Hallo Kim
Hier ist jetzt Nacht, und Du bist vielleicht trotzdem in den USA auch schon online - also zeitversetzt mein Versuch:
Du schilderst Übermüdung und danach eine Art störende Wachphase, wobei Du nicht ein schlafen kannst.
Das mag genau so sein, oder aber Dir selbst so bewusst werden. (Viele Leute benerken gar nicht, wenn sie kurz einschlumemrn und würden Stein und Bein schwören, wach gewesen zu sein. In dem Fall hättest Du eher eine Durch schlafstörung.)
In den Antworten las ich bis jetzt auch vieles Interessante, aber auch „im Drugstore Melatonin kaufen“ usw.
Zuerst würde ich abklären , ob es Häufungen solcher „Horrornächte“ gibt und ob etwa zu dem Zeitpunkt wo Du schlafen willst in der Umgebung ungewohnte Geräusche oder Lichter einsetzen, die Dich aus dem nahenden Schlaf reißen - Du musst das nicht einmal bewusst wahrnehmen.
Zweite Stufe: Abklären der zusammenhänge: Träumst du zuvor oder hast du irgend welche Probleme, etwa mit Wohnungssuche, Arbeitsplatz, Anpassung an eine andere Kultur, Familiäre Angelegenheiten, Hilflosigkeit aus der Ferne etwas nicht lösen zu können, etc.
Dritte Stufe: Abklären der Organischen Ebene.
Schilddrüsenfunktion untersuchen lassen (ein guter Tipp - steht schon im Brett)
Schlaflabor und Schlaftiefen-Kurven bestimmen,
EEG schreiben, Aktivitäten zu bestimmten Phasen anschauen lassen.
Mit dem Melatonin bzw. Cortico-Melanotropin kann es schon was zu tun haben, aber Ihr habt in den USA doch zur Zeit keinen Winter, oder?
Licht ist wesentlich für den Tag-Nacht-Zyklus und für die psychische Befindlichkeit. Dieser (biologische) Rhythmus setzt sich aus mehreren zusammen wirkenden Rhythmen unterschiedlicher Phasenlänge zusammen und kann in einem fernen Land über viele Wochen gestört sein (z.B. aufgrund Jet-lag).
Licht wirkt direkt über die Netzhaut und über die - unbekleidete - Haut und setzt dabei komplexe hormonelle Zyklen in Gang. Einfach eine der darin wirksamen Substanzen kaufen gehen und zuführen, stört mehr als es nützt. Lass es deshalb vorerst am besten bleiben.
Die Amis führen in Drugstores eben doch Alles - das hat aber eher mit dem Gesundheitssystem zu tun als mit Gesundheit 
Nun ist eine Ein schlafstörung auch ursächlich etwas Anderes als eine Durch schlafstörung.
Ungefährer Merksatz:
Ein schlafen: eher äußere (Fremd-) Faktoren,
Durch schlafen: eher innere Störungen ( depressive Zustandsbilder). Zu den depressiven Formenkreisen zählen immer deutlicher hirnphysiologische Besonderheiten, wobei hier die Forscher noch nicht ausreichende Erkenntnisse besitzen.
Was also tun?
Am besten möglichst locker und ohne „vorauseilende Horrorvisionen“ schon bei Tage gemütlich die besten Bedingungen für den nächsten Nachtschlaf planen, Störfaktoren minimieren und evtl. zum Einschlafen einen „Nacht-Tee“ aus Kräutern trinken.
Gut ist auch vor dem Schlafen körperliche Aktivität:
Muskelarbeit reduziert auf biochemischem Weg eventuelle Anhäufungen von Stresshormonen, die ebenfalls schlafstörend wirken können.
Oder sich in Gesellschaft herzhaft durch- und auslachen.
Lachen, Weinen und Sex (orgasmus) sind auf der Körperebene verwandt. Sie bringen am Ende die „Glückshormone“ ins Blut: Endomorphine und Enkephaline, die eine euphorisierende, aber auch „erschöpfende“ Wirkung haben. Nach dem Orgasmus (post coitum) ist jedes Tier „trist“ (erschöpft).
Und am Ende dieser Zeilen:
Nach so viel Hirnakrobatik hast Du dir eine ruhige, erholsame Nacht verdient.
Schlaf gut.
V.