Langes Warten auf Termine

Hallo zusammen!

Mir ist in letzter Zeit aufgefallen, dass es immer schwieriger wird, innerhalb relativ kurzer Zeit bei Ärzten einem Termin zu bekommen. Mir ist es jetzt soger passiert, dass ich beim Zahnarzt einen Prophylaxetermin für Ende Oktober ( ! ) erhalten habe. Bei so einem Termin stört mich das nicht weiter. Aber was ist, wenn ein Patient Beschwerden hat, die einmal abgeklärt werden müssen? Es ist natürlich klar, dass man im Notfall immer kurzfristig drankommen wird. Aber was ist mit anderen Terminen; für eine Untersuchung z.B.? Habt Ihr ähnliche Erfahrungen gemacht; wenn ja, woran könnte das liegen?

Gruß

Christoph

Hi Christoph!

Meine Erfahrung hat mir gezeigt, daß wenn man Beschwerden hat, sofort einen Termin kriegt (wie Du schon sagtest). Und das bei allen med. Fachrichtungen.
Wenn die Untersuchungen dazu dienen sollen, die Ursache für Schmerzen zu ermitteln, erfolgen diese auch sehr schnell. Und gerade deshalb kriegen die (Vorsoge-)Untersuchungen erst so spät ein Termin.

Für mich ist das einleuchtend.

Du wolltest ein Beispiel?:
Als ich schwanger war, (und aufgrund meines Alters war ich eine sog. „Risikoschwangerschaft“), wurde plötzlich einen sehr hohen Blutzuckerspiegel festgestellt. Das ist in die Schwangerschaft ziemlich einen Notfall: Innerhalb 2 Tage bekam ich einen Termin bei einem renomierten Endokrinologe, hier in München. Er höchstpersönlich (!!) übernahm die notwendigen Untersuchungen und die Erklärung und sagte mir, daß im Normalfall fast 6 Monate Warteliste haben.

Ich hoffe ich habe Dir ein bißchen weiter geholfen!

Schöne Grüße!
Helena

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Hallo Christoph,

das gibts in unserer Region nur bei manchen Ärzten, welche, die besonders gefragt sind, weil sie einen guten Ruf haben - oder weil es aus der Fachrichtung zu wenig Ärzte gibt.

Bei unserem Kinderarzt gibt es im akuten Fall (Fieber, Hautausschlag, Erkältung) Termine am gleichen Tag - oft erst am Abend. Allerdings haben wir mal eine überraschende Feststellung gemacht. Morgens gleich um 8 war ich mit dem kranken Kind beim Arzt, kam auch bald dran und hörte nebenbei wie die Sprechstundenhilfe Termine für den Abend vergab, obwohl das Wartezimmer leer war :smile:).

Mich würde mal interessiern, was wäre, wenn man es immer so macht, einfach ohne Anruf zum Arzt gehen - natürlich im akuten Fall - nicht zu Vorsorge. Im Extremfall dürfte es eigentlich nur zu einer längeren Wartezeit kommen.

Viele Grüße
Utemaus

Verteter-Besuch
Hallo Christoph!

Mir ist in letzter Zeit aufgefallen, dass es immer schwieriger
wird, innerhalb relativ kurzer Zeit bei Ärzten einem Termin zu
bekommen.

Vielleicht ist es wichtig, dass du deinem Gegenüber erklärst, warum der Termin im konkreten Fall ungünstig für dich ist.

http://www.vtwoche.de/vtwochen/Freiburg/fr_kurse.htm#4

Manchmal musst du den Termin dann sogar mit dem Behandler direkt abstimmen. Er ist nicht seine Sekretärin, wichtet Dringlichkeiten also unter Umständen anders als sie.

http://www.dirtdirt.com/headacher/

Gruß

Hallo,

mir ist aufgefallen wenn man Privatpatient ist, bekommt man schneller einen Termin.
Ich musste zum Orthopäden: die Sprechstundenhilfe fragte bei welcher Krankenkasse ich den Versichert bin. Als ich schon mit BKK anfing sagte sie dieses Quartal hätten Sie keine Termine mehr frei… aber ich könnte mich in 2 Monaten nochmal melden.

Gruss
Ilona

BKK (off topic)
Hallo Ilonka,

ist einem Bekannten passiert: Der Arzt wies ihn ab, mit der Begründung, die BKK, bei der er versichert sei, habe seit einem dreiviertel Jahr die ausstehenden Rechnungen nicht beglichen und solange das nicht passiert sei, würde er keine Mitglieder dieser Kasse mehr annehmen.

Zum Glück handelte es sich um eine Routineuntersuchung und nichts Akutes…

Viele Grüße
Diana

Hallo Christoph,

ich bin gelernte Arzthelferin, arbeite seit 3 Jahren aber nicht mehr in diesem Beruf. Meine Mutter ist niedergelassene Ärztin, dementsprechend bekomme ich noch viel mit. allerdings sicher nicht mehr alles.

Ja, als Privatpatient bekommt man fast immer schneller einen Termin als als Kassenpatient. Was objektiv gesehen logisch, subjektiv gesehen unfair ist.

Die privaten Kassen, bezahlen das was der Arzt berechnet, und das ist der ganz klare Unterschíed zu den Kassen. Hierzu gibt es genau wie für die gesetzlichen Versicherungen einen Bewertungsmassstab, nach denen alle Leistungen und deren „Preis“ aufgeschlüsselt sind.

Die gesetzlichen Versicherungen bezahlen (noch, es ist im Gespräch sowas wieder einzuführen) nicht direkt an den Arzt sondern an die Kassenärztliche Vereinigung. Selbige wurde irgendwann mal gegründet um interessen der Ärzte zu vertreten und selbige zu schützen. Heute ist es (ich möchte hier nochmal anmerken das dies hier meine persönliche, subjektive Meinung ist, stellenweise mag sie auch nicht mehr 100% aktuell sein!) ein politisches Organ um bestimme Ärztegruppen an den Rand des/in den Ruin zu treiben.

Ein Bsp.: ein Hausarzt bekommt ein Budget für ein Quartal: Medikamentenverordnungen. Setzen wir den Betrag mal fiktiv auf 10.000 Euro fest. Jetzt hat dieser Arzt möglicherweise aber für 15.000 Eur aufgeschrieben, weil er der Ansicht ist, dass wenn jemand krank ist ihm auch geholfen werden muss. Diese 5.000 Eur bezahlt der Arzt aus eigener Tasche. Es wird ihm schlicht und ergreifend von der KV abgezogen.

Dies ist nur ein Bsp von vielen.

Leistungen werden gedeckelt, d.h. es gibt einen max. Betrag den ein Arzt bezahlt bekommt (berechnet nach Anzahl der „Scheine“ = Patienten, mit einem niemals ausreichendem Budget (es waren mal 60 Euro, stellt Dir dass allein mal bei einem Patienten vor der z.B. über einen längeren Zeitraum regelmässig neue Verbände haben muss (darin ist die Leistung des Arztes und die Verbandmaterialien enthalten (zzgl. zu zu bestreitenden laufenden Kosten), ein Handwerker würde dafür nicht mal morgens aufstehen!)).

Kannst Du Dir vorstellen was das z.B. für eine Radiologische Praxis heisst, die extrem hohe Anschaffungskosten für Geräte hat, dazu kommen Wartung, speziell ausgebildete Helferinnnen etc.? Selbst wenn die wollten können sie Dir mitunter keinen Termin geben, weil sie dann selbst ziemlich schnell ziemlich pleite wären.

Wenn Du mal darauf achtest, wirst Du feststellen das viele Ärzte zur Abrechnung hin eine Woche, einen Monat, wie lang auch immer hin zumachen (wahlweise Urlaub machen, Pseudo-Fortbildungen oder ähnliches). Aber bestimmt nicht weil eine Abrechnung so lange dauert (mit EDV braucht man max. einige wenige Stunden, wenn man noch viele „Randarbeiten“ zu erledigen hat), sondern weil es sich für einen Arzt nicht lohnt so viel zu arbeiten. Meine Mutter arbeitet von Quartal ca 6 Wochen bezahlt 6 Wochen umsonst… und die kann sich garantiert nicht über zu wenig Patienten beklagen.

Mein Fazit daraus war den medizinischen Bereich zu verlassen. Mal ganz davon abgesehen wie Arzthelferinnen bezahlt werden, gehen Ärzte mehr und mehr dazu über, was man ihnen auch nicht verdenken kann, mit weniger (viele unbezahlte, denn das ist in der Branche unüblich, Überstunden) oder sogar ganz ohne Helferinnen zu arbeiten. Meine Hochachtung vor jeder Arzthelferin die bereit ist dem Druck dieser Branche standzuhalten!

Also wunder Dich nicht wenn Du länger auf einen Termin warten musst oder sorg dafür das Du idealerweise immer zum 1. oder 2. eines neuen Quartals krank wirst :smile:. Definitiv bin ich mir sicher, dass es aber auch in Zukunft nicht besser wird. Es lebe unsere Gesundheitsministerin. Damals haben wir gedacht Seehofer wäre eine Pest, heute wissen wir es besser… er war wohl eher eine Grippe.

Hoffe Dir ein wenig geholfen zu haben, mit meinen doch zugegeben recht zynischen Worten :smile:

Liebe Grüsse

Coco

Hallo Coco!

Dein Beitrag macht sicherlich vieles deutlich. Aber ich möchte an dieser Stelle klarstellen, dass es mir fern liegt, die Ärzte oder einen einzelnen Arzt an den Pranger zu stellen. Gerade mit dem erwähnten Zahnarzt bin ich sehr zufrieden. Grund für mein Posting war vielmehr die Vermutung, dass Ursache für die mitunter langen Wartezeiten ein Fehler im Gesundheitssystem ist, den der einzelne Arzt nicht zu vertreten hat. Das scheint sich ja dank deiner Ausführungen auch zu bestätigen.

Übrigens: ich bin Privatpatient und es ist mir trotzdem aufgefallen. Aber vielleicht kann man gerade daran auch erkennen, welcher Arzt bereit ist, seine Patienten, egal ob privat oder gesetzlich versichert, alle gleich zu behandeln und davor ziehe ich meinen Hut. Demnächst werde ich wacheren Auges eine Arztpraxis betreten.

Gruß

Christoph

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Hallo Christoph,

ich kann dir da ein Beispiel aus meiner Erfahrung schreiben.
Hatte letztes Jahr im August akute Schmerzen der Halswirbelsaeule und im Nacken mit einhergehendem Dauerkopfschmerz. Hatte in meiner Stadt saemtliche Orthopaeden abgeklappert um einen schnellstmoeglichen termin zu bekommen. War ja auch ein Notfall wegen der unertraeglichen Schmerzen.
Von jeden der Aertze bekam ich nur die Antwort " Wir haben dieses Jahr keine Termine mehr frei, erst ab Januar. Selbst wenn sie ein Notfall sind". Und das war echt der Hammer.

Es gab nur einen einzigen Arzt, der sich all den Akuten Notfallpatienten annahm und das sogar ohne Termin. Man musste zwar einiges an Zeit mit bringen, aber immerhin hat er mich dann beahndelt mit Spritzen. Einige Tage spaeter waren die Schmerzen weg.

Sowas wie damals hab ich auch noch nie erlebt. Da kann ich nur beten, das ich das naechste Mal die Schmerzen ein halbes Jahr frueher bekomm *gg*. Dann ist sicher auch noch ein Termin fuer mich frei :smile:)

LG Manu

privat vs. Kasse
Hallo Christoph,

Übrigens: ich bin Privatpatient und es ist mir trotzdem aufgefallen. Aber vielleicht kann man gerade daran auch erkennen, welcher Arzt bereit ist, seine Patienten, egal ob privat oder gesetzlich versichert, alle gleich zu behandeln und davor ziehe ich meinen Hut. Demnächst werde ich wacheren Auges eine Arztpraxis betreten.

ohja, das kann sehr aufschlußreich sein. Mein Freund (privatversichert) und ich (Kassenpatient) suchen z.T. den gleichen Arzt auf - insbesondere in puncto Wartezeit lassen sich eklatante Unterschiede ausmachen.

Krassestes Beispiel war ein Facharzt, dessen Wartezimmer immer überfüllt ist. Als ich diesen Arzt meinem Freund empfahl, warnte ich ihn vor den endlosen Wartezeiten, die man trotz Termin in Kauf nehmen müsse - bis zu 2,5 Stunden. Er ging hin und kam sofort dran, mußte noch nicht mal ins Wartezimmer. Tja.

Viele Grüße
Diana

Hallo Christoph & Diana,

ohja, das kann sehr aufschlußreich sein. Mein Freund
(privatversichert) und ich (Kassenpatient) suchen z.T. den
gleichen Arzt auf - insbesondere in puncto Wartezeit lassen
sich eklatante Unterschiede ausmachen.

Mein Vater (privat) und ich (KK mit „Armutszeugnis“ - Zuzahlungsbefreiung) gingen lange Zeit auch zum selben Arzt. Die Wartezeiten waren (bis auf tageszeitbedingte Unterschiede) die gleichen.
Mein Vater beklagte sich immer darüber, daß der Arzt so kurz angebunden sei. Ich habe mich trotz kaum vorhandener körperlicher Beschwerden immer relativ lange mit dem Arzt unterhalten und fühlte mich nie „abgefertigt“.

Grüße
HylTox

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Zeit objektiv/subjektiv
Hi HylTox,

tja, so macht eben jeder seine Erfahrungen :wink:

Viele Grüße
Diana

Hi Christoph,

genau das hatte ich eigentlich damit sagen wollen: Schuld ist nicht de Ärzteschaft sondern unser mehr als marodes Gesundheitssystem. Die Ärzte können gar nicht anders als so zu handeln wie sie es tun… ergo: Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen :smile:

LG

Coco

Aber ich möchte
an dieser Stelle klarstellen, dass es mir fern liegt, die
Ärzte oder einen einzelnen Arzt an den Pranger zu stellen.
Gerade mit dem erwähnten Zahnarzt bin ich sehr zufrieden.
Grund für mein Posting war vielmehr die Vermutung, dass
Ursache für die mitunter langen Wartezeiten ein Fehler im
Gesundheitssystem ist, den der einzelne Arzt nicht zu
vertreten hat. Das scheint sich ja dank deiner Ausführungen
auch zu bestätigen.

Hallo Coco,

das mit der Budgetierung muss doch etwas anders laufen.
In einer Zeitung habe ich gelesen, dass ein Arzt sehr wohl sein Budget überschreiten darf, allerdings muss er dann offen legen warum es bei wem überschritten wird. Das ist natürlich ein größerer Aufwand als einfach Patienten wegzuschicken. Leider habe ich die Quelle der Info nicht mehr parat - würde mich freuen, wenn jemand sie wüßte.

Bei der Behandlung von Kassen- und Privatpatienten bezüglich der Wartezeiten gibt es bei uns im Umkreis keinen Arzt, den ich kenne, der Privatpatienten bevorzugt behandelt.

Viele Grüße
Utemaus

Hallo Utemaus,

selbstverständlich darf der Arzt sein Budget überschreiten so viel er will. Das bedeutet für ihn nur, dass er -je weiter er sein Budget überschreitet, desto mehr arbeitet er für Lau-. Für jede Leistung gibt es eine Budgetierung, d.h. einen festen Geldbetrag. Erbringen jetzt viele Ärzte diese gleiche Leistung, wird der Betrag (mal vereinfacht) durch die Anzahl der Ärzte geteilt. Dies weiß aber natürlich kein Arzt vorher, deswegen variiert dieser Betrag auch jedes Quartal. Dies bedeutet aber auch, dass jeder Arzt immer erst 3 Monaten später weiß, was er eigentlich für die Leistung verdient. Er kann zwar am Quartalsende auf eine Nachzahlung hoffen, aber…

Gruß, Jürgen

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Hallo Manu,

das war schlimm :frowning:

hast du den dringlichen hausbesuchsdienst angefordert? mit kopfschmerzen ist ja jeder weg eine last… das verursacht zwar eingangskosten, bahnt aber nachfolgendes manchmal. wenn du eine akute gefährdung (aneurysma o.ä.) bei hyperstensiven phasen befürchtest, wär sogar die anforderung des notarztes sinnvoll. dadurch kommst du am schnellsten an die bildgebende diagnostik :frowning: ansonsten ist eine odyssee manchmal sogar die beste prophylaxe vor invasiver (fehl)diagnostik. böse zungen behaupten, dass der übergang von migräne zu aneurysma manchmal temperamentssache ist, blök.

http://www.facade.com/biorhythm/relationship/?Celeb=…
http://www.film.de/stars/html/1270.shtml

verdammt, mit wem war die frau zusammen, als jemand ein aneurysma bei ihr diagnostiziert hat? mel gibson offensichtlich nicht. der weiß ja, was frauen wollen. wie hieß der mann bloß? egal. das war nicht, was du wissen wolltest. inzwischen bin ich mir nicht mal mehr sicher, ob stone wirklich ein aneurysma hatte, als ihr einziger so toll in l.a. durchgestartet ist.

http://www.pnn.de/archiv/2002/01/12/ak-sn-fu-5515253…

jedenfalls ist sie wieder fit.

Herzlich,

an der Krankenkasse!
…ist zumindest meine Erfahrung. Privatversicherte Patienten kriegen in der Regel sehr viel schneller einen Termin, bist Du direkt versichert, also nichtmal bei einer der Ersatzkassen, sondern AOK, BKK oder ähnliches, sieht´s ganz blöd aus: das liegt an den niedrigen Entgelten, die die Fachärzte dafür von der Kasse erhalten (angeblich…). Meiner Erfahrung nach isses bei Zahnärzten und Orthopäden am schlimmsten - das sind ja auch die ärmsten unter den Weißkitteln, gelle?

Nix für ungut, liebe mitlesenden Ärzte, Ihr seid natürlich ausgenommen…

seufz, eine die auch von den Kassen lebt…
Dörte