Medizin nur für Männer?

Hallo,

erschreckend was gerade im ARD lief. Ich habe das erste Mal davon erfahren:

http://www.daserste.de/wwiewissen/thema_dyn~id,am5kv…

Medikamente sind in erster Linie an Männern getestet und auch auf Männer abgestimmt. Manche Präparate wie Herzmittel, Psychopharmaka und Anästesiemittel wirken nach Studien auf Frauen anders.

Doch Panik soll nun keiner bekommen. Es müssten nur die Forschungen erweitert werden.

*grübel AN*
Doch ob die Industrie da mitmacht? Die wollen doch Geld machen und nicht ausgeben. Warum wurden frühere Hinweise auf unterschiedliche Wirkungen nicht ernst genommen?
*grübel AUS*

olli

Hi olli,

was haben denn die Männer zum Geschmack der Anti-Baby-Pille gesagt? Und wie geht es Männern mit Hormonpräparaten gegen Beschwerden des Klimakterium oder wie das heißt?

Man muss nicht immer alles sofort glauben auch wenn es im ersten kommt.

gruss

Hi Olli

Medikamente sind in erster Linie an Männern getestet und auch
auf Männer abgestimmt.

Falsch! Medikamente sind in erster Linie an TIEREN gestestet! Erst anschliessend werden diese chemischen Keulen auf die Menschheit losgelassen, wenn die Vivisektoren in ihren scheusslichen Versuchen nicht die Bohne weit gekommen sind resp. weil sie wissen, dass Tiere und Menschen UNTERSCHIEDLICH reagieren!

Doch Panik soll nun keiner bekommen. Es müssten nur die
Forschungen erweitert werden.

Na klar, noch mehr Geld in die sog. „Forschung“ reinbuttern, die eh nix bringt, da an TIEREN getestet. Jeder weiss, dass Tiere anders reagieren als Menschen! Man kann in Tierversuchen nicht mal von der einen Tierrasse auf die andere schliessen (z.B. vom Beagle auf Schäferhund …). Und da will man die Ergebnisse von Tieren auf den MENSCHEN übertragen?? Und die Forschungen erweitern???

Bei Interesse kannst ja mal diesen Link anklicken. Diese Seite wurde von einem ehemaligen Tierexperimentator erstellt, der die Sinnlosigkeit der Tierversuche eingesehen hat und heute GEGEN diese Tierversuche ist: http://www.animalexperiments.ch/

LG
Moni

Hallo,

was haben denn die Männer zum Geschmack der Anti-Baby-Pille
gesagt?

Das weiß ich nicht mehr, aber es wurde kein einziger von ihnen schwanger, das steht fest.

:wink:

Gruß

Gollum

Hallo,

dass viele Medikamente bei Männern und Frauen durchaus unterschiedlich wirken, ist schon länger bekannt. So ist z.B. die Gefahr der Tablettensucht bei Frauen deshalb größer, weil Frauen bei vielen Schlaf- und Schmerzmitteln eine höhere Dosis benötigen, um einen vergleichbaren Effekt zu erzielen. Ein wichtiger Grund aber nicht der einzige für diese Unterschiede ist, dass Frauen aufgrund der Unterschiede in den Hormonkonzentrationen, schon eine andere Aufnahme des Medikaments zeigen (also wieviel des genommenen Medikaments z.B. in den Blutkreislauf kommt). Es gibt auch häufig Unterschiede bei Frauen, die die Pille nehmen zu denen, die sie nicht nehmen.

Als Folge des Contergan-Skandals hatte man - das heißt also zunächst in bester Absicht - damit angefangen, Frauen bewusst aus den klinischen Studien herauszunehmen. Es gab lange ein Gesetz, das Frauen in der ersten Testphase nicht zuließ.

Erst in den letzten Jahren wurde verstärkt festgestellt, dass manche Medikamente bei Frauen nicht wirken oder zu stark wirken. Warum dieses Dilemma nicht beseitigt wird, hat sowohl finanzielle als auch Interessens- und unbewusste gründe.

Finanziell:
* Das Nachtesten bereits zugelassener Medikamente hätte enorme Kosten zu Folge.
* Frauen zeigen leiden häufiger unter Nebenwirkungen, weshalb Frauen als Testpersonen nicht so erwünscht sind.
(*) Ob Frauen bei den meisten Medikamenten schlechter anschlagen, kann ich nicht wirklich sagen. Ich war bisher davon ausgegangen, hatte aber vor allem von Untersuchungen zu Schmerzmitteln gelesen. Nun hab ich aber vor ca. 3 Wochen gerade einen Vortrag zu dem Thema gehört, in dem die Professorin auch Beispiele aufführte, bei denn Frauen unter einer Überdosierung litten (da die Dosis für Männer optimiert wurde). Sie betonte, dass es bisher keine Regel gibt, ob die Wirkung stärker oder schwächer ist.

Interesse & Unbewusst

* Die meisten Wissenschaftler sind weiterhin Männer, und das Interesse speziell weibliche Probleme zu untersuchen ist geringer.
* Man hat herausgefunden, dass männliche Ärzte (von denen es immernoch mehr gibt als weibliche) unbewusst mehr männliche Testpersonen aussuchen, weibliche Ärzte mehr weibliche.

Und zuletzt: Nein, man kann das Problem nicht dadurch in den Griff bekommen, alte Testreihen erneut auszuwerten, denn häufig wurde das Geschlecht der Testperson nicht vermerkt. In manchen Fällen, wenn die Anzahl der weiblichen Testpersonen bekannt ist, ist diese zu gering, um der Statistik zu genügen.

Viele Grüße

Hallo olli,

erschreckend was gerade im ARD lief. Ich habe das erste Mal
davon erfahren:

http://www.daserste.de/wwiewissen/thema_dyn~id,am5kv…

Na ja, eigentlich durchaus bekannt:wink:

Doch ob die Industrie da mitmacht? Die wollen doch Geld machen
und nicht ausgeben. Warum wurden frühere Hinweise auf
unterschiedliche Wirkungen nicht ernst genommen?
*grübel AUS*

A) Nicht nur die „Industrie“ hat das verschlafen. Im deutlich größerem Maße ja wohl die Forschung insgesamt, d.h. u.a. die Universitäten!

B) Fraglich ist für mich, ob nicht die Streuung vieler Medikamentwirkungen (s. Nebenwirkungen) nicht zwischen Mensch zu Mensch zum Teil größer ist, als zwischen Mann und Frau

C) Wurde auch in diesem Bericht expressis verbis von Panikmache gewarnt, da auch Frauen:wink: in D durchaus sehr gut medizinisch versorgt sind, da die meisten Medikamente eben keine besondere Wirkung auf Frauen haben.

Grüße
Jürgen

Hallo Juergen,

A) Nicht nur die „Industrie“ hat das verschlafen. Im deutlich
größerem Maße ja wohl die Forschung insgesamt, d.h. u.a. die
Universitäten!

Ja.

B) Fraglich ist für mich, ob nicht die Streuung vieler
Medikamentwirkungen (s. Nebenwirkungen) nicht zwischen Mensch
zu Mensch zum Teil größer ist, als zwischen Mann und Frau

Nein, die Unterschiede zwischen Mann und Frau weichen bei einigen Medikamenten sehr stark voneinander ab.

C) Wurde auch in diesem Bericht expressis verbis von
Panikmache gewarnt, da auch Frauen:wink: in D durchaus sehr gut
medizinisch versorgt sind, da die meisten Medikamente eben
keine besondere Wirkung auf Frauen haben.

Ja und Nein. Die medizinische Versorgung in D ist sicherlich sehr gut, auch im Vergleich zu manch anderer Industrienation. Das heißt, auch die Frauen sind ziemlich gut versorgt.

Dennoch zeigt bsp. die Nachbehandlung bei einer bestimmten Herzoperation bei Männern sehr gute Ergebnisse, während bei Frauen eine leichte Erhöhung der Mortalität zu verzeichnen ist (im Vergleich zu keiner Behandlung bzw. Plazebogabe).

Wie in meinem anderen Beitrag erwähnt, leiden Frauen häufiger unter Nebenwirkungen als Männer.

Mir stellt sich allerdings die Frage, ob es überhaupt möglich ist, Frauen „gleich gut“ zu versorgen. So wie ich das bisher sehe, wird man sich immer für einen Kompromiss zwischen erwünschter und unerwünschter Wirkung entscheiden müssen.

Und trotz der schlechteren Versorgung leben Frauen länger, auch hier ist die Medizin noch nicht am Ende ihrer Forschung.

Viele Grüße

nicht nur Frauen
Noch eine kleine Ergänzung:

Nicht nur Frauen, auch z.B. Schwarze, Asiaten, Europiden etc. reagieren unterschiedlich.

Z.B. auch so, dass ein Medikament bei schwarzen Männern und Frauen und bei weißen Männern gut anschlägt, bei weißen Frauen jedoch nicht (ich glaub’, dass war ein Beta-Blocker, erinnere mich aber nicht mehr genau; ich werd überhaupt mal gucken, ob ich nicht noch ein paar Zahlen wiederfinde).

Hallo foo,

B) Fraglich ist für mich, ob nicht die Streuung vieler
Medikamentwirkungen (s. Nebenwirkungen) nicht zwischen Mensch
zu Mensch zum Teil größer ist, als zwischen Mann und Frau

Nein, die Unterschiede zwischen Mann und Frau weichen bei
einigen Medikamenten sehr stark voneinander ab.

Das ist mir klar. Nur wurde z.B. bei der Wirkung eines „Anästhetikums“ pauschal beschrieben, dass Frauen nach 7 Min. aufwachen, Männer nach 11 Min. Es wurde nicht genannt, wie groß die Schwankung beim Menschen insgesamt ist. Wachten z.B. ein größerer Teil der Männer (z.B. die Männer mit großem Fettgehalt) ebefalls deutlich früher auf, während schlanke Frauen deutlich später aufwachen wäre hier IMHO kein(!) Unterschied im Geschlecht zu suchen, sondern einer im Fettgehalt des Körpers. (Das ist jetzt ein Primitivbeispiel, soll bloß zeigen, dass für mich vieles in diesem Beitrag pauschalisiert wurde…)

Und trotz der schlechteren Versorgung leben Frauen länger,
auch hier ist die Medizin noch nicht am Ende ihrer Forschung.

:wink:

Grüße
Jürgen

Hi,

ergänzend:

Bei Frauen schwankt auch Hormon- und Cholesterinspiegel wohl im Verlauf des zyklus sehr - außerdem haben einige zyklusbedingtes „Unwohlsein“ das sich manchmal nicht eindeutig zuordnen läßt. Ist für Forscher unbequem, sowas auszufiltern und daher wurde bei Studien dann oft Frauenbeteiligung ganz gestrichen.

Grüße

Wendy

Hallo,

da gab es übrigens in der BRIGITTE vor einiger Zeit (ca. 1 Jahr?!)einen sehr umfassenden Artikel - allerdings habe ich ihn im Archiv nicht gefunden. Evtl. kann die Redaktion Dir aber weiterhelfen. Die sind immer recht nett bei Anfragen!

Grüße

Wendy

Hallo,

erschreckend was gerade im ARD lief. Ich habe das erste Mal
davon erfahren:

http://www.daserste.de/wwiewissen/thema_dyn~id,am5kv…

Medikamente sind in erster Linie an Männern getestet und auch
auf Männer abgestimmt. Manche Präparate wie Herzmittel,
Psychopharmaka und Anästesiemittel wirken nach Studien auf
Frauen anders.

hab das mit den früher aufwachenden frauen gelesen. klar gehst du bei frauen früher mit der dosis raus. relativ gesehen. bei männern sind abwehrbewegungen schwerer abzufangen. bärenkräfte kennst du erst, wenn du sie unkontrolliert erlebst. jeder hat den anspruch, genauso aufzuwachen, wie er eingeschlafen ist. entspannt und grinsend. ohne bondagespuren. also wartest du die absolute reizfreiheit ab, um einen tiger ausschlafen zu lassen. frauen sind insgesamt reaktionsschneller. auch im aufwachen. wichtig ist, dass die relaxans dann schon vollständig raus sein muss. und das ist der balanceakt. auch bei ultrakurz wirkenden präparaten. beim waschbrettbauch erwartest du auch eine perfekte narbe. bei frauen kannst du die phase oft schon mit opiaten abfangen. die schmerzfreiheit nach der narkose darf unter der logistik nicht leiden. soweit zur narkose. aus dem stehgreif. bei männern musst die die relativ höhere relaxansdosis mit opiaten abfangen, sonst bleibt ein gelähmtsein als neurotisierendes engramm. abgesehen davon kann es extrem unangenehm sein, von einem gerade noch schlafenden in den hintern gekniffen zu werden. die kraft ist dann kaum dosiert.

gruß

Warum soll man diese Erkenntnisse bei der Medikamentenforschung einbeziehen? Die Kosten ja nur und gegen die allfällige Nebenwirkungen etc kann man ja dann wieder Medikamente verkaufen… etc…
Denkt doch an die Arbeitsplätze die damit in der Pharma geschaffen/erhalten werden.