seit geraumer Zeit suche ich einen guten Allgemeinmediziner, bin aber leider noch nicht fündig geworden! Es gestaltet sich als sehr schwierig einen Arzt zu finden, bei dem ich das Gefühl habe fachlich gut beraten zu werden. Solange man „gesund“ ist und nichts schlimmeres hat, ist ja eigentlich jeder Arzt gut! Jetzt habe ich einmal etwas und kein Mensch findet raus, was mit mir los ist!
Kann mir jemand einen guten Allgemeinmediziner (am Besten zusätzlich Heilpraktiker od. zumindest mit Naturmedizin betrauter Arzt) im Raum LB/S empfehlen?
Herzlichen Dank im Voraus!
Total verzweifelte, am Rande eines Nevenzusammenbruchs stehende
Claudi
Liebe Claudi,
das Problem bei der Arztsuche ist ja die, dass unabhängig von der rein medizinischen Kompetenz eines Arztes noch eine ganze Reihe anderer Faktoren zusammen kommen müssen, um Vertrauen zu entwickeln. Das fängt schon bei den Sprechstundenhilfen an. Wenn da sichtlich genervte Mädels bei der Anmeldung hektisch herumschwirren, fühle ich mich schon unwohl. Wenn das Wartezimmer brechend voll ist, lässt das nicht unbedingt nur auf die Beliebtheit des Arztes schließen (könnte auch die Unfähigkeit sein, die Praxis zu organisieren). Ein supermodernes Wartezimmer mit Koi-Fisch im 2m breiten Aquarium und Wasserspender und nur auto-motor-sport-Zeitschriften (steht ein Porsche vor der Praxistür?) auf dem Tisch empfindet der eine als abschreckend, der andere fühlt sich vergrault durch altmodisches Interieur mit abgewetzten Stühlen und nur Frau im Spiegel zur Lektüre. Und dann steht man vor dem neuen empfohlenen Arzt und der ähnelt irgendeinem EX von dem man froh ist, ihn endlich los zu sein oder gibt einem einen derart laschen Händedruck, dass sich die Nackenhaare aufstellen… und, und, und…
Wenn ich jetzt auch noch schreiben würde: frag’ mal in Deinem Bekannten-/Freundeskreis rum hielte ich das auch schon wieder für falsch, denn: vor Jahren empfahl ich mal einer Freundin meinen Frauenarzt, mit dem ich hochzufrieden war… sie war da und sagte: puh, was ist denn das für einer, der ist ja dermaßen kühl… etwas, was ich gerade an ihm schätzte…
Ein für mich ganz wichtiges Merkmal eines guten Arztes ist, dass er, wenn er offensichtlich allein nicht weiter kommt oder in einer Sache offen sagt, dass das nicht sein Spezialgebiet ist, an einen Fachkollegen überweist und nicht meint, den lieben Gott spielen zu müssen…
Ist ein bisschen lang geworden, aber längst nicht alles gesagt.
LG Anja
Kann mir jemand einen guten Allgemeinmediziner (am Besten
zusätzlich Heilpraktiker od. zumindest mit Naturmedizin
betrauter Arzt) im Raum LB/S empfehlen?
Hi claudia,
geh doch mal auf die Seite der Ärztekammer des Landes BW, dort gibt es eine Arztsuchmaschine, in der du deine Auswahlkriterien eingeben kannst.
Zu jedem Arzt gibt es u.U. dann acuh noch eine weitergehende Selbstdarstellung.
In der Hoffnung, daß du dort eine Adresse findest. Aber die Antwort, ob der Arzt gut ist, kann wohl kein Laie beantworten.
Ist ja ganz interessant, wie so verschiedene „Eigenschaften“ von Arzt und Praxis von Patienten beurteilt werden. Hat sich eigentlich auch schon mal jemand Gedanken darüber gemacht, was ein Arzt so von manchen Eigenschaften seiner Patienten hält? Solche, die Freitag Nacht anrufen und einem mitteilen, man müsse ganz schnell kommen, man habe die ganze Woche schon so Rückenschmerzen gehabt und jetzt brauche man eine Spritze und die auf die Frage, warum sie den bei ganzwöchigen Beschwerden nicht in die Praxis gekommen seien, antworten, man habe seinem Arzt ja nicht zur Last fallen wollen, oder solche, bei denen man im Laufe der Zeit Stunden damit verbringt, ihnen ihre Krankheit, ihre Medikation und möglichst viele Zusammenhänge in verständlichen Worten zu erklären und die dann die Tabletten doch nicht nehmen, weil die Nachbarin der Schwiegertochter ihres Postboten gesagt habe, man solle was „Natürliches“ versuchen, oder die, denen jeder Sinn für naturwissenschaftliche Zusammenhänge vollkommen abgeht, die aber den letzten Quark gläubig annehmen, wenn er bloß aus Hinterindien, den USA, Bekanntenmund…etc.etc.pp kommt oder die,…Diese Liste ist beliebig fortsetzbar. Da kann die Empathie auch schon mal absinken! Ich finde, das wichtigste ist, daß die Chemie zwischen Arzt und Patient stimmt, das merkt man in aller Regel sehr schnell und dann übersteht das Arzt/Patientenverhältnis auch mal einen schlechten Tag oder dummen Schnack. Das ist IMO auch der Grund, weshalb man selbst guten Bekannten keinen „guten“ Arzt empfehlen kann, die individuelle Reaktion kann einfach zu schlecht vorausgesehen werden. Wat dem einen sin Uhl…
Grüße
Heidi
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Liebe Frau Doktor,
was Sie schreiben, ist ja sicher ein neues Thema wert (ich bin mir ziemlich sicher, dass es unsägliche Patienten gibt) - aber keine Antwort. Ich habe ja genau das beschreiben, was Sie allgemein als „Chemie“ beschreiben - die unzähligen Faktoren. Und habe beliebige (!) Beispiele aufgeführt, die zu Irritationen führen können. Wären Sie meine Ärztin würde ich mich wohl anderweitig orientieren, weil ich das Gefühl hätte, dass mir gar nicht zugehört wird…
Anja
erst mal recht herzlichen Dank für Deine Antwort! Du hast sicherlich mit allem recht, was Du schreibst! Aber ich dachte ich könnte vielleicht mal lieber einen „empfohlenen“ Arzt ausprobieren, als einfach das Telefonbuch aufzuschlagen und es bei allen probieren! Aber stimmt schon, es kommt hauptsächlich auf die „Chemie“ an. Aber ich hab einfach von Ärzten die Nase voll, die zum 100. Mal mein Blut, Urin etc. untersuchen, obwohl ich ihnen sage, dass da alles in Ordnung ist. Und dann verschreiben sie irgendwelche Tabletten, obwohl sie gar net wissen, was ich habe! Das finde ich nicht gut, ich kann doch nicht einfach irgendwelche Schmerztabletten nehmen, nur weil niemand weiß, was ich habe!
Hm, ich werde mich mal von meiner Intuition leiten lassen – vielleicht stehe ich ja plötzlich zufällig vor meiner „Traumpraxis“.
vielleicht war mein Kommentar falsch übertitelt, er war eigentlich als Antwort auf Deinen Artikel gedacht und nichT auf den der ursprünglichen Fragestellerin. Den Vorwurf, ich habe nicht „zugelesen“ weise ich zurück, ich bin schon mit Dir einer Meinung, daß man im Grunde einen Arzt nicht richtig empfehlen kann, sondern nur Empfehlungen zum „Beschnuppern“, wollte aber betonen, daß man bei der Zweierbeziehung Arzt/Patient vielleicht auch mal die Seite des Arztes betrachten könnte, das dient nämlich der Ausgewogenheit (ein Begriff, den ich eigentlich nicht besonders schätze, aber hier fällt mir ad hoc kein besserer ein) und wird von Patienten sehr oft völlig vernachlässigt. Allerdings teile ich Deine Beurteilung hinsichtlich der Unmöglichkeit einer solchen potentiellen Beziehung zwischen uns zur Gänze. Aber das ist ja auch nur ein Denkmodell, Gottseidank .
Frau Doktor
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