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im März dieses Jahres wurde bei mir das EBV-Virus festgestellt, das sich auch anhand verschiedener Symptome äußerte: Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Rückenschmerzen, schmerzende und stark geschwollene Lymphknoten in der Leiste, ...
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Hallo allerseits,

im März dieses Jahres wurde bei mir das EBV-Virus festgestellt, das sich auch anhand verschiedener Symptome äußerte: Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Rückenschmerzen, schmerzende und stark geschwollene Lymphknoten in der Leiste, Konzentrationsschwäche, Motivationslosigkeit, Abgeschlagenheit, ungemeines Krankheitsgefühl.

Nach einer Woche waren die Symptome vorbei und ich ging auch wieder zur Arbeit, jedoch setzten sich in den darauffolgenden drei bis vier Wochen allerlei bakterielle Infekte mit einhergehender Tonsillitis fest. Auch die Motivationslosigkeit und Abgeschlagenheit dauerten mehrere Wochen an und sind auch jetzt noch an manchen Tagen sehr ausgeprägt.

Ein Bekannter, der vor zwei Jahren dasselbe Virus hatte, berichtete mir nun, er würde immer noch von Zeit zu Zeit die Auswirkungen spüren und ich solle mich auf jeden Fall mehr schonen, da die Krankheit Spätfolgen nach sich ziehen könne. Tatsächlich tritt dieses Krankheitsgefühl mit Konzentrationsschwierigkeiten und Abgeschlagenheit phasenweise bei mir immer noch auf.

Gibt es unter euch Betroffene? Wenn ja, könnt ihr mir berichten, wie sich das Virus bei euch ausgewirkt hat und mit welchen Konsequenzen weiterhin evtl. zu rechnen ist?

Noch etwas: Ich bin Studienreferendarin und stehe kurz vor dem 2. Staatsexamen. Besteht denn die Möglichkeit, dass ich nach Beendigung der Ausbildung eventuell gar nicht in den Staatsdienst übernommen werde, sollte das Kultusministerium von meiner Krankheit erfahren?

Gruß Anna

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Re: Epstein-Barr-Virus / Pfeiffersches Drüsenfiebe


hi anna!

eine ebv infektion ist im grunde etwas harmloses und geht bei der überwiegenden mehrheit der menschen spurenlos vorrüber. die meissten erkennen die erkrankung gar nicht! zu einer ausprägung im vollbild wie es bei dir der fall war kommt es nur durch begünstigende umstände, im sinne eines geschwächten immunsystems! hierfür gibt es viele gründe: kürzlich andere infektionskrankheiten, blutbildveränderungen,...und natürlich stress!!!!
nach der ebv infektion besteht prinzipiell keine dauer-immunität das heisst wann immer das immunsystem geschwächt ist (zu viel stress: lernen,arbeit, wenig schlaf, falsche ernährung, zu viel sonne,...)kann es zu einer reinfektion kommen! klar auch dass der körper in dieser lage empfänglich für andere erreger ist!
mein tipp: ausruhen, entspannen, genug schlafen, richtig ernähren (vitamin c), psychisch stabilisieren,... umso früher desto besser (spätestens nach dem examen)im akutstadium ist bettruhe obligat!!!
grund für eine nicht-einstellung beruflich gesehen ist die erkrankung nicht!!!!!!!

lg gerwin

Re: Epstein-Barr-Virus / Pfeiffersches Drüsenfiebe


Hallo Anna,

die meisten Erwachsenen haben zu fast 100% (98,..%) Antikörper gegen EBV, weil man sich als kleines Kind, bei genügend Kontakt (Geschwister, andere Verwandte, Kindergarten, usw.) unbemerkt diese Immunität erworben hat.

Wenn der Erstkontakt mit dem Virus erst im Jugend- oder gar im Erwachsenenalter stattfindet, kann es zur Erkrankung kommen. Gefährdet sind immer nur ältere Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die in ihrem Leben bisher keine Gelegenheit hatten Antikörper zu bilden!

Du hast zwar schon eine sehr treffende Antwort bekommen, aber ich hatte vor Kurzem folgenden kleinen Aufsatz zum Thema zusammengestellt, und kopiere ihn dir im Anschluss, vielleicht enthält er noch einige interessante Aspekte für dich:

Das Epstein-Barr-Virus ist der Auslöser der infektiösen Mononukleose (syn. Pfeiffersches Drüsenfieber, syn. Kusskrankheit, syn. Studentenkrankheit), vorwiegend von Jugendlichen oder jungen Erwachsenen, die in ihrer Kindheit noch keinen Kontakt mit dem Erreger hatten. Der Erregerkontakt verläuft in der Kindheit meist unbemerkt und sorgt für Antikörper und Infektionsschutz im späteren Leben. Gelegentlich kann auch das Bild eines grippalen Infektes "nachgeahmt" werden, und zwar mit Husten, Halsschmerzen und Übelkeit. Man spricht dann von einer abgeschwächten EBV-Infektion und nicht von einer Mononukleose.

Im Erwachsenenalter haben annähernd 100 % eine Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus hinter sich und sind daher immun gegen eine weitere Infektion. Das Virus wird hauptsächlich oral übertragen, daher auch Kusskrankheit genannt.
Es war vor unseren modernen Zeiten durchaus üblich, dass ein Baby vorgekautes Essen z. B. von der Mutter oder anderen Familienmitgliedern erhielt, was sein Immunsystem früh trainierte.

Im Gegensatz zu "ärmeren Ländern", wo die überwiegende Mehrzahl der Kinder bereits in den ersten Lebensjahren meist unbemerkt mit EBV infiziert ist, ist in den Industrieländern nur ca. die Hälfte aller Kinder bereits im Vorschulalter mit EBV infiziert. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, als Jugendlicher oder junger Erwachsener nach Erstkontakt mit dem EBV an der Mononukleose zu erkranken!
Die Mononukleose ist eine überwiegend gutartig verlaufende Erkrankung des lymphatischen Gewebes.

Sie verläuft in Abhängigkeit vom Alter der infizierten Person sehr unterschiedlich. Bei älteren Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen entsteht das Krankheitsbild der Mononukleose bzw. des Pfeifferschen Drüsenfiebers.

Die Erkrankung beginnt nach einer Inkubationszeit von 5 bis 7 Wochen mit uncharakteristischen Allgemeinerscheinungen. Dann treten Hauptsymptome, wie Fieber und Lymphknotenschwellungen auf, die zur Bezeichnung als Drüsenfieber führten. Die Diagnose wird anhand der typischen Hauptsymptome sowie der Laborwerte gestellt. Die Therapie erfolgt symptomatisch. Komplikationen sind selten. Es werden jedoch chronische Verläufe beschrieben, bei denen die Betroffenen dann monatelang und sogar noch länger unter Fieber, einer allgemeinen Abgeschlagenheit sowie einem starken Krankheitsgefühl leiden. In manchen Fällen ist aber das Immunsystem während der Erkrankung so stark geschwächt, dass sich bakterielle Infekte aufpfropfen, gegen die nun Antibiotika zum Einsatz kommen, die allerdings gegen EBV unwirksam sind.

Das Epstein-Barr-Virus ist ein DNA-Virus aus der Familie der Herpesviren und wurde 1964 in London von M.A. Epstein und Y.-M. Barr entdeckt. Der Name Mononukleose stammt von der Betrachtung des Blutausstrichs unter dem Mikroskop, wo Lymphozyten und Monozyten oft nicht mehr auseinandergehalten werden können, weil der Zellkern (Nukleus) der Lymphos dem Kern der Monos zum Verwechseln ähnlich sieht.

Es ist also völlig normal und nützlich, Antikörper gegen EBV zu haben, dadurch ist man geschützt und dies ist sicher kein Grund keine Anstellung zu bekommen.

Viele Grüße, Renate
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Re^2: Epstein-Barr-Virus / Pfeiffersches Drüsenfie


:
.....Im Erwachsenenalter haben annähernd 100 % eine Infektion mit
dem Epstein-Barr-Virus hinter sich und sind daher immun gegen
eine weitere Infektion......
hallo renate!

es stimmt (die zahlen schwanken 90-100%) das fast alle erwachsenen einmal mit ebv kontakt hatten. meines wissens jedoch besteht, obwohl mehrere antikörper nachweisbar sind, keine dauernde immunität, und somit auch kein schutz vor einer weiteren infektion oder endogenen reinfektion! denn als "verwandter" in der herpesfamilie bleibt wie bei allen herpes subtypen das virus latent, in diesem fall in den b-lymphocyten bestehen! auch wenn ausserordentlich selten, besteht somit bei geschwächter abwehrlage eine neue erkrankungswahrscheinlichkeit! die aufgrund präformierter ak geschwächt abläuft!

lg gerwin

Re^3: Epstein-Barr-Virus / Pfeiffersches Drüsenfie


Hallo,
das Problem mit der Reinfektion tritt z.B. bei Leistungssportlern auf, die durch ihr extremes Trainingspensum die Immunabwehr schwächen.

Gruss
Enno

Re^4: Epstein-Barr-Virus / Pfeiffersches Drüsenfie


Hallo Enno, hallo Gerwin,

da habt ihr natürlich Recht!

Im allgemeinen gilt zwar: Fast immer bleibt eine lebenslange Immunität, das heißt eine Wiederansteckung wird zunächst als nicht möglich beschrieben.

Es gibt aber tatsächlich seltene Ausnahmen.
Grundsätzlich hinterlässt die infektiöse Mononukleose zwar eine Immunität, aber eine erneute Infektion mit anderen EBV-Subtypen ist in sehr seltenen Fällen möglich. Eine Reaktivierung ist bei Immunsupprimierten (z.B. Transplantat-Empfänger, exzessiver körperlicher Stress, etc.) beschrieben.

Es gibt die berühmte Epstein-Barr-Virus im Basketball-Fallstudie in der DEUTSCHEN ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN Jahrgang 51, Nr. 1 (2000) wobei sogar gehäuft Rezidive auftraten.
http://www.zeitschrift-sportmedizin.de/images/heft01....

Na, jetzt habt ihr mich richtig zum Schwitzen gebracht :-) mit meiner Recherche.

Schöne Grüße, Renate
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Re^2: Epstein-Barr-Virus -wie lange ansteckend?


Hallo,
dazu noch eine Frage: wie lange ist der Pfeiffer ansteckend? Ich habe schon gehört, dass man 4 Wochen Kussverbot haben soll, andere sagen, es sei egal.
Gruß und danke Aurikel

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