Erfahrung mit der Zytokinantagonisten-Spritze?

Von: , Frage gestellt am Fr, 27. Jun 2003

Hallo!

Ich hätte da mal eine dringende Frage:
hat hier irgendwer irgendwelche Erfahrungen mit der Zytokinantagonisten-Spritze?

Ich leide unter einem recht schmerzhaften Bandscheibenvorfall, und mein Arzt hat mir diese Behandlung mit einem "anti-TNF-alpha"-Wirkstoff empfohlen.

Nun wüßte ich gerne, ob es irgendwo auch schon jemanden gibt der Erfahrung mit dieser Behandlung hat.
Hilft diese Behandlung tatsächlich?

Auch die Art der Behandlung macht mir ein wenig Angst - das Serum soll durch die Bandscheibe in den Wirbelsäulenkanal hineingespritzt werden, und das Ganze findet auf dem CT-Tisch statt (wohl damit die Spritze korrekt positioniert werden kann).

Mein Arzt hat mir zwar eine Menge dazu erklärt, aber in dem Moment war ich wohl nicht so richtig aufnahmefähig... :-( Ich hab irgendwie nichts wirklich begriffen und war etwas zu begriffsstutzig um direkt nachzufragen.


Als Alternative bietet mein Arzt mir sonst nur noch eine Operation als Lösung an, aber dazu kann ich mich noch nicht SOOO schnell durchringen.

Ach ja, die bisher erfolgte Behandlung mit Krankengymnastik zum Rückenaufbau und Akupunktur zur Schmerzbehandlung hat nicht nennenswert angeschlagen: durch die Akupunktur wird der Schmerz zwar durchaus abgeschwächt, aber bereits wenige Tage nach Beendigung der Behandlung kamen die Schmerzen in gewohnter Intensität zurück, das hat es also nicht so richtig gebracht. (Obwohl ich als Schmerztherapie die Akupunktur jetzt jedenfalls solange fortführen werde, bis ich mich zu einer der anderen Behandlungen entschließen kann.
LEICHT wird die Entscheidung aber wohl nicht werden... :-(


Also nochmal: ich würde mich über Erfahrungsberichte zu dieser "Zytokinantagonisten-Spritze mit anti-TNF-alfa-Wirkstoff" SEHR freuen, zumal diese Behandlung nicht ganz billig ist und die Kostenübernahme durch meine Krankenversicherung auch noch in Frage steht.

Vielen Dank für alle Ratschläge!

und schönen Gruß,
Robert

6 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
    Re: Erfahrung mit der Zytokinantagonisten-Spritze?

    Hallo Robert!

    TNF-alpha-Inhibitoren haben noch ein sehr kleines Anwendungsspektrum!

    Gegen Bandscheibenvorfall kann es meiner Meinung nach nicht helfen, da es sich nicht um einen primären entzündlichen Prozess handelt!!!!!!!!Sondern um eine mechanische Alteration und evtl. sekundär um einen entzündlichen Prozess!

    Momentane Anwendungsgebiete sind der Mb Crohn, PCP und Versuchsweise andere Erkrankungen aus dem rheumatoiden Formenkreis, wie z.B. Mb. Bechterew!!!!! die Wirkstoffe sind sehr teuer, momentan auf dem Markt sind Infliximab und Etanercept, ob da nicht wer gutes Geschäft machen will???????????

    Momentan gibt es nur herkömmliche Schmerzmittel oder Krankengymnastik bzw. am Ende die OP, gegen den Prolaps!!

    lg gerwin

  2. Antwort von nach 11 Stunden 0 hilfreich
    Re: Erfahrung mit der Zytokinantagonisten-Spritze?


    Um eine qualifizierte Antwort zu geben, reichen diese Informationen nicht aus. In der Tat stehen diese Therapien noch ziemlich am Anfang der klinischen Entwicklung.

    Dr. med. Rolf Heimann

    • Antwort von nach 12 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Erfahrung mit der Zytokinantagonisten-Spritz

      Hallo! Um eine qualifizierte Antwort zu geben, reichen diese
      Informationen nicht aus. In der Tat stehen diese Therapien
      noch ziemlich am Anfang der klinischen Entwicklung.
      Hm, welche Informationen reichen nicht aus?
      Die über die Behandlung, oder über die Diagnose meines Arztes?
      Was bräuchte es denn noch für eine qualifizierte Aussage?


      Vielen Dank,
      Robert Delhey

  3. Antwort von nach 11 Stunden 0 hilfreich
    Re: Erfahrung mit der Zytokinantagonisten-Spritze?

    Hallo Robert,

    frage doch Deinen Arzt (ich nehme mal an, es ist ein Orthopäde) mal, welche Erfahrungen er mit dieser Therapie hat.
    Es gibt darüber hinaus noch die sehr effektive Möglichkeit der perineuralen Umflutung (sog. "PRT"). Hierbei wird, ebenfalls unter CT-Kontrolle, eine Injektionsnadel bis ca. 2mm vor der betroffenen Nervenwurzel platziert und diese mit einem Anaesthetikum/Corticoid-Gemisch umspült.
    Ehrlicherweise muß man sagen, dass, wenn es sich um einen sequestrierten NPP handelt, und diese Methode nicht mehr greift, nur noch die OP bleibt.

    Gruß, Jürgen [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

    • Antwort von nach 12 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Erfahrung mit der Zytokinantagonisten-Spritz

      Hallo Jürgen, frage doch Deinen Arzt (ich nehme mal an, es ist ein
      Orthopäde) mal, welche Erfahrungen er mit dieser Therapie hat.
      Richtig, er ist Orthopäde.
      Und ihm zufolge sollen seine Erfahrungen durchweg sehr gut sein, aber mir geht es halt um eine zusätzliche neutrale Aussage dazu.
      Tatsächlich habe ich auch schon zwei oder drei Veröffentlichungen zu dieser Behandlungsmethode gelesen, welche immer voll des Lobes waren - und in diesen Berichten drehte es sich auch um die Arztpraxis in der ich Patient bin. (Dr. Wehling, Godde, Granrath u. Baltzer in Düsseldorf)
      Aber ich möchte halt gerne mal wissen, ob ein Außenstehender DIREKTE Erfahrungen damit hat. Es gibt darüber hinaus noch die sehr effektive Möglichkeit der
      perineuralen Umflutung (sog. "PRT"). Hierbei wird, ebenfalls
      unter CT-Kontrolle, eine Injektionsnadel bis ca. 2mm vor der
      betroffenen Nervenwurzel platziert und diese mit einem
      Anaesthetikum/Corticoid-Gemisch umspült.
      Von dieser Behandlung habe ich schon des öfteren gehört (Bandscheibenschäden ziehen sich wie ein roter Faden durch meine Familie), aber dauerhaften Erfolg hatte hiermit niemand den ich kenne. Es tritt zwar sehr schnell eine Besserung ein, aber von längerer Dauer war sie nie.
      Darüberhinaus soll das Cortison wohl auch nur eine entzündungshemmende Wirkung haben (was auch die mir empfohlene Behandlung bewirken soll) und die Schmerz- oder Betäubungsmittel werden wohl nur kurzfristig Linderung bringen.
      Wenn ich das richtig verstanden habe, soll die Zytokinantagonisten-Spritze eine Weiterentwicklung dieser Behandlung sein - mit besseren Resultaten bei gleichzeitig weniger Nebenwirkungen.
      (mit Cortison habe ich schon meine ganz persönlichen Erfahrungen, die von der erwünschten Wirkung her zwar phantastisch, von den Nebenwirkungen her aber eher grauenvoll sind...) Ehrlicherweise muß man sagen, dass, wenn es sich um einen
      sequestrierten NPP handelt, und diese Methode nicht mehr
      greift, nur noch die OP bleibt.
      Wenn ich jetzt noch wüßte was ein "sequestrierter NPP" ist, dann wär ich schlauer... ;-)


      Aber vielen Dank schon mal für deinen Hinweis! Gruß, Jürgen
      off topic:
      Sag mal, irgendwie kommst Du mir bekannt vor!
      Sagt dir der Name "Dr. Bubu" etwas? Und fährst oder fuhrst Du mal einen smart?


      Schönen Gruß,
      Robert

      • Antwort von nach 16 Stunden 0 hilfreich
        Re^3: Erfahrung mit der Zytokinantagonisten-Spritz

        Hallo Jürgen, frage doch Deinen Arzt (ich nehme mal an, es ist ein
        Orthopäde) mal, welche Erfahrungen er mit dieser Therapie hat.
        Richtig, er ist Orthopäde.
        Und ihm zufolge sollen seine Erfahrungen durchweg sehr gut
        sein, aber mir geht es halt um eine zusätzliche
        neutrale Aussage dazu.
        Tatsächlich habe ich auch schon zwei oder drei
        Veröffentlichungen zu dieser Behandlungsmethode gelesen,
        welche immer voll des Lobes waren - und in diesen Berichten
        drehte es sich auch um die Arztpraxis in der ich Patient bin.
        (Dr. Wehling, Godde, Granrath u. Baltzer in Düsseldorf)
        Aber ich möchte halt gerne mal wissen, ob ein Außenstehender
        DIREKTE Erfahrungen damit hat. Es gibt darüber hinaus noch die sehr effektive Möglichkeit der
        perineuralen Umflutung (sog. "PRT"). Hierbei wird, ebenfalls
        unter CT-Kontrolle, eine Injektionsnadel bis ca. 2mm vor der
        betroffenen Nervenwurzel platziert und diese mit einem
        Anaesthetikum/Corticoid-Gemisch umspült.
        Von dieser Behandlung habe ich schon des öfteren gehört
        (Bandscheibenschäden ziehen sich wie ein roter Faden durch
        meine Familie), aber dauerhaften Erfolg hatte hiermit niemand
        den ich kenne. Es tritt zwar sehr schnell eine Besserung ein,
        aber von längerer Dauer war sie nie.
        Darüberhinaus soll das Cortison wohl auch nur eine
        entzündungshemmende Wirkung haben (was auch die mir empfohlene
        Behandlung bewirken soll) und die Schmerz- oder
        Betäubungsmittel werden wohl nur kurzfristig Linderung
        bringen.
        Die Dauerhaftigkeit dieser Therapie hängt natürlich direkt vom Verhalten des Patienten/der Patientin ab und ob eine anschließende Physiotherapie zur Aufstärkung der Muskulatur erfolgt.
        Das Corticoid bewirkt sowohl eine Minderung der Entzündung, was einhergehend mit einer Volumenreduktion der Nervenwurzel geht, als auch ein "Shrinking" der Bandscheibe lokal an dieser Stelle. Auf diese Art und Weise wird dem Nerven wieder mehr Bewegungsfreiheit gegeben und der Schmerz läßt nach. Wenn ich das richtig verstanden habe, soll die
        Zytokinantagonisten-Spritze eine Weiterentwicklung dieser
        Behandlung sein - mit besseren Resultaten bei gleichzeitig
        weniger Nebenwirkungen.
        (mit Cortison habe ich schon meine ganz persönlichen
        Erfahrungen, die von der erwünschten Wirkung her zwar
        phantastisch, von den Nebenwirkungen her aber eher grauenvoll
        sind...)
        Das höre ich jeden Tag und die Menge des benutzten Corticoids ist so gering (20-30 mg), dass die landläufig befürchtetetn Nebenwirkungen nicht eintreten. Etwas vorsichtiger muß man hier bei Diabetikern und Hypertonikern sein, es stellt aber auch kein großes Problem dar. Wie immer und überall muß man natürlich Nutzen gegen möglichen Schaden abwägen und in diesem Fall liegt das Übergewicht eindeutig beim Nutzen. Ehrlicherweise muß man sagen, dass, wenn es sich um einen
        sequestrierten NPP handelt, und diese Methode nicht mehr
        greift, nur noch die OP bleibt.
        Wenn ich jetzt noch wüßte was ein "sequestrierter NPP" ist,
        dann wär ich schlauer... ;-)
        Es gibt verschiedene Stadien des Bandscheibenvorfalles, von einer sog. Protrusion (Vorwölbung) bis zu einem sog. sequestrierten NPP. Bei letzterem hat sich bereits so viel Bandscheibengewebe in den Spinalkanal/in die Neuroforamina gesetzt -der Vorfall also schon derart groß-, dass er nur noch operativ angegangen werden kann.

        Aber vielen Dank schon mal für deinen Hinweis! Gruß, Jürgen
        off topic:
        Sag mal, irgendwie kommst Du mir bekannt vor!
        Sagt dir der Name "Dr. Bubu" etwas? Und fährst oder fuhrst Du
        mal einen smart?

        noch off topicer:
        "Dr. Bubu" sagt mir leider nichts und wenn es so weit kommt, dass ich einen Smart fahre, werde ich auch entmündigt... :-)
        (womit ich NICHTS gegen Smart-Fahrer/-innen sagen will; für mich kommt diese Kiste eben nur nicht in Frage)

        Gruß, Jürgen Schönen Gruß,
        Robert

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