Wer weiss Bescheid über Thiemann-Katheter und damit assoziierte Urothelschäden?
Hallo Jens,
Wer weiss Bescheid über Thiemann-Katheter und damit
assoziierte Urothelschäden?
genauere Informationen liegen mir zwar nicht vor, doch ist ein großer Anteil der Schäden auf falsches Einführen zurückzuführen. Der Katheter wird i.d.R. mit der Spitze nach cranial ausgerichtet eingeführt. Fälschlicherweise werden kleine Widerstände oft übersehen („überfühlt“ müsste es wohl heißen) und dann durch die angewinkelte Spitze, welche sich in kleinen Hautfalten gerne verhakt, Läsionen gesetzt. Dies ist durch eine Drehung der Katheterspitze bei jedem geringsten Widerstand meist problemlos zu umgehen. Ist der Widerstand überwunden, so ist die Katheterspitze wieder nach cranial auszurichten (Wulst oder Linie) und der Vorgang kann weitergeführt werden. Wenn es um die Prostata herum geht, so halte ich den Thiemann-Katheter wegen seiner verjüngten Spitze für besser geeignet als Nelaton-Katheter mit ihrer breiten Spitze. Aber auch hier darf die Spitze ggf. auch mal leicht gedreht werden.
Was den liegenden, geblockten Katheter angeht, so bin ich der Ansicht, dass zwar die etwas längere Spitze des Thiemanns theoretisch bei langer Liegedauer Epithelschäden in der Blase verursachen kann, die im kollabierten Zustand die Katheterspitze berührt, dies aber nur von geringer praktischer Bedeutung ist.
Unseren Urologen ist die Art des zu verwendenden Katheters meist egal. Sie bevorzugen jedoch eindeutig die etwas größeren Kaliber (hmmm! da graut’s mir manchmal), auch bei empfindlichen Neoblasen etc.
Übrigens: Den eigentlich für das männliche Genital gedachte Thiemann benutze ich gerne auch bei Frauen, deren Harnröhrenöffnung auf Grund anatomischer Verhältnisse nicht darstellbar ist. Mit der Spitze nach cranial schiebe ich den Katheter dann vorsichtig nach vorne und die nach oben gerichtete Spitze findet den richtigen Weg meist ganz von alleine.
Gruß
Huttatta