Bei einem 8 Stundentag dauerte dann die OP genau 0,66 h. in
dieser Zeit haben Sie dich noch nicht mal an die
Herz-Lungenmaschine angeschlossen und runtergekühlt, auch
nicht bei einem 12-Stundentag!
Woher hast Du die Daten?
Ich glaube, Du übertreibst hier maßlos!
Ich habe selbst vier Bypässe und bin in einer modernen Herzklinik operiert worden. Dort wurde nicht ein Patient über den ganzen Vormittag operiert, sondern, wie ich schon schrieb, es wurde am Fließband operiert. Jeder Arzt hat seine Spezialaufgaben und damit keinen Leerlauf. Und so lustig es klingt, der Chirurg, der am besten mit der Stichsäge arbeiten konnte/kann, war gelernter Zimmermann.
Mein Team hat an mir 4 Stunden operiert und haben dann „nur“
drei Bypässe geschafft.
Die Stückzahl der Bypässe ist unwichtig und verlängert eine OP nicht allzu sehr. Ich lag dort auch sicher über vier Stunden, aber mit mir noch andere mit einem offenen Brustkorb.
Was war das für ein Team?
Ob das alles Lehrlinge gewesen sind?
Vielleicht nicht auf dem neusesten Stand? keine Ahnung!
Ich glaub nichts, was Du gesagt hast.
Mußt Du auch nicht! Verlangt niemand!
So? Bei mir war das ganz anders, dauerte bis zur REHA fast
drei Wochen, obwohl bei mir alles glatt lief.
Ja, nun, wenn es bei Dir anders lief, ist das ein ernstes Problem für Dich. In unserer Herzklinkik liegt keiner länger als vier bis fünf Tage. Dann kommt er in die Reha oder ins Heimatkrankenhaus für weitere 5 Tage, wenn Rehaplätze nicht frei sind.
Ich konnte mich nach zwei Tagen schon durch die Gegend
schleppen. Du stellst das hier so hin, als ob Du dann
wieder fit bist, so nicht!
Ich war auf jeden Fall nach zwei Tagen so fit (sagte mir meine Frau gerade), dass ich mich auf dem Balkon rasieren konnte.
Du hast dann immer noch Schläuche und den Herzschrittmacher an
Dir rumhängen, allein mit dem Zeug springst nicht rum wie ein
Reh.
In unserer modernen Klinik entkoppelt der Patient sich von dieser Überwachung. Das ist kein Problem.
Der Brustkorb schmerzt bei jedem Schritt überhaupt nicht, die
lange Narbe ist auch schon total verheilt, Knochen natürlich
auch schon fest verwachsen…bloss das alles nicht bei mir!
Das Einzige, was wirklich schmerzte, war die Narbe am Bein. Dort wurden Ersatzgefäße entfernt.
Noch was, auch nach drei Wochen REHA springst noch lange nicht
rum, wenigstens nicht ich. Ich war einer der Jüngsten in der
Gruppe und habe, so glaube ich wenigstens, die OP locker
weggesteckt. Fit war ich erst so nach einem halben Jahr und
nicht früher.
Na sowas! Ich habe 14 Tage nach der OP schon wieder den Rasen gemäht und bin Auto gefahren. Dann, nach einer Wartezeit von zwei Monaten kam ich erst in die Reha.
Freilich kann man jemanden mit Tabletten vollstopfen und dem
Patienten vorgaukeln, er hätte jetzt wieder Kräfte wie ein
Stier.
Aber so ist es nun einmal nicht.
Cholesterintabletten gaukeln nicht!
Wenn es Dir so erging, wie Du beschrieben hast, hast wohl ein
Wunder durchgemacht. Ich jedenfalls habe keinen solchen
Patienten bislang getroffen.
In dieser Klinik ist das normal. Ich war ein ganz normaler Patient. Natürlich gab/gibt es auch welche von schlechter körperlicher Verfassung, die länger lagen. Aber höchstens 10 %.
Seitwann ist der Bildschirm dunkel?
Bildschirm??? Stell Dir mal einen Chirurgen vor, der mit zwei Endoskopen verschlossene Gefäße sucht und dabei keines übersehen will!
Zum Schluss nochwas, jeder der operiert werden muss, es ist
erträglich und man fühlt sich wirklich besser danach.
Ich hatte es mir viel schlimmer vorgestellt, würde es
jederzeit wierholen lassen, wenn es erforderlich wird.
Trotzdem, es war eine OP.
Das bezweifelt keiner. Bin aber sehr froh, dass es doch tatsächlich in Norddeutschland keinen Auf/Nachholbedarf in Herzkliniken gibt. :
Gruß Max