Hallo Leute,
mein Sohnemann (und nun ich auch) hat sich im Kindergarten Scharlach geholt. Die Kinderärztin (arbeitet viel mit Naturheilverfahren) hat gemeint, bei Scharlach läßt sie nicht mit sich reden, 10 Tage Penicillin muß sein. Ich bin selber Arzthelferin und hab auch schon bei Kinderarzt gearbeitet. Vor 15 Jahren gab man auch schon 10 Tage Penicillin. Gestern spricht mich eine Mama vom Kiga an, dass Penicillin absolut nicht sein muß, man kann auch alternativ behandeln, mit irgendwelchen Globuli! Wer kennt sich aus? gruß marion
Hallo Marion.
Zuerst: Ich bin keine Fachfrau, „nur“ Mutter.
Ich habe mich erst kürzlich ein bisschen schlau gemacht, weil die kleinen Kinder (2 und 3 Jahre alt)meiner Schwester Scharlach hatten und ebenso ohne Antibiotika behandelt wurden.
Ich fand und finde es nach wie vor unverantwortlich. Jeder Arzt , den ich kenne ( es sind mehrere ) haben gesagt, dass man Scharlach mit Antibiotika behandeln muss, weil die Folgekrankheiten erheblich sein können. Meine Freundin, eine niedergelassene Urologin, hat mir erzählt, dass sie schon viele Fälle von Nierenkrankheiten als Folge von Scharlach in ihrer Praxis hatte.
Auf jeden Fall muss das kranke Kind, dass nicht mit Antibiotika behandelt wird, strikt geschont werden, d.h. auch Bettruhe, was ja heute irgendwie aus der Mode gekommen ist.
Ich wäre damit äußerst vorsichtig und würde mich auf jeden Fall mehrerer Meinungen versichern.
Ich habe selbst als Kind zweimal mit Scharlach sechs Wochen im Krankenhaus gelegen ( trotz Penicillin).Das war allerdings in den 60-er Jahren, ist also längst medizinisch erledigt. Heute ist da alles anders.
Ich denke, dass Antibiotika ihre Nebenwirkungen haben, aber man sollte sie nicht generell verteufeln. Man muss ja nicht jedes Wehwehchen damit behandeln.
Grüße
T
Robert-Koch-Institut…
Das Robert_Koch-Institut gibt für Scharlachinfektionen an, dass 1 tag nach beginn einer Wirksamen Therapie keine Ansteckungsgefahr besteht… ohne wirksame Therapie (und irgedwelche Homöophatischen Globuli sind bei einer Streptokokkeninfektion keine wirksame Therapie) besteht bis 3 Wochen Ansteckungsgefahr.
http://www.rki.de/INFEKT/RATGEBER/RAT.HTM?RAT19.HTM&1
Und noch was von der Logik her: Je länger diese Infektion andauert, desto höher ist die Gefahr ernstahftester nebenwirkungen wie akute Rheuma, akutes Nierenversagen, oder Toxischer Schock.
Homöphatie recht und schön, aber bei sowas gehört die passende Therapie her, die erprobt und zuverlässig ist! ich pers. würde die theapieverweigerung bei Scharlach unter der Rubrik „grob fahrlässig“ einsortieren!
Gruß
Mike
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Hallo Marion,
Behandlung von Scharlach, da kenne ich gegensätzliche Aussagen. Auslöser sind Bakterien mit denen nicht zu spaßen ist. Deshalb verschreiben Ärzte Antibiotika um die Krankheit möglichst schnell und gut in den Griff zu bekommen.
Ich kenne aber auch Kinderärzte, die nicht in jedem Fall Antibiotika verschreiben, um im Härtefall die Wirksamkeit von Antibiotika aufrecht zu erhalten. Ich bekam schon einmal ein pflanzliches Mittel mit antibiotischer Wirkungsweise, nachdem festgestellt wurde, dass sich die Verbreitung der Bakterien sehr in Grenzen hält.
Das ist also eine Erwägungssache von Arzt und Eltern.
Google doch mal ein bißchen mit Scharlach, Behandlung der Krankheit u.ä. Da gibt es einige Seiten dazu.
viele Grüße
grilla
Hallo Marion,
ich muss den Vorrednern Recht geben. Eine „richtige“ Streptokokken-Infektion wie Scharlach kannst Du wirksam nur mit Antibiotika bekämpfen. Globuli mögen bei einigen Patienten wirksam sein, wenn sie lange eingenommen werden. Bedenke dabei : Der enthaltene Wirkstoff ist tausendfach potenziert und niemand hat bisher eine Funktion nachgewiesen. Bei der Bekämpfung einer akuten Infektion sind sie absolut fehl am Platz. Einem Arzt, der so etwas macht, gehört die Approbation entzogen. Das wäre in etwa, wenn Du versuchst, mit einem Zahnputzbecher voll Wasser ein brennendes Haus zu löschen.
Gute Besserung, Gruss
Hans-Jürgen
***
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Hallo Leute,
die Kinder eines Kollegen sind inzwischen bereits zum zweiten mal an
Scharlach erkrankt. Eigentlich sollte man doch davon ausgehen, dass
eine einmal durchgemachte Infektion mit einer Kinderkrankheit eine
(zumindest) langanhaltende Immunität nach sich zieht. Aufgrund des
schnellen und radikalen „Totschießens“ der Bakterien ist das
Immunsystem offensichtlich aber nicht in der Lage, einen genügenden
Schutz aufzubauen. Dies wäre ein Argument gegen den Einsatz von Anti-
biotika. Allerdings ist die Frage, ob man vor dem Hintergrund des doch
ziemlich schweren Krankheitsbildes und des Risikos von Komplikationen
durch Sekundärinfektionen bzw. andere Komplikationen auf die Therapie
mit Antibiotika verzichten sollte. Ich glaube, man sollte diesbezüg-
lich seinem Kinderarzt vertrauen, schließlich sieht der in jedem Jahr
viele Fälle und hat die entsprechende Erfahrung…
Gruß
Manfred
(demseinhausarztalservierzehnwardiepubertätspickelmitOCTweggemachthat)
Hallo!
Auf jeden Fall muss das kranke Kind, dass nicht mit
Antibiotika behandelt wird, strikt geschont werden, d.h. auch
Bettruhe, was ja heute irgendwie aus der Mode gekommen ist.
Da fängt es doch schon an! Hat schon mal jemand versucht bei einem 3jährigen Kind Bettruhe durchzuziehen?!?
Das ähnelt eher einer Dressur und ist für Kinder wie Eltern sehr belastend.
Dazu kommt die Kontaktsperre zu anderen Kindern und Geschwistern wegen der Ansteckungsgefahr.
Ein Erwachsener ohne weitere Verpflichtungen kann sich ja vielleicht 14 Tage bis 3 Wochen ins Bett legen um eine Streptokokkeninfektion auszukurieren, bei Kindern ist das meiner Meinung nach eine Quälerei.
Ich denke auch dass angesichts der möglichen Folgeerkrankungen bei Scharlach Antibiotika Mittel der Wahl sind.
Viele Grüße - Sue
Hallo Marion,
Scharlach ist eine schwerwiegende Erkrankung, die - als ich sie hatte (in den 70´er Jahren) - noch von der Seuchenbehörede registriert wurde (ist das nicht mehr so?) und vor der Entdeckung von Antibiotika oft tödlich verlief.
Das in der letzten Zeit in Mode gekommene Verteufeln von Antibiotika ist meiner Meinung nicht ungefährlich. Viele Leute sagen „früher ging es ja auch ohne“ aber genau das stimmt eben nicht. Früher sind Leute scharenweise an ganz banalen Dingen wie einem infizierten Nagelbett oder einer schlichten Grippe halt einfach gestorben. Und die Kindersterblichkeit war frappierend.
Also - ich würde nicht herumexperimentieren. Schon garnicht an meinem eigenen Kind. Man muß nicht jeden Schnupfen mit Antibiotika behandeln, aber eine schwerwiegende Erkrankung wie Scharlach ist wirklich kein Pappenstiel. Und auch während einer Behandlung mit Antibiotika ist Bettruhe dringend angeraten. Der Körper hat genug mit der Krankheit zu tun und sollte sich nicht noch mit Dingen wie dem Erhalt der Körpertemperatur (ausserhalb des Bettes ist das schwieriger), aufrecht gehen oder sonstigen körperlichen Aktivitäten beschäftigen müssen.
Gute Besserung
Tania
P.S.nochmal zur Seuchenbehöre - ich war 3 Jahre alt als ich Scharlach hatte und meine Mutter bekam ein sehr zartfühlendes Schreiben von der Behörde in dem ungefähr stand „nach entfernen der Leiche sind alle Räume zu desinfizieren und alle Textilien zu verbrennen“. Ganz schön heftig - das erzählt sie heute noch…
Hallo!
Auf jeden Fall muss das kranke Kind, dass nicht mit
Antibiotika behandelt wird, strikt geschont werden, d.h. auch
Bettruhe, was ja heute irgendwie aus der Mode gekommen ist.Da fängt es doch schon an! Hat schon mal jemand versucht bei
einem 3jährigen Kind Bettruhe durchzuziehen?!?
Das ähnelt eher einer Dressur und ist für Kinder wie Eltern
sehr belastend.
Also ich war 3… und ich habe im Bett gelegen. Und ich hatte während der ganzen Zeit (2 oder 3 Wochen) nur zweimal Besuch von einem Kind, das Scharlach schonmal hatte. Sonst habe ich in der Zeit auch kein Kind gesehen. Und siehe da - ich lebe! Wer sagt, daß das Leben frei von Belastungen ist? Erst recht für Eltern? Meine Prioritäten wären in dem Fall klar: lieber 3 Wochen im Bett als die Gefahr von gesundheitlichen Folgeschäden.
Gruß
Tania
Hallo Leute,
vielen Dank für die vielen Ratschläge. Ich als „Ex-Kinderarzt-Arzthelferin“ gebe meinem Sohn brav seit 8 Tagen Penicillin. Ich kenne auch die möglichen Folgeerscheinungen von Scharlach. Mich hats einfach interessiert, ob was dran ist, an evtl. homöopath. Behandlung. Gruß Marion