Hi,
ein Herzstillstand ist nicht die automatische und zwingende Folge eines Infarktes.
Ein Herzinfarkt wird dadurch charakterisiert daß ein Herzkranzgefäß, welches den Herzmuskel selber mit Blut versorgt, verstopft. Dadurch wird ein bestimmtes Areal nicht mehr mit Blut und Sauerstoff versorgt, es droht eine Nekrose (Gewebe stirbt ab).
In der Folge kommt es dann sehr oft zu Herzrhythmusstörungen, und da insbesondere zum Kammerflimmern: dabei steht das Herz nicht still, sondern es zuckt sehr schnell - schnell deswegen weil es nicht mehr genügend Blut auswirft, das wird durch eine Frequenzerhöhung zu kompensieren versucht, und es kommt eben ein Teufelskreis in Gang.
Dieses Kammerflimmern kommt einem wirklichen Stillstand des Herzens insofern nahe als kaum noch Blut aus dem Herzen gepumpt wird und es de facto wie ein Kreislaufstillstand ist.
Abhilfe schafft eine Defibrillation, damit wird das schnelle Flimmern beendet, und in der nachfolgenden Reanimation wieder ein „normaler“ Kreislauf hergestellt. Zu diesem Zweck verbreiten sich mehr und mehr die automatischen Defibrillatoren, die in den USA bereits wie hier Feuerlöscher an öffentlichen Orten vorgehalten werden.
Hat man keinen Defi zur Verfügung kann man den Patienten mit Herzdruckmassage und Beatmung behandeln, um eben dem „de-facto-Herzstillstand“ während des Kammerflimmerns zu begegnen.
Nun muß es ja nicht unbedingt zum KAmmerflimmern kommen, und darauf zielt Deine Frage ab.
Äußert jemand Infarkt-typische Symptome, also ein Enge- oder Druckgefühl in der Brust, häufig in die Arme (besonders den linken) ausstrahlende Schmerzen, Angst- und Vernichtungsgefühle, Atemnot, Übelkeit, dann liegt der Verdacht eines Infarktes nahe.
In diesem Fall sollte man den Patienten mit erhöhtem Oberkörper lagern, ihn aber nicht anstrengen. Jede Form körperlicher Betätigung sollte unterbleiben, er sollte ruhig bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes abwarten und liegen/sitzen bleiben. Man sollte denjenigen beruhigen, für frische Luft sorgen, und natürlich Hilfe holen.
Hilfe ist nicht der Hausarzt, der „irgendwann“ zum Hausbesuch erscheint, sondern der Rettungsdienst unter der Rufnummer 112.
Es gibt also nicht viel zu tun, nur eben dafür sorgen daß sich der Patient nicht mehr viel bewegt, vor allem nicht anstrengt, und mit erhöhtem Oberkörper gelagert wird. Außerdem beruhigen, frische Luft, keine Hektik veranstalten und Notruf absetzen.
MecFleih