Verzeiht, wenn ich die kompetenten unter euch als Orakel mißbrauche, aber ich
habe ein Problem mit einem Angehörigen, der sich kategorisch weigert, sich von
ärztlicher Seite eine Diagnostik seines aktuellen Gesundheitszustandes
einzuholen. Ich gebe zu, ich habe so meinen Verdacht, aber ich liste einfach mal
auf:
Alter 67, Geschlecht männlich
Vorgeschichte: Diabetes seit etwa 20 Jahren, Niereninfarkt mit fast
vollständigem Ausfall einer Niere in den 90er Jahren, schwerer Defekt einer
Lunge durch verschleppte Rippenfellentzündung vor gut 10 jahren, möglicherweise
Kleinformen von Schlaganfällen laut neurologischem Befund von 1997,
Gallenresektion in den 90ern, Ballondilatation der Herzaorta vor rund 4 Jahren,
Oberschenkelfraktur vor drei Jahren, Marcumarpatient.
Seit gut zwei Jahren beobachte ich an ihm einen oftmals starken Tremor der Hände
(links stärker als rechts, eine Neigung zu Trippelschritten, was zunächst durch
die Oberschenkelfraktur erklärt schien, jedoch immer noch andauert, partielle
Inkontinenz, zwischenzeitliche Schwindelattacken und eine allgemeine
Hinfälligkeit, wenngleich ohne erkennbare mentale Ausfälle, von einer
gesteigerten Neigung zu emotionalen Schwankungen vielleicht abgesehen.
Meine Frage wäre nun: Deuten vor allem die erstgenannten Symptome eventuell auf
eine Parkinson-Erkrankung hin, oder hat dieser arme geliebte Mensch einfach das
Recht, nach all den Schüssen, die er in den vergangenen Jahren abbekommen hat,
alt zu werden? Die Frage ist mir wichtig, da ich mir im Unklaren bin, ob und wie
im Falle einer entsprechenden oder wie auch immer gearteten Diagnostik (zu deren
ärztlicher Bestätigung bzw. Ausschluß ich es derzeit nicht schaffe, ihn zu
bringen) die Folgebehandlung auszusehen hat.
Es ist mir klar, daß Ferndiagnosen in solchen Fällen rein spekulativ bleiben
müssen, aber ich wäre schon für psychologische Hinweise, wie ich es schaffen
könnte, ihm zu helfen, eine mögliche chronische Krankheit anzuerkennen und gegen
sie anzukämpfen, dankbar.