Wo kommen Depressionen her ?

Hallo, ihr Medizinleute,

was begünstigt die Entstehung von Depressionen ? Die genetische Anlage und/oder das soziale Umfeld und/oder Umweltgifte und/oder …?!
Ich habe den Eindruck, in der Forschung weiss das auch niemand so genau. Liege ich da richtig oder wie ist der letzte Stand der Dinge ?

Danke für Aufklärung: Zerni

Vielleicht wäre die Frage im Psychologie-Brett drei Etagen höher besser aufgehoben.

Hi Zerni,

wie du sagst: es ist so! Nichts genaues weiss man nicht.

einerseits wurde neulich, wenn ich mich recht erinnere, doch eine genetische Ähnlichkeit bei Depressiven festgestellt, auch war ein Artikel, daß die disposition wohl in manchen Erbsträngen weitergegeben werden könnte.

Andererseits, was es unterstützen könnte, weiss man ziemlich, daß die sogenannten SSRI und MAO-Hemmer, die im Gehirn die Botenstoffe beeinflussen eine Bessserung bringen können.

also: Gehirndefekt ererbar und medikamentöse Therapie erfolgreich.
Aber: wenn es da nicht diese vielen Fälle gäbe, die da nicht reinpassen.

da ist wohl noch viel Platz für Forschung!

gruss

Bonner Forscher lokalisieren Gen für manische Depression
http://www.obere-apotheke.com/content_news.html?mid=108

Gruß
Falke

Hallo Zerni,

bevor du fragst, was eine Depression begünstigen kann, ist es zuvor wichtig, zu wissen, welche Art von Depressionen es gibt. Daraus erklärt sich dann Einiges.

Ca. 10% der Depressionen haben körperliche Ursachen (z. B. Hirntrauma, Epilepsie).

Darüber hinaus unterscheidet man:

Endogene Depression;
„von innen heraus“ ohne erkennbare Auslöser. Hier spielen, wie man heute annimmt, erbliche und konstitutionelle Faktoren eine wichtige Rolle.
Am häufigsten diskutiert man eine „Stoffwechselstörung im Gehirn“, d. h. ein Defizit bestimmter Botenstoffe (Neurotransmitter, wie Serotonin, Noradrenalin, aber weniger Dopamin u. a.).

Exogene Depression;
hierfür gibt es vielfältige Auslöser, die von außen kommen, z. B. Schicksalsschläge (Tod eines nahestehenden Menschen, Ehescheidung, Jobverlust, usw.). Diese Form der Depression ist i.d.R. reversibel, d.h., sie verschwindet, sobald im Leben des Betreffenden wieder „Normalität“ eingekehrt ist. Daher wird diese Form auch als günstig für die Prognose des Patienten angesehen.

Neurotische Depression;
der Auslöser kann z. B. in der Kindheit liegen

Altersdepression;

http://www.depressionentherapie.de/

Alle Formen von Depressionen sollten behandelt werden. Der Neurologe oder Nervenarzt überweist nach körperlicher Untersuchung den Patienten zum Psychologen, woebei in diesem Falle nun die weitere therapeutische Behandlung über die Krankenkasse abgerechnet werden kann.

In schweren Fällen helfen Psychopharmaka, die zwar, wie alle Arzneimittel, Nebenwirkungen haben, mit deren Hilfe der Patient sein Leben aber wieder in den Griff bekommt. Sie machen nicht süchtig oder abhängig, aber man benötigt am Anfang einige Wochen, bis die gewünschte Wirkung erzielt wird. Wenn sie später einmal abgesetzt werden, dann sollte das langsam, ausschleichend geschehen.
Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen normalisieren das Gleichgewicht der beteiligten Botenstoffe.

In leichten Fällen, z. B. bei einer Herbst/Winter- oder Lichtmangeldepression hilft häufig ein täglicher Aufenthalt draußen im Tageslicht mit viel Bewegung. Denn Licht erzeugt über die Sehzellen im Gehirn die Bildung von Serotonin, das ebenfalls durch viel körperliche Bewegung gebildet wird, aber auch durch harmonische, schöne Begebenheiten im Leben.
Wer also täglich drin hockt und pausenlos ohne jede Freude und unter Druck arbeitet oder irgendwelche Dinge tut, die nur wichtig sind, der läuft Gefahr, besonders in der dunkleren Jahreszeit, eine Depression zu entwickeln. Zwischendurch also raus, ans Licht!
http://www.netdoktor.at/krankheiten/Fakta/Winterdepr…

Gruß, Renate

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]