Hallo zusammen,
warum darf die Höchsttemperatur des menschlichen Körpers eigentlich nicht 43°C überschreiten? Ich weiß, dass der Mensch dann stirbt, aber ich weiß nicht warum er stirbt?
Vielen Dank im Voraus für euer Bemühen.
Marco
Hallo zusammen,
warum darf die Höchsttemperatur des menschlichen Körpers eigentlich nicht 43°C überschreiten? Ich weiß, dass der Mensch dann stirbt, aber ich weiß nicht warum er stirbt?
Vielen Dank im Voraus für euer Bemühen.
Marco
Hallo Marco,
zunächst eine winzige Korrektur: es sind nicht 43 sondern 42°C. Warum man stirbt? Nun… Bei einer Körpertemperatur von über 42°C fängt der Organismus an, die Eiweiße zu zersetzen, dabei werden Schwefelverbindungen frei. Im Grunde genommen vergiftet sich der Organismus also selbst.
Nur am Rande: die Mediziner machen sich die proteinzerstörende Wirkung der Hyperthermie zu Nutze und setzen sie gezielt und unter kontrollierten Bedingungen in der Krebstherapie ein. Dabei wird der Körper bzw. die betroffenen Stellen kurzzeitig auf bis 44 oder 45°C erwärmt. Dadurch kommt es eben zum Zerfall der Zellen.
Beste Grüße
Renee
Ergänzung
Hi ihr,
es gehen auch alle Enzyme im Körper kaputt (sind auch Eiweiße), das heißt im Körper kann kein Stoffwechsel mehr stattfinden.
lg
m.
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Stimmt, hab isch vergesst…
)) (mG & owT)
.
Hallo,
eigentlich ist das etwas komplizierter als unten beschrieben.
Viele Teile des Körpers lassen sich auf höhere Temperaturen erwärmen, ohne daß die Zellen gleich absterben. Die allermeisten Proteine/Enzyme überleben auch Temperaturen von 42°C.
Aber: Die biochemischen Reaktionen sind abhängig von der Temperatur. Unser Stoffwechsel als Ganzes ist so eingestellt, daß er bei 37°C gut funktioniert. Weicht die Temperatur davon ab, kommt es zu „Ungleichgewichten“. Das trifft vor allem Zellen, die einen sehr intensiven Stoffwechsel und/oder sehr empfindliche Stoffwechselwege haben. Das sind vor allem Nervenzellen. Nun ist es auch so, daß gerade die unbedingt gut funktionieren müssen. Wenn unser Gehirn mal „Pause“ macht, ist es aus - das springt nicht wieder an. Das ist der Hauptgrund, warum Fieber über 42°C tödlich ist. Hinzu kommen natürlich noch die Schädigung der Enzyme, die in der Hitze denaturieren (kaputt gehen).
Das gleiche gilt auch für Unterkühlungen (wobei die Enzyme jedoch intakt bleiben). Doch zwei Effekte lassen Unterkühlungen weniger schnell tödlich enden:
Der Körper kann aber niedrige Temperaturen besser ausgleichen als zu hohe Temperaturen. Alleine der Stoffwechsel der Leber würde die Körpertemperatur auf deutlich über 50°C ansteigen lassen, denn der Körper die Wärme nicht abführen kann. Bei einer Unterkühlung kann der Körper die Wärmeabgabe nach außen weitgehend verhindern und in der Leber aufgewärmtes Blut ins Gehirn pumpen, um dort weiterhin erträgliche Temperaturen zu sichern.
Niedrigere Temperaturen bedeuten eine Verlangsamung des Stoffwechsels. Auch wenn dieser aus dem Gleichgewicht kommt, dauert es aber deutlich länger, bis das ernsthafte Auswirkungen hat (sich zB. Zwischenprodukte in toxischen Konzentrationen angesammelt haben).
Aus diesen Gründen stirbt man in kaltem Wasser nicht so schnell wie in heißem Wasser.
Gruß
Jochen
[super off topic]
Hallo Jochen,
klasse Artikel, aber in einem Punkt muß ich Dir widersprechen…
Aus diesen Gründen stirbt man in kaltem Wasser nicht so
schnell wie in heißem Wasser.
Nö! Sobald der Fön in der Wanne ist, spielt die Wassertemperatur nicht die geringste Rolle…
SCNR
Schmunzelnde Grüße
Renee
Moin,
Nö! Sobald der Fön in der Wanne ist, spielt die
Wassertemperatur nicht die geringste Rolle…
SCNR
Tschudigung, aber da muß ich wieder etwas korrigieren: Du hast nur dann Recht, wenn der Fön auch am Stromnetz hängt…
Schmunzelnde Grüße
Dito,
Jochen
[noch superer off topic]
Tschudigung, aber da muß ich wieder etwas korrigieren: Du hast
nur dann Recht, wenn der Fön auch am Stromnetz hängt…
…und die Sicherung drin ist…
angealbert
Sibylle
Hallo Marco,
zunächst eine winzige Korrektur: es sind nicht 43 sondern
42°C. Warum man stirbt? Nun… Bei einer Körpertemperatur von
über 42°C fängt der Organismus an, die Eiweiße zu zersetzen,
dabei werden Schwefelverbindungen frei. Im Grunde genommen
vergiftet sich der Organismus also selbst.
Liebe Renee Bernadette,
die Eiweiße zersetzen sich bei 42°C nicht, sie denaturieren allerhöchstens - verlieren also ihre Tertiär- oder Sekundärstruktur. Es werden auch keine Schwefelverbindungen frei. Ansonsten dürfte man Fleisch nicht braten - noch nicht mal kochen. Selbst räuchern von Rohwurst übersteigt die 42°C und würde - nach obiger Aussage - giftige Schwefelverbindungen freisetzen.
Nur am Rande: die Mediziner machen sich die proteinzerstörende
Wirkung der Hyperthermie zu Nutze und setzen sie gezielt und
unter kontrollierten Bedingungen in der Krebstherapie ein.
Dabei wird der Körper bzw. die betroffenen Stellen kurzzeitig
auf bis 44 oder 45°C erwärmt. Dadurch kommt es eben zum
Zerfall der Zellen.
Ja, das stimmt allerdings. Jedoch reicht bereits eine Teil-Denaturierung eines Proteinstranges aus - bzw. das Trennen von Proteinkomplexen über die Temperatur - um eine Zelle bzw. Krebszelle in die Knie zu zwingen. Der anabole/katabole Stoffwechsel kann bei dieser Temperatur nicht aufrecht erhalten werden, da die Enzyme incl. aller Kofaktoren auf 37°C optimiert sind. Auch Transkriptionsfaktoren-Multimere und Rezeptorkomplexe in der Zellmembran trennen sich tendentiell bei höheren Temperaturen als 37°C. Das Zell-Signalling wäre also gestört und damit auch die gesamte Reaktionsfähigkeit einer Zelle.
Beste Grüße,
Stephan
…und die Sicherung drin ist…
…und die Stromrechnung bezahlt war…
abgedriftet,
Jochen