Silbernitrat bei Neugeborenen

Liebe Experten,

ich habe gelesen, das in den USA neugeborenen Baby´s
die Augen mit einer Silbernitratlösung ausgewaschen werden,
um Infektionen zu verhindern. /(durch evtl. Keime aus dem
Geburtskanal)

Meine Frage: Wird/Wurde das auch in Deutschland gemacht?
Hoffe einige Geburtshelfer (o.ä.) können fachkundige Auskunft
geben.

Mit freundlichem Gruss

Oliver-Michael

Hallo Oliver-Michael,

Die Augen werden nicht damit „ausgerieben“.
Zur Prophylaxe wird jedem Neugeborenen je 1 Tropfen 1 %ige Silbernitratlösung (Höllenstein) in den Bindehautsack beider Augen geträufelt. Mittlerweile ist wegen der Nebenwirkung der Silbernitratlösung auch in Deutschland schon lange eine Disskussion im Gange: http://www.thieme.de/abstracts/zgn/abstracts2001_2/d…

Eine Abwandlung der Methode besteht heute in der Verwendung öliger Penicillin-, Gentamycin-Lösungen.

Bei Elternuneinverständnis und Vorliegen eines negativen Vaginalabstriches der Mutter kann neuerdings auf die Prophylaxe beim Kind verzichtet werden.

Vor Einführung der Credéschen Prophylaxe war die Gonoblennorhoe die häufigste Ursache einer Erblindung im Kindesalter. Die Credéschen Prophylaxe geht auf den deutschen Gynäkologen K. Credé (1819-1892) zurück und ist heute gesetzlich vorgeschrieben. Sie besteht im Einträufeln von 1%iger Silbernitratlösung (Höllenstein) in jedes Auge.
Unter der Gonoblennorrhoe versteht man eine eitrige Bindehautentzündung bei Neugeborenen infolge einer Infektion des Kindes bei seiner erkrankten Mutter während der Geburt. Die Inkubationszeit beträgt 2 - 4 Tage. Infolge der Bindehautentzündung kann es zur Bildung von Geschwüren und deren Übergriff auf die Hornhaut mit der Gefahr der Erblindung kommen.

Gruß, Renate

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Silbernitrat bei Neugeborenen

Hallo Oliver-Michael,

Die Augen werden nicht damit „ausgerieben“.
Zur Prophylaxe wird jedem Neugeborenen je 1 Tropfen 1 %ige
Silbernitratlösung (Höllenstein) in den Bindehautsack beider
Augen geträufelt. Mittlerweile ist wegen der Nebenwirkung der
Silbernitratlösung auch in Deutschland schon lange eine
Disskussion im Gange:
http://www.thieme.de/abstracts/zgn/abstracts2001_2/d…

fv_12_7.html

Eine Abwandlung der Methode besteht heute in der Verwendung
öliger Penicillin-, Gentamycin-Lösungen.

Bei Elternuneinverständnis und Vorliegen eines negativen
Vaginalabstriches der Mutter kann neuerdings auf die
Prophylaxe beim Kind verzichtet werden.

Vor Einführung der Credéschen Prophylaxe war die
Gonoblennorhoe die häufigste Ursache einer Erblindung im
Kindesalter. Die Credéschen Prophylaxe geht auf den deutschen
Gynäkologen K. Credé (1819-1892) zurück und ist heute
gesetzlich vorgeschrieben. Sie besteht im Einträufeln von
1%iger Silbernitratlösung (Höllenstein) in jedes Auge.
Unter der Gonoblennorrhoe versteht man eine eitrige
Bindehautentzündung bei Neugeborenen infolge einer Infektion
des Kindes bei seiner erkrankten Mutter während der Geburt.
Die Inkubationszeit beträgt 2 - 4 Tage. Infolge der
Bindehautentzündung kann es zur Bildung von Geschwüren und
deren Übergriff auf die Hornhaut mit der Gefahr der Erblindung
kommen.

Gruß, Renate

Hallo Renate, danke für die präzise und kompetente Antwort.

Gruss

Oliver-Michael

Hallo ihr alle,
aus eigener erfahrung (meine Kleine ist jetzt 6 Wochen alt) kann ich Euch sagen, dass in den USA nach wie vor die Augen behandelt werden, aber nicht mehr mit Hoellenstein, sondern mit einer desinfizierenden Salbe. Die brennt nicht mehr in den Augen, die Babies schreien also nicht mehr. Einziger Nebeneffekt ist, dass sie fuer einige Minuten fast nichts sehen, weswegen die Behandlung auf Wunsch der Eltern auch erst 1-2 Stunden nach der Geburt durchgefuehrt werden kann. Gemacht werden muss es allerdings, da beisst die Maus keinen Faden ab!
behandelnde Gruesse
Ralph

Hallo Oliver Michael,

ich habe die obligatorischen Silbernitrattropfen bei unserer Jüngsten nicht geben lassen. Bekam ein Merkblatt mit - die darin enthaltene Indikation für dieses Medikament war bei mir nicht gegebn.
Spezielle Untersuchungen waren dafür nicht notwendig.
Die Kleine hatte keine Probleme.

Viele Grüße
Utemaus

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]