Hallo ExpertInnen,
Möchte gern mal wissen, ob denn ein fehlender Puls-Schlag als Extrasystole bezeichnet wird. Meist hört man von zusätzlichen Herz-Schlägen. Bei mir aber macht es: bumm, bumm, bumm …bumm. Man hat das Gefühl, das Herz hätte einen Schlag, also eine Systole vergessen, also nicht eine „extra“ zusätzliche. Es scheint, dass der Ausdruck „Etradiastole“ gar nicht gebraucht wird.
Mit Dank und Gruss: hardy
Hallo!
Das geht mir auch so. Meines Wissens nach, fühlt es sich aber nur so an, als ob ein Schlag fehlt. Tatsächlich kommen zwei sehr schnell hintereinander und danach eine längere Pause. Das schnelle Hintereinanderschlagen nimmt man nicht wahr, dafür aber das Aussetzen (also die Pause) danach umso mehr. Extrasystolen im Ruhezustand sind meistens ungefährlich, sollten natürlich dennoch in jedem Einzelfall vom Arzt abgeklärt werden!
Gruß,
Iceman
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Hi Hardy,
Extrasystolen sind, wie der Name auch schon sagt, Herzaktionen außerhalb des normalen Sinusrhythmus. Auf einem EKG erkennt man sie auch wirklich als „krumme und schiefe“ Extraschläge, die nicht das typische aussehen eines QRS-Komplexes haben.
Es kann aber gut sein daß Du eine Extrasystole wie einen „Aussetzer“ empfindest weil möglicherweise ein nachfolgender Kammerkomplex überlagert wird.
Extrasystolen sind eine normale Sache, jeder hat ca. 1 pro Minute. Erst wenn’s häufig auftritt muß man es als Problem sehen. Manchmal spürt man einen solchen vermeintlichen Aussetzer und das ist nicht gefährlich, aber unangenehm. Ich kenne es bei mir vor allem dann wenn ich unter länger dauerndem Streß stehe.
Wirkliche „Aussetzer“ kommen gewöhnlich dadurch zustande dass elektrische Erregungsimpulse vom Reizleitungssystem des Herzens nicht korrekt weitergeleitet werden. Sie enstehen im Sinusknoten und sollten dann über den AV-Knoten und weitere Strukturen fortgeführt werden. Wenn der AV-Knoten das aus irgendwelchen Gründen verhindert spricht man von einem AV-Block. Je nach Art und Weise unterscheidet man noch verschiedene Formen, aber hier kommt es dann wirklich zum Ausbleieben von Kammeraktionen. Schrittmacher hilft. 
Gruß,
MecFleih
Hallo Mc Fleih,
also ich habe einen sogen. „Rechtsschenkelblock“ und bin jetzt etwas beunruhigt wegen deiner Aussage, ein Schrittmacher würde helfen. Mein Hausarzt hat dies noch mit keinem Wort erwähnt. Ich treibe viel Sport und bin erst 37! *panikkrieg*
Muss ich jetzt beunruhigt sein?
Gruss Quirli
Hi Quirli,
nein, Du mußt keine Panik kriegen - das würde alles nur noch schlimmer machen *lach*.
Im Ernst:
Ich hatte ja schon geschrieben dass die elektrischen Impulse, die zum Herzschlag führen, im Sinusknoten entstehen. Von dort wandern sie über den AV-Knoten in die Tawara-Schenkel, welche sich in 1 rechten und 2 linke Schenkel auftrennen. Der kleinere rechte bringt die Erregung zur rechten Herzkammer, die beiden größeren linken versorgen das linke Ventrikel.
Da das Herzmuskelgewebe aber Erregungen auch selber weiterleiten kann bedeutet der Ausfall eines Schenkels nicht wirklich eine Katastrophe, sofern z. B. über den anderen Schenkel Erregungspotentiale ankommen. Besser ist es freilich schon wenn alle Bereiche ohne Blockierung funktionieren, denn dann ist Redundanz gegeben und außerdem werden die beiden Ventrikel immer in der perfekt passenden Zeitabfolge erregt.
Prinzipiell ist ein Schenkelblock also keine Katastrophe und insbesondere ein Rechtsschenkelblock ist noch unkritischer als ein Linksschenkelblock. Trotzdem stellt sich natürlich die Frage nach der Ursache, und auch ob am Herzen irgendwelche Prozesse ablaufen, die nicht so ganz gut sind… insofern bist Du gut aufgehoben wenn Dein Arzt die Sache im Auge behält. Dass irgendwann über einen Schrittmacher nachgedacht werden muß ist nicht auszuschliessen, es ist aber auch nicht so dass Du das unmittelbar erwarten mußt - es hängt eben von Deinen speziellen Präferenzen ab. Wenn Du deinem Arzt vertraust und er die Sache ausgiebig beobachtet würde ich mich freuen wenn er nicht von einem Schrittmacher spricht und das Thema bei Dir nicht aktuell ist.
Schöne Grüße und alles Gute,
MecFleih
Uff, herzlichen Dank für die ausführliche Antwort. Also mein Hausarzt erachtet es noch nicht einmal für nötig, bei meiner Tauchertauglichkeits-Untersuchung ein Belastungs-EKG zu machen, eben weil ich so viel Sport mache und mein Puls/Blutdruck und mein normales EKG wohl so „gute“ Werte anzeigen. Jetzt kann ich beruhigt weiter zum Training gehen …
erleichterte Grüsse
Quirli
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]