Spritzeninfektion / schulter

durch die spritze eines arztes bekam meine mutter einen spritzeninfekt. der arzt erkannte das nicht, behandelte falsch, die schmerzen wurden immer schlimmer. erst durch einen arztwechsel wurde die diagnose „spritzeninfekt“ gestellt. bei einer punktion wurde eiter gefunden und mutter sofort in ein krankenhaus eingewiesen. nach voruntersuchungen (blutbilder, ultraschall, kernspin und weitere punktionen) wurde mutter nun zum 2. mal operiert. die schulter wurde jeweils aufgeklappt und eiter ausgespült. der arm ist bisher bandagiert. nun fängt die krankengymnastik an.
2 fragen:
wie entstehen solche spritzeninfektionen beim arzt?
kann man hier (mit erfolgsaussichten) schmerzensgeldforderugen stellen?
meine mutter ist 80 jahre alt, die OPs haben sie sehr geschlaucht und sie hatte vorher so starke schmerzen, dass sie nicht schlafen und nur noch weinen konnte. es war schrecklich!
vd für eure antworten.
ciao - george

Hallo George,

Du meinst nicht zufällig einen Spritzenabszess? Die Bezeichnung ‚Spritzeninfekt‘ ist mir bisher noch nicht begegnet und wäre zudem heutzutage eher unwahrscheinlich, weil Einwegspritzen und -kanülen verwendet werden. Die besagten Abszesse entstehen, wenn die Injektionslösung nicht dort landet, wo sie eigentlich hin soll; Beispiel: Calcium wird anstatt intravenös in einen Muskel oder ins Fettgewebe gespritzt.

wie entstehen solche spritzeninfektionen beim arzt?

Siehe oben.

kann man hier (mit erfolgsaussichten) schmerzensgeldforderugen
stellen?

Ja, allerdings solltest Du bzw. sollte Deine Mom ein unabhängiges Gutachten erstellen lassen. Normalerweise hilft da die Ärztekammer bzw. die Kassenärztliche Vereinigung gerne weiter, aber auch hier http://www.inkanet.de/info/sozialrechtlich/precht.htm findest Du einige - patientenfreundliche - Anlaufstellen.

meine mutter ist 80 jahre alt, die OPs haben sie sehr
geschlaucht und sie hatte vorher so starke schmerzen, dass sie
nicht schlafen und nur noch weinen konnte. es war schrecklich!

Ich glaube es Dir auf’s Wort, aber die in Deutschland gezahlten Schmerzensgelder sind nun wirklich rein symbolischer Natur…

Beste Grüße

Tessa

Hallo,
selbst wenn Einmalkanülen verwendet werden, können durch verwenden derselben Kanüle zum Aufziehen und Injizieren zuviel Keime an die Kanüle gelangen. Zuviel, weil selbst die sterilste Kanüle nach dem Auspacken immer Keime enthält. Je nach Zustand der Immunabwehr kommt Dein Körper damit zurecht oder nicht. Ein weiteres Problem - zu häufige Injektionen im selben Bereich. Hierdurch häufen sich die Keime, bis evtl. die Immunabwehr nicht mehr damit klar kommt.
Die Behandlung den Abzeß gleich aufzuschneiden ist ein bisschen Hardcore. Es läßt sich durch punktieren, absaugen und spülen (mit Antibiotika) meist ohne einen solchen Eingriff überstehen. Zudem ggf. eine Zugsalbe wie Ichtholan, die die Entzündung nach „außen transportiert“.
Bzgl. Schmerzensgeldforderungen kann ich wenig sagen. I.allg. ist es schwer dem Arzt Nachlässigkeit nachzuweisen. Bei einer 80 jährigen wird er sich sofort auf die verminderte Immunabwehr berufen. Aber evtl. haben andere hier detailliertere Informationen.

Gruss
Enno

hallo george,

hier ein link zum thema schadenersatz.

http://www.finanztip.de/recht/medizin/fg069.htm

mfg
eddie

Die
besagten Abszesse entstehen, wenn die Injektionslösung nicht
dort landet, wo sie eigentlich hin soll; Beispiel: Calcium
wird anstatt intravenös in einen Muskel oder ins Fettgewebe
gespritzt.

Die Schulter ist allerdings nicht gerade ein klassischer Ort für intravenöse Injektionen…

Sebastian

Hallo Sebastian,

intravenöse Injektion in die Schulter habe ich noch nie gehört…wie wär’s denn mit einer intraartikulären Injektion ?
Ein Infekt in einem Gelenk ist niemals auf die leichte Schulter zu nehmen.

Gruß, Jürgen

Die Schulter ist allerdings nicht gerade ein klassischer Ort
für intravenöse Injektionen…

Sebastian