Hallo Anna,
die meisten Erwachsenen haben zu fast 100% (98,…%) Antikörper gegen EBV, weil man sich als kleines Kind, bei genügend Kontakt (Geschwister, andere Verwandte, Kindergarten, usw.) unbemerkt diese Immunität erworben hat.
Wenn der Erstkontakt mit dem Virus erst im Jugend- oder gar im Erwachsenenalter stattfindet, kann es zur Erkrankung kommen. Gefährdet sind immer nur ältere Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die in ihrem Leben bisher keine Gelegenheit hatten Antikörper zu bilden!
Du hast zwar schon eine sehr treffende Antwort bekommen, aber ich hatte vor Kurzem folgenden kleinen Aufsatz zum Thema zusammengestellt, und kopiere ihn dir im Anschluss, vielleicht enthält er noch einige interessante Aspekte für dich:
Das Epstein-Barr-Virus ist der Auslöser der infektiösen Mononukleose (syn. Pfeiffersches Drüsenfieber, syn. Kusskrankheit, syn. Studentenkrankheit), vorwiegend von Jugendlichen oder jungen Erwachsenen, die in ihrer Kindheit noch keinen Kontakt mit dem Erreger hatten. Der Erregerkontakt verläuft in der Kindheit meist unbemerkt und sorgt für Antikörper und Infektionsschutz im späteren Leben. Gelegentlich kann auch das Bild eines grippalen Infektes „nachgeahmt“ werden, und zwar mit Husten, Halsschmerzen und Übelkeit. Man spricht dann von einer abgeschwächten EBV-Infektion und nicht von einer Mononukleose.
Im Erwachsenenalter haben annähernd 100 % eine Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus hinter sich und sind daher immun gegen eine weitere Infektion. Das Virus wird hauptsächlich oral übertragen, daher auch Kusskrankheit genannt.
Es war vor unseren modernen Zeiten durchaus üblich, dass ein Baby vorgekautes Essen z. B. von der Mutter oder anderen Familienmitgliedern erhielt, was sein Immunsystem früh trainierte.
Im Gegensatz zu „ärmeren Ländern“, wo die überwiegende Mehrzahl der Kinder bereits in den ersten Lebensjahren meist unbemerkt mit EBV infiziert ist, ist in den Industrieländern nur ca. die Hälfte aller Kinder bereits im Vorschulalter mit EBV infiziert. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, als Jugendlicher oder junger Erwachsener nach Erstkontakt mit dem EBV an der Mononukleose zu erkranken!
Die Mononukleose ist eine überwiegend gutartig verlaufende Erkrankung des lymphatischen Gewebes.
Sie verläuft in Abhängigkeit vom Alter der infizierten Person sehr unterschiedlich. Bei älteren Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen entsteht das Krankheitsbild der Mononukleose bzw. des Pfeifferschen Drüsenfiebers.
Die Erkrankung beginnt nach einer Inkubationszeit von 5 bis 7 Wochen mit uncharakteristischen Allgemeinerscheinungen. Dann treten Hauptsymptome, wie Fieber und Lymphknotenschwellungen auf, die zur Bezeichnung als Drüsenfieber führten. Die Diagnose wird anhand der typischen Hauptsymptome sowie der Laborwerte gestellt. Die Therapie erfolgt symptomatisch. Komplikationen sind selten. Es werden jedoch chronische Verläufe beschrieben, bei denen die Betroffenen dann monatelang und sogar noch länger unter Fieber, einer allgemeinen Abgeschlagenheit sowie einem starken Krankheitsgefühl leiden. In manchen Fällen ist aber das Immunsystem während der Erkrankung so stark geschwächt, dass sich bakterielle Infekte aufpfropfen, gegen die nun Antibiotika zum Einsatz kommen, die allerdings gegen EBV unwirksam sind.
Das Epstein-Barr-Virus ist ein DNA-Virus aus der Familie der Herpesviren und wurde 1964 in London von M.A. Epstein und Y.-M. Barr entdeckt. Der Name Mononukleose stammt von der Betrachtung des Blutausstrichs unter dem Mikroskop, wo Lymphozyten und Monozyten oft nicht mehr auseinandergehalten werden können, weil der Zellkern (Nukleus) der Lymphos dem Kern der Monos zum Verwechseln ähnlich sieht.
Es ist also völlig normal und nützlich, Antikörper gegen EBV zu haben, dadurch ist man geschützt und dies ist sicher kein Grund keine Anstellung zu bekommen.
Viele Grüße, Renate
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