Ab wann ist man tot?

Hallo allerseits!

Ich habe heute im Psychologie/Philosophie-Unterricht ein Video einer Reportage gesehen, in dem u.a. ein Bericht einer Frau war, die 45 Minuten lang klinisch tot war. Sie sprach danach auch davon, wie es so war… als Tote, im „Jenseits“ (oder wo auch immer).

Jetzt meine Frage: Ist es möglich, dass man sich als „wieder Lebender“ an das erinnern kann, was man als klinisch Toter (was bedeutet das „klinisch“ genau? Ist man nun tot oder nicht?) erlebt hat?

Ich bin der Ansicht, dass man als klinisch Toter einfach tot ist - Herz schlägt nicht, Blut zirkuliert nicht, Gehirn wird nicht versorgt… Wenn man nun wieder belebt wird kann es also gar nicht sein dass man sich an etwas erinnert, schließlich war das Gehirn ja auch für diese Zeit tot.

Weiters würde mich noch interessieren, wie ihr zu den ganzen „Leben nach dem Tod“-Theorien steht; aus medizinischer Sicht (auch wenn es vermutlich mehr ein Fall für das Philosophie/Religion Forum ist). Man spricht oft von einem Tunnel mit einem gleissenden Licht am Ende, einer vertrauten Person, die einen zu sich holen will, man verspürt Wärme und hört Stimmen, usw. - Kann es sein, dass sich diese Patienten einfach schon im „Wiederbelebungsprozess“ befinden, sprich die Operationslichter stellen das Licht da, die Stimmen das Ärzteteam, Wärme das Blut, etc.

LG
Christoph

Lieber Christoph,
mich hat mal durch Zufall eine Tante „gefunden“, nachdem ich schon drei Tage lang 42° Fieber hatte (eine Nierenbeckenentzündung, wie sich später herausstellte). Ich weiß noch, dass ich ins Krankenhaus gefahren wurde. Dann begann der Traum: Ich ging vor Tübingen hinab ins Tal, da war aber nicht Tübingen, sondern eine sanfte Ebene, die sich zu einem vulkanartigen Hügel erhob, da ging ich hinauf. Unter einer Art „Mönchskränzchen“ - spärlichen Haaren in Form eines Wäldchens, saßen zwischen den Stämmen alle Menschen, denen ich im Leben begegnet und die mir wichtig waren. Sie winkten mir zu und forderten mich auf, doch Platz zu nehmen, doch ich sagte, ich hätte kaum noch Zeit, wollte aber noch etwas sagen. Und dann habe ich jedem dieser Menschen erzählt, was mir an ihnen für mein Leben wichtig war. Sie hörten mir zu, mich an, lächelten mir zu und ließen mich gehen… Da war ich dann reanimiert. Tot oder nicht tot, ich war dem Tode nahe… der Rest ist Medizin (ohne die ich heute nicht mehr leben würde).
Sicher beantwortet das Deine Frage nicht,
aber vielleicht sagt Dir das trotzdem was,
LG, Anja

Hallo,

Ganz einfach: Wer tot ist, kommt nicht wieder zurück! Die sgn. „klinisch Toten“ waren eben nicht tot.

Gruß
datafox

Für alles gibt es Vorschriften, auch für die Feststellung des Todeszeitpunktes.

Schau mal folg. Link an:
http://www.bundesaerztekammer.de/30/Richtlinien/Rich…

Wirklich interessant -
hört sich so an, als ob das Gehirn einen imaginär mit dem Leben abschließen läßt, bevor es endgültig abschaltet…
Leider kann man niemand fragen wie es war der einen finalen Kopfschuss bekommen hat.

Wie auch immer - echt interessant…

M.

Hallo!

Der Begriff des „klinischen Todes“ wurde nötig durch die Verbesserungen auf dem Gebiet der Wiederbelebungsmedizin. Bei Kreislauf- und Atemstillstand ist der klinische Tod eingetreten, früher das Ende. Die Organe haben aber eine „Toleranzzeit“, die sie nach Einsetzen des klinischen Todes vertragen. Beim Gehirn sind dies unter normalen Bedingungen ca 5 Minuten. D.h innerhalb dieser Zeit kann ein klinisch Toter heutzutage wiederbelebt werden. Werden die 5 Minuten überschritten, ist i.d R das Gehirn „tot“ und damit nach derzeitiger Definition der Mensch auch.
Da die restlichen Gewebe eine längere Toleranzzeit haben, kann es sein, daß der Herzschlag wieder in Gang kommt, obwohl das Gehirn „tot“ ist, was zum Beispiel bei potentiellen Organspendern der Fall ist. Diese Patienten müssen allerdings künstlich beatmet werden.
Die Grenzerfahrungen und -visionen erfolgreich reanimierter führt man auf den Sauerstoffmangel des Gehirnes während der Zeit des klinischen Todes zurück.

Ich hoffe, das ganze war einigermaßen verständlich & hilfreich

Gruß Peter