Endoskopische Bypass-OP

Hallo,

bei der Suche nach der schonensten Möglichkeit, Bypass-Operationen durchzuführen, bin ich auf mehrere Artikel über endoskopische Operationstechniken gestossen.
Weiss einer etwas darüber? Oder hat gar eine solche OP über sich ergehen lassen?

Gruß,
Francesco

Hallo !

Würde man beide verschiedenen OPs nebeneinander auf dem Monitor sehen können, bekäme man ganz sicher den Eindruck, die endoskopische ist schonender.

Nur - die endoskopische dauert sehr viel länger. Der Patient muß also sehr viel länger in der Betäubung liegen.

Das offene Herz macht die Untersuchung der Gefäße auf Verstopfung sehr viel einfacher. Denn erst während der OP entscheiden die Ärzte, wieviele Bypässe gelegt werden sollen.

Endoskopische OPs sind sehr viel komplizierter für den Operateur und kann dann niemals in dieser Fließbandarbeit gemacht werden, wie die heutigen offenen OPs. Wenn heute an einem Vormittag sechs OPs durchgeführt werden von einem Team, so sind es dann sicher nur noch zwei oder weniger.

Ein Chirurg wird während der offenen OP genau „überwacht“ und „konrolliert“ von Assistenten und Helfern. Notfalls kann eingegriffen werden. Bei einer endoskopischen OP ist das sehr viel schwieriger. Es sind immer nur sehr wenige, die diese OP beherrschen.

Für den aufgewachten Patienten gibt es nach der OP am offenem Herz kaum Probleme, wenn er sonst gesund war. Nach drei Tagen läuft er wieder durch die Gegend. Nach sechs Tagen wird er in die Reha entlassen.

Mir wäre eine offene OP lieber von Ärzten, die sich alle im Team auskennen und nicht von einem, der die endoskopische OP beherrscht, aber fast im Dunkeln herumsucht.

Gruß Max

Hallo !

Würde man beide verschiedenen OPs nebeneinander auf dem
Monitor sehen können, bekäme man ganz sicher den Eindruck, die
endoskopische ist schonender.

Nur - die endoskopische dauert sehr viel länger. Der Patient
muß also sehr viel länger in der Betäubung liegen.

Das offene Herz macht die Untersuchung der Gefäße auf
Verstopfung sehr viel einfacher. Denn erst während der OP
entscheiden die Ärzte, wieviele Bypässe gelegt werden sollen.

Endoskopische OPs sind sehr viel komplizierter für
Operateur und kann dann niemals in dieser Fließbandarbeit
gemacht werden, wie die heutigen offenen OPs. Wenn heute an
einem Vormittag sechs OPs durchgeführt werden von einem Team,
so sind es dann sicher nur noch zwei oder weniger.

Bei einem 8 Stundentag dauerte dann die OP genau 0,66 h. in dieser Zeit haben Sie dich noch nicht mal an die Herz-Lungenmaschine angeschlossen und runtergekühlt, auch nicht bei einem 12-Stundentag!
Woher hast Du die Daten?
Ich glaube, Du übertreibst hier maßlos!

Mein Team hat an mir 4 Stunden operiert und haben dann „nur“ drei Bypässe geschafft.
Was war das für ein Team?
Ob das alles Lehrlinge gewesen sind?

Nein! Im Ernst, es waren gute Leute, bin sehr zufrieden mit meiner OP.
Danke ans Team in Passau!!

Ein Chirurg wird während der offenen OP genau „überwacht“ und
„konrolliert“ von Assistenten und Helfern. Notfalls kann
eingegriffen werden. Bei einer endoskopischen OP ist das sehr
viel schwieriger. Es sind immer nur sehr wenige, die diese OP
beherrschen.

Auch das halte ich für ein Gerücht!
Wenn nach dieser Methode operiert wird, sind genügend Spezialisten vorhanden, die jederzeit die Arbeit fortführen können.
In jedem KH gibt es den Leiter der Station, einige Oberärzte und die anderen Ärzte können wohl auch was, ausser nur Hilfsdienste zu erledigen.
Ich glaub nichts, was Du gesagt hast.

Für den aufgewachten Patienten gibt es nach der OP am offenem
Herz kaum Probleme, wenn er sonst gesund war. Nach drei Tagen
läuft er wieder durch die Gegend. Nach sechs Tagen wird er in
die Reha entlassen.

So? Bei mir war das ganz anders, dauerte bis zur REHA fast drei Wochen, obwohl bei mir alles glatt lief.

Ich konnte mich nach zwei Tagen schon durch die Gegend schleppen. Du stellst das hier so hin, als ob Du dann wieder fit bist, so nicht!
Du hast dann immer noch Schläuche und den Herzschrittmacher an Dir rumhängen, allein mit dem Zeug springst nicht rum wie ein Reh.
Der Brustkorb schmerzt bei jedem Schritt überhaupt nicht, die lange Narbe ist auch schon total verheilt, Knochen natürlich auch schon fest verwachsen…bloss das alles nicht bei mir!

Noch was, auch nach drei Wochen REHA springst noch lange nicht rum, wenigstens nicht ich. Ich war einer der Jüngsten in der Gruppe und habe, so glaube ich wenigstens, die OP locker weggesteckt. Fit war ich erst so nach einem halben Jahr und nicht früher.
Dies OP ist für den Körper eine wirklich schwere Belastung und das steckt der Körper nicht mal so eben weg.
Freilich kann man jemanden mit Tabletten vollstopfen und dem Patienten vorgaukeln, er hätte jetzt wieder Kräfte wie ein Stier.
Aber so ist es nun einmal nicht.

Wenn es Dir so erging, wie Du beschrieben hast, hast wohl ein Wunder durchgemacht. Ich jedenfalls habe keinen solchen Patienten bislang getroffen.

Mir wäre eine offene OP lieber von Ärzten, die sich alle im
Team auskennen und nicht von einem, der die endoskopische OP
beherrscht, aber fast im Dunkeln herumsucht.

Seitwann ist der Bildschirm dunkel?

Zum Schluss nochwas, jeder der operiert werden muss, es ist erträglich und man fühlt sich wirklich besser danach.
Ich hatte es mir viel schlimmer vorgestellt, würde es jederzeit wierholen lassen, wenn es erforderlich wird.
Trotzdem, es war eine OP.

Gruss

Gerd

Bei einem 8 Stundentag dauerte dann die OP genau 0,66 h. in
dieser Zeit haben Sie dich noch nicht mal an die
Herz-Lungenmaschine angeschlossen und runtergekühlt, auch
nicht bei einem 12-Stundentag!
Woher hast Du die Daten?
Ich glaube, Du übertreibst hier maßlos!

Ich habe selbst vier Bypässe und bin in einer modernen Herzklinik operiert worden. Dort wurde nicht ein Patient über den ganzen Vormittag operiert, sondern, wie ich schon schrieb, es wurde am Fließband operiert. Jeder Arzt hat seine Spezialaufgaben und damit keinen Leerlauf. Und so lustig es klingt, der Chirurg, der am besten mit der Stichsäge arbeiten konnte/kann, war gelernter Zimmermann.

Mein Team hat an mir 4 Stunden operiert und haben dann „nur“
drei Bypässe geschafft.

Die Stückzahl der Bypässe ist unwichtig und verlängert eine OP nicht allzu sehr. Ich lag dort auch sicher über vier Stunden, aber mit mir noch andere mit einem offenen Brustkorb.

Was war das für ein Team?
Ob das alles Lehrlinge gewesen sind?

Vielleicht nicht auf dem neusesten Stand? keine Ahnung!

Ich glaub nichts, was Du gesagt hast.

Mußt Du auch nicht! Verlangt niemand!

So? Bei mir war das ganz anders, dauerte bis zur REHA fast
drei Wochen, obwohl bei mir alles glatt lief.

Ja, nun, wenn es bei Dir anders lief, ist das ein ernstes Problem für Dich. In unserer Herzklinkik liegt keiner länger als vier bis fünf Tage. Dann kommt er in die Reha oder ins Heimatkrankenhaus für weitere 5 Tage, wenn Rehaplätze nicht frei sind.

Ich konnte mich nach zwei Tagen schon durch die Gegend
schleppen. Du stellst das hier so hin, als ob Du dann
wieder fit bist, so nicht!

Ich war auf jeden Fall nach zwei Tagen so fit (sagte mir meine Frau gerade), dass ich mich auf dem Balkon rasieren konnte.

Du hast dann immer noch Schläuche und den Herzschrittmacher an
Dir rumhängen, allein mit dem Zeug springst nicht rum wie ein
Reh.

In unserer modernen Klinik entkoppelt der Patient sich von dieser Überwachung. Das ist kein Problem.

Der Brustkorb schmerzt bei jedem Schritt überhaupt nicht, die
lange Narbe ist auch schon total verheilt, Knochen natürlich
auch schon fest verwachsen…bloss das alles nicht bei mir!

Das Einzige, was wirklich schmerzte, war die Narbe am Bein. Dort wurden Ersatzgefäße entfernt.

Noch was, auch nach drei Wochen REHA springst noch lange nicht
rum, wenigstens nicht ich. Ich war einer der Jüngsten in der
Gruppe und habe, so glaube ich wenigstens, die OP locker
weggesteckt. Fit war ich erst so nach einem halben Jahr und
nicht früher.

Na sowas! Ich habe 14 Tage nach der OP schon wieder den Rasen gemäht und bin Auto gefahren. Dann, nach einer Wartezeit von zwei Monaten kam ich erst in die Reha.

Freilich kann man jemanden mit Tabletten vollstopfen und dem
Patienten vorgaukeln, er hätte jetzt wieder Kräfte wie ein
Stier.
Aber so ist es nun einmal nicht.

Cholesterintabletten gaukeln nicht!

Wenn es Dir so erging, wie Du beschrieben hast, hast wohl ein
Wunder durchgemacht. Ich jedenfalls habe keinen solchen
Patienten bislang getroffen.

In dieser Klinik ist das normal. Ich war ein ganz normaler Patient. Natürlich gab/gibt es auch welche von schlechter körperlicher Verfassung, die länger lagen. Aber höchstens 10 %.

Seitwann ist der Bildschirm dunkel?

Bildschirm??? Stell Dir mal einen Chirurgen vor, der mit zwei Endoskopen verschlossene Gefäße sucht und dabei keines übersehen will!

Zum Schluss nochwas, jeder der operiert werden muss, es ist
erträglich und man fühlt sich wirklich besser danach.
Ich hatte es mir viel schlimmer vorgestellt, würde es
jederzeit wierholen lassen, wenn es erforderlich wird.
Trotzdem, es war eine OP.

Das bezweifelt keiner. Bin aber sehr froh, dass es doch tatsächlich in Norddeutschland keinen Auf/Nachholbedarf in Herzkliniken gibt. :

Gruß Max

Hi,

Das bezweifelt keiner. Bin aber sehr froh, dass es doch
tatsächlich in Norddeutschland keinen Auf/Nachholbedarf in
Herzkliniken gibt.

mmmhhh, das mit der endoskopischen OP klingt mir eher nach dem neusten Stand. Immerhin haben sich in den letzten Jahren eine Reihe von OPs zu endoskopischen OPs weiterentwickelt, weil sie immer schonender als die normalen OPs sind. Die Patienten sind schneller fit und haben kleinere Wunden. Vielleicht sind endoskopische Herz-OPs also der Weg in die Zukunft?

Ich finde es ja prima, daß Du so schnell wieder fit warst. Somit bist Du der klassische Herzpatient, die hüpfen am liebsten am nächsten Tag in die Jogging-Klamotten und möchten Sport machen oder noch besser gleich wieder voll arbeiten.

Gruß Julia

Ich finde es ja prima, daß Du so schnell wieder fit warst.
Somit bist Du der klassische Herzpatient, die hüpfen am
liebsten am nächsten Tag in die Jogging-Klamotten und möchten
Sport machen oder noch besser gleich wieder voll arbeiten.

Hallo !

Ich hasse Joggen, bin total unsportlich und arbeite schon lange nicht mehr!
Mir war einfach danach, wieder senkrecht zu stehen.

Gruß max

Hallo Francesco,

ich habe gerade ein Handbuch über ein solches System, wie du es beschreibst, übersetzt.
Für eine unsichere Methode würde ich es in keinem Fall halten, es wird alles mehrfach auf Bildschirmen überwacht, und es reagiert sehr empfindlich auf unerwartete Zustände, die als Störungsfälle anzusehen sein könnten. Der Chirurg bewegt an einem Bildschirm sitzend die Sonden aus der Ferne, hat dabei das Gefühl, die echten Instrumente in der Hand zu halten und sieht genau, was er macht. Es besteht jederzeit die Möglichkeit, auf das „herkömmliche System“ umzuschalten, wenn irgendeine Unregelmäßigkeit auftritt.
In Studien hat das System sehr gut abgeschnitten, was Komplikationen, Blutverluste usw. betrifft.

Allerdings, und jetzt kommt der Knackpunkt: Es ist optimal geeignet für Operationen wie z.B. Gallenblasenentfernung, die von vornherein auf einen kleinen Bereich beschränkt sind. Hinsichtlich Bypass- und Herzklappenoperationen war vermerkt, dass man dazu noch zu wenig Daten habe, um es als geeignet für solche Operationen anzusehen.

Im übrigen fände ich es eine tolle Sache, wenn es ginge, denn der geöffnete Brustkorb macht wirklich sehr zu schaffen. Was Max da erzählt ist, gelinde gesagt, sehr selten. Ich fände es jedenfalls nicht ratsam, so schnell wieder Rasen zu mähen und Auto zu fahren. Und die Schläuche und den Herzschrittmacher braucht man zur eigenen Sicherheit, denn wer weiß, wie das Herz reagiert, es wurde ihm immerhin einiges zugemutet.

Soweit meine - wie gesagt nur theoretischen - Erkenntnisse dazu.
(Man muss vielleicht auch beachten, dass so ein Handbuch auch immer ein Stück Eigenwerbung enthält.)

Klio

Im übrigen fände ich es eine tolle Sache, wenn es ginge, denn
der geöffnete Brustkorb macht wirklich sehr zu schaffen. Was
Max da erzählt ist, gelinde gesagt, sehr selten. Ich fände es
jedenfalls nicht ratsam, so schnell wieder Rasen zu mähen und
Auto zu fahren.

Hallo !
Als ich nach fünf Tagen in das Heimatkrankenhaus gefahren wurde, bin ich vom Krankenbett bis in die Garage zu den Sanitätswagen gelaufen und habe meine Tasche selbst getragen. Das mit dem Wissen des Personals. Man sah das sogar sehr wohlwollend.

Und die Schläuche und den Herzschrittmacher

braucht man zur eigenen Sicherheit, denn wer weiß, wie das
Herz reagiert, es wurde ihm immerhin einiges zugemutet.

Die Schläuche wurden nach zwei Tagen entfernt. Danach kann jeder Patient, wenn ihm danach ist, aufstehen. Am dritten Tag wird er mehr oder weniger gezwungen, aufzustehen. Die Überwachung wird von ihm selbst getrennt. So soll es sein, der Patient macht das nicht heimlich!

Eine OP am offenem Herz ist ganz sicher für die Chirurgen einfacher, als Endoskopie. Wenn erst während der OP befallene Gefäße gesucht werden können, geht das ganz sicher besser so.

Gruß max

Hallo,

vielen Dank für eure Artikel und Interesse.
Der Chef hat einen Termin für die Bypass-Operation in 14 Tagen erhalten. Es wird dann klassisch operiert.
Eine Bypass-Operation ist mittlerweile endoskopisch machbar. Im Herzzentrum Leipzig wird dies schon von Robotern gemacht. Leider ist dies zur Zeit nur bei einem Bypass möglich, weil es sehr lange dauert.
Mein Chef soll aber 5 Bypässe bekommen. Das geht noch nicht.
Also entfällt dies.

Gruß,
Francesco