird doch noch einige Wochen dauern, bis alles restauriert ist, habe ich alles hinter mir und werde auf jeden Fall zweimal im Jahr zur Kontrolle zur Zahnärztin gehen.

Viele herzliche Grüße

Sonja :wink:))

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Liebe Sonja,
manchmal ist es nur der Zahnarzt, der die Behandlung und auch die Spritzen zum Horror macht.
Ich habe jetzt den dritten Zahnarzt, der die Dinger setzen kann, so dass man gar nichts merkt! Echt! Du sitzt in Deinem Stuhl, bist schweissgebadet und da ist alles schon vorbei!
Klar, kann es mal pieken… Aber wenn Du die letzte Behandlung ohne Spritze ertragen hast (Gratulation! Hätte ich NIE gemacht!) Dann lachst Du doch über so´nen Minipiek…
Blöd ist natürlich die taube Backe hinterher. Aber dafür sitzt Du während der Behandlung völlig entspannt im Sessel!
Andererseits verstehe ich Deine Angst. Ich sag mir jedesmal: Stell Dich net so an! Du hast ein Kind bekommen, was ist das hier schon?? Und trotzdem schwitze ich im Stuhl…

Liebe Grüße!
Bernice