Niere spenden?

Hallo zusammen,

ein Arbeitskollege von mir hat mich heute um Rat gebeten, da sein Vater seit letzter Woche an der Dialyse hängt und er sich nun mit dem Gedanken trägt, ihm eine Niere zu spenden.
Da ich weder Mediziner bin, noch mich je mit diesem Gedanken auseinander setzen musste, hätte ich gerne mal Eure Meinung zu diesem Problem gehört.

Vielleicht noch als Hintergrund:
Der Kollege ist 37, sein Vater 64.
Der Vater hat das Leiden schon länger, es konnte allerdings immer mit Medikamenten in den Griff bekommen werden. Daher hat er auch weiterhin recht unbekümmert alles gegessen und getrunken, ohne Rücksicht auf seine Gesundheit.
Nun ist ihm aber seitens seines Arztes gesagt worden, dass er definitiv für den Rest seines Lebens alle 2 Tage für 4 Stunden zur Dialyse muss, es sei denn, er bekäme eine gespendete Niere.

Es geht mir bei diesem Posting nicht um medizinische Voraussetzungen wie: übereinstimmende Blutgruppe, Gewebe etc, sonder nur darum, ob man einem 37jährigen raten soll, eine Niere zu spenden oder nicht.

Danke im voraus
Gruß
R.

hallo,
er sollte gegenüber einem behandelnden arzt diese überlegung ansprechen, als überlegung.
dann wird er umfassend beraten werden. in jeder hinsicht.
über alle risiken.
unverbindlich, in ruhe und kompetent.
was anderes kann man ihm kaum raten.
charlotte

Der Kollege ist 37, sein Vater 64.
Der Vater hat das Leiden schon länger, es konnte allerdings
immer mit Medikamenten in den Griff bekommen werden. Daher hat
er auch weiterhin recht unbekümmert alles gegessen und
getrunken, ohne Rücksicht auf seine Gesundheit.

e zu spenden oder nicht.

Hallo!
unter den Vorrausetzungen kann ich die Bedenken gut verstehen.
Ich denke es kommt wirklich darauf an(das klingt vielleicht hart und gemein)aber wenn Dein Kollege denkt, er säuft ja eh weiter und hat vielleicht kein Gutes Verhältnis zu seinem Vater(sonst hätte er nach meiner Meinung sofort ja gesagt, ohne um Rat zu fragen) das er das nicht möchte, sollte er das auch nicht tun.
Man sollte das jedenfalls nicht unter Zwang tun.
Liebe Grüße!
Sonja

Hallo,
zunächst kann ein Mensch mit einer intakten Niere leben. Die für ihn sicher interessante Frage wäre, inwieweit sich durch das Spenden die Wahrscheinlichkeit erhöht, selbst einmal in die Situation wie sein Vater zu gelangen (durch Krankheit, Unfall etc.). Da könntest Du ihm helfen, indem Du nach entsprechenden Statisken Ausschau hälst.
Dagegen rechnen wird er sein Verhältnis zum Vater und die Einschränkung der Lebensqualität, die mit Dialyse für den Vater verbunden ist (das wohl übelste dürfte die minimale Menge an Flüssigkeit sein, die täglich getrunken werden darf). Diese Punkte kann nur er allein beurteilen.

Gruss
Enno

Hallo Rainer,

die Antwort auf die Frage ob er seinem Vater eine Niere spenden will oder nicht, muss Dein Arbeitskollege ganz alleine finden.

Ich werde meinem Mann eine Niere spenden (OP-Termin steht schon). Ich habe mich ausführlich über das Thema Lebendspende informiert und habe dann meinem Mann das Angebot gemacht, ihm eine Niere zu schenken.

Die Risiken für mich sind minimal - für mich ist es wichtig, dass wir wieder ein „freies“ Leben führen können - OHNE Maschine!

LG,
Lucky

Hallo Lucky,

wo genau hast Du Dich erkundigt.
Kannst Du mir einige Hinweise geben, die ich weitergeben kann?

Zu Deiner persönlichen Spende:
Ich würde bei meiner Frau genauso reagieren und (wenn passend) sofort spenden.
Das liegt aber eher daran, wir beide mit 38 Jahren hoffentlich noch 45 - 50 Jahre gemeinsam vor uns haben.
Bei dem Vater meines Kollegen sind es aber doch einige Jahre weniger.
Und der Kollege selber hätte dann die nächsten 50 Jahre nur noch eine Niere.

Gruß
Rainer

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Hallo Rainer,

ich habe mich vorab im Internet bezügl. der Thematik Lebendspende informiert. Eine sehr gute Seite ist www.nierentransplantation.de (ist die Homepage vom Katharinenhospital in Stuttgart). Hier sind Erfahrungsberichte von Patienten, die entweder eine Niere gespendet oder empfangen haben – sehr interessant und anschaulich geschrieben. Hier werden auch die notwendigen Untersuchungen für Spender und Empfänger beschrieben, die zur Vorbereitung einer Lebendspende durchgeführt werden müssen.

Weiterhin erhält man gute Informationen im Forum von www.dialyse-online.de unter „Transplantation“.

Weiterhin kann ich Dir bzw. Deinem Kollegen ein Buch empfehlen: „Eine neue Niere ist wie ein neues Leben“ von R. B. Brauer, M. Stangl, U. Heemann, ISBN 3-936142-71-8 Buch anschauen.

Natürlich habe ich den Nephrologen, bei dem mein Mann in Behandlung war, über Vorgehensweise und Risiken befragt. Die beste Aufklärung haben wir dann im Transplantationszentrum im Klinikum rechts der Isar in München erhalten.

Wenn Du noch weitere Fragen haben solltest – nur zu, ich gebe gerne meine Erfahrungen weiter!

Liebe Grüsse,
Lucky