Hallo,
eine meiner liebsten Freizeitbeschaeftigungen ist die Beschaeftigung mit der napoleonischen Epoche und da ganz speziell mit Charles-Maurice de Talleyrand, den ich gluehend verehre. Sein Tod allerdings gibt mir ein Raetsel auf, denn die Diagnosen vor 200 Jahren waren ja oft hinreichend seltsam - aber vielleicht kann mir hier jemand sagen, was er wirklich hatte? Er war 84 Jahre alt, er hatte schwere Arthrose in den Beinen (er hatte einen Klumpfuss, als Folge von einem Unfall in seiner Kindheit), so dass er nicht mehr laufen konnte, er hatte die letzten drei Monate vor seinem Tod staendig Fieber und Atembeschwerden, und dann diagnostizierte ein Arzt einen „Karbunkel in der Guertelgegend“ (am Ruecken) und machte sich direkt daran, diesen zu operieren. Der Beschreibung dieser Operation zufolge muss es sich um eine ziemlich blutige Angelegenheit gehandelt haben, der Arzt hat wohl grossflaechig und relativ tief Fleisch weggeschnitten. Talleyrand war ein Meister der Selbstbeherrschung und hat es tapfer ertragen (er hat nur einmal, als die Schmerzen wohl wirklich unertraeglich waren, zu dem Arzt gesagt „wissen sie eigentlich, Monsieur, dass sie mir sehr weh tun?“) - er hat dann aber in der Nacht trotzdem einen Herzinfarkt bekommen. Nach ein paar Tagen ist er dann gestorben. Die Frage ist: was hatte er? Was hat der Arzt da operiert? Ein Karbunkel ist meiner Ansicht nach eine Entzuendung, aber sowas operiert man doch nicht, und vor allem nicht so?!Chateaubriand sprach von dem „verfaulten Fuersten“, aber Chateaubriand hasste Talleyrand, und seine Aussagen muss man nicht immer unbedingt woertlich nehmen. Kann sich jemand vorstellen, was das wirklich war?
Lieben Gruss,
Gnlwth
Pilonidalsinus???
Hallo!
Vielleicht hat es sich ja um einen Sinus pilonidalis gehandelt, eine von den Haarbälgen der Pofalte ausgehende Erkrankung, die auch Fisteln in die Umgebung legt??? Das können ausgedehnte Veränderungen sein.
Gruß Peter