Zittern + feuchte Hände = soziale Phobie?

Hallo,
seit gut 3 Jahren leide ich an feuchten Händen und „Zitteranfällen“.
Das macht sich wie folgt bemerkbar: In bestimmten Situationen fange ich an stark zu zittern. Ich kann z.B. keine Kabel oder eine Tasse mehr halten. Die Hände zittern einfach zu stark. Man kann es leider nicht pauschalisieren, wo es passiert. Gehe ich mit der gleichen Person weg, kann es passieren bzw. kann es auch nicht passieren.
Meine Hände zittern auch leicht wenn ich daheim alleine bin.
Das es sich um eine soziale Phobie handelt, glaube ich nicht. Ich bin täglich im Kundenkontakt. Vielleicht etwas zur meiner Vorgeschichte:
Vor drei Jahren wurde ich Abteilungsleiter einer „170-Mann-Firma“ (da war ich 20 Jahre alt). Seit nun einem Jahr bin ich selbstständig. In der Regel arbeite ich 60 bis 80 Stunden die Woche. Es können aber auch mal gute 100 Stunden sein (kommt vielleicht 5x mal im Jahr vor). Über die 3 Jahre aber ich vielleicht 20 Tage Urlaub ingesammt genommen.Im meinem Freundeskreis bin ich als Organisationstalent bekannt. Mein Motto: geht nicht, gibts nicht!
Ist dieser Druck vielleicht zu groß für mich? Ach ja, Schlafstörungen habe ich auch. Ich wache 3x bis 4x die Nacht auf. Vielleicht haben ja andere auch das Problem. Ich habe gelesen, dass viele solche Probleme haben. Diese Personen sprechen aber nicht darüber… Vielleicht ist mein Beitrag auch ein Anstoss für diese ihre Probleme auch hier zu posten!

hallo.

Ist dieser Druck vielleicht zu groß für mich?

ja.
geht nicht gibt’s doch. der mensch hält zwar viel aus, aber niemand kann permanent 60-80stunden-wochen schieben, quasi ohne urlaub, ohne dabei blöd zu werden!
„bin halt ein workaholic“… schon. aber das is deinem körper egal. der braucht auch mal ruhe. zeit zur regeneration. wenn er die net kriegt, sagt er dir das schon irgendwie (zum beispiel durch schlafstörungen und händezittern).
halt dir dafür wenigstens das wochenende frei. schalt mal ab, wenn du das überhaupt noch kannst. wenn nicht, kannst du’s wieder lernen.
machst du eigentlich sport? manchen hilft’s extrem zum streßabbau, wenn sie täglich ne halbe stunde joggen.
wenn’s trotz aller bemühungen nicht besser wird, solltest du das problem mal beim arzt ansprechen.

gruß

michael

Hai, Asus,

Das es sich um eine soziale Phobie handelt, glaube ich nicht.

Das glaub ich, nach einem kurzen Blick auf Deine Vorgeschichte, auch nicht

meinem Freundeskreis bin ich als Organisationstalent bekannt.

Das ist der Freundeskreis, bei dem Du dann in ein paar Jahren als „der Trottel, der sich totgearbeitet hat“ bekannt sein wirst…

Mein Motto: geht nicht, gibts nicht!

Wie Micha schon sagte: doch gibt es…

Ist dieser Druck vielleicht zu groß für mich?

Vergiß mal das „für mich“. Sowas hält kein Mensch lange durch.

Vielleicht haben ja andere auch das Problem. Ich habe
gelesen, dass viele solche Probleme haben. Diese Personen
sprechen aber nicht darüber…

Stell Dir mal Deinen Freundeskreis vor und stell da eine imaginäre Person rein, die erzählt, daß sie pro Nacht nie weniger als 9 Stunden schläft, 'n Halbtagsjob hat und jedes Jahr drei Monate Urlaub macht, nicht auf den Malediven, sondern auf Balkonien (und der immer nur ein Getränk pro Abend kauft). Denk darüber nach, welchen sozialen Status eine solche Person wohl in der Clique einnehmen würde und dann verstehst Du auch, warum die wenigsten darüber sprechen, wenn sie gesundheitliche Probleme damit haben, den aktiven, rund um die Uhr arbeitenden, immer fitten (und gut verdienenden) Jungunternehmer zu geben.
(Du brauchst jetzt übrigens nicht in die Tasten zu greifen, um Deine Freunde zu verteidigen…)

Dein Körper scheint Dir imho ziemlich deutlich zu signalisieren, daß er ein Problem hat (und darüber kannst Du froh sein, andere fallen einfach um und sind tot - in Japan gibt es sogar einen Begriff dafür). Du hast jetzt im Prinzip die Wahl: entweder hörst Du auf Deinen Alabasterleib, schraubst zurück, schläfst mehr, machst Wochenenden, auch mal vier Tage Urlaub am Stück und sagst auch mal ‚nem Kunden, daß es nicht das Ende der Welt ist, wenn er erst morgen seine Daddelkiste wieder anmachen und surfen kann und kannst Deinen Job bis zur Pensionierung durchziehen; oder Du machst so weiter und bist in zwei Jahren ausgebrannt, erledigt, fertig, kaputt, oder ganz tot. Und es nicht vorherzusehen, auf welche Art Du kaputt gehst. Ich hab Leute erlebt (und erlebe sie auch heute noch), die sind, scheinbar von einem Tag auf den anderen, von der Spitze der Gesellschaft in den tiefsten Alkohol- und Drogensumpf gerutscht. Ein anderer hat plötzlich angefangen zu Zocken, sein eigenes Vermögen komplett verspielt und dann in die Kasse gegriffen, wieder ein anderer steht heute unter Vormundschaft, weil er seine Firma in die Luft gesprengt hat und ich kenn noch etliche andere, die sich heute mit kaputten Herzen herumquälen, kaputten Nieren, Nerven-Schäden, mit allem, was so ein vernachlässigter und überfordertet Körper so kriegen kann.
Wenige waren schlau und haben auf die hohe Kante gelegt - die meisten standen auf dem Standpunkt, daß sie bei so viel Arbeit sich auch was gönnen können, haben sich z.B. tolle Autos geleistet, sind davon ausgegangen, daß es ja reicht, so mit dreißig mit Sparen und Vorsorge anzufangen - nu‘ leben sie von Sozi, wenn überhaupt.
Übrigens habe ich auch einen Menschen kennengelernt, der die Biege gekriegt hat. Der hat mit 22 angefangen zu Arbeiten, wie Du es jetzt tust - bis zu seienm 29. Geburtstag. Er hat sich dann noch ein Jahr Zeit gelassen, um sich von allen zu verabschieden und alles zu organisieren und ist an seinem 30. Geburtstag auf seine Farm in Downunder gezogen. Nach seiner Aussage „züchtet er Ameisen“ und sein einziger Termin ist eine jährliche Postkarte nach Deutschland.

Jetzt hab ich soviel geschrieben und will doch nur eines sagen: hör auf Deinen Körper, gönn’ ihm die notwendigen Pausen und arbeite Dich nicht zu Tode…

Gruß
Sibylle

Hallo,
dem was Michael und Sybille geschrieben haben, kann ich mich nur anschließen. Geh ein wenig besser mit dir um.
In meiner Praxis behandele ich mit Homöopathie. Vielleicht gibt es einen Heilpraktiker in deiner Nähe, der dich begleitet und mit dessen Hilfe du das was dich stört ändern kannst.
Ich bin auch sicher, dass dir bei deinem aufreibenden Leben die nötigen Vitamine und Mineralstoffe fehlen. Da könntest du schon mal mit einem guten Präparat einiges ausrichten. Es sollte einen hohen Magnesiumanteil haben, ebenso die Vitamine B1 und B6 und Folsäure. Ich vermute, danach wird sich das Zittern verringern und die feuchten (nervösen) Hände wieder trocken werden.
Alles Gute und beste Grüße
von Barbara
http://www.naturheilpraxis-bs.de

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