Nebenwirkung: Gewichtszunahme

Von: , Frage gestellt am Mo, 8. Dez 2003

Hallo!

Wenn auf dem Beipackzettel eines Medikamentes als Nebenwirkung Gewichtszunahme (bei 11%) steht - was genau steckt dahinter? Hat dieses Medikament dann eine Wirkung auf den Metabolismus oder hat man dann vermehrten Appetit, so dass dadurch das Gewicht steigt?

Im ersten Fall hätte man keinerlei auf Einfluß darauf, im zweiten schon, indem man einfach bewußter ißt.

Steigt das Gewicht (wenn man zu der Gruppe gehört) in jedem Fall, oder kann man das beeinflußen?

Danke und Gruß
Sarah

13 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 50 Minuten 0 hilfreich
    Re: Nebenwirkung: Gewichtszunahme

    Hi,
    ich denke, es kommt darauf an, um welches Medikament es sich handelt.

    Von trizyklischen Antidepressiva z.B. weiß ich, dass sie zu einer Gewichtszunahme führen, die (laut Literatur) durch diätetische Maßnahmen nicht zu beeinflussen ist, d.h., man nimmt auf jeden Fall zu. Also handelt es sich hierbei wahrscheinlich um die Wirkung auf den Metabolismus.

    Bei Vitamin B (6, 12) steigert sich der Appetit, dann kommt die Gewichtszunahme einfach durch mehr essen.
    Ebenso beobachtet man bei SSRI (Serotonin Wiederaufnahme Hemmer) einerseits leichte Gewichtsabnahme aber auch -zunahme.

    Weiters ist eine Gewichstzunahme bei allen Arten von Hormontherapien möglich (sei es im Klimakterium als auch Pille usw.).

    Auch bei der medikamentösen Therapie von Diabetes kann es dazu kommen.

    Je nachdem, entweder Stoffwechselbeeinflussung als auch Appetitsteigerung. Beides ist möglich. Oder auch Wassereinlagerung, oder, oder....

    Worum handelt es sich bei deiner Anfrage? Wenn du das Medikament nennst, dann ist es sicher einfacher zu antworten.

    Grüße
    Irene [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

    • Antwort von nach 2 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Nebenwirkung: Gewichtszunahme

      Haaalt, Irene, das interessiert mich jetzt besonders: Von trizyklischen Antidepressiva z.B. weiß ich, dass sie zu
      einer Gewichtszunahme führen, die (laut Literatur) durch
      diätetische Maßnahmen nicht zu beeinflussen ist, d.h., man
      nimmt auf jeden Fall zu.
      Und ich wurde - antidepressivabehandelt - immer dicker und damit manifestierte sich noch die Depression... hungerte dagegen an - und es nutzte nichts... Also handelt es sich hierbei
      wahrscheinlich um die Wirkung auf den Metabolismus.
      Wer oder was ist dieser Metabolismus? Gibt es "Gegenmaßnahmen"?
      LG Anja
      (z.Zt. depressions- und medikationsfrei...)

      • Antwort von nach 9 Stunden 0 hilfreich
        Re^3: Nebenwirkung: Gewichtszunahme

        Hallo, Und ich wurde - antidepressivabehandelt - immer dicker und
        damit manifestierte sich noch die Depression... hungerte
        dagegen an - und es nutzte nichts...
        Hunger ist glaube ich in so einem Fall denkbar schlecht. Auch wenn mir die Ursache für die Gewichtszunahme nicht einleuchtet - ich würde darauf tippen, daß sie durch Botenstoffe im Gehirn verursacht wird. Hunger veranlaßt den Körper nun komplett auf Sparflamme zu gehen, was evtl. die ungünstige Situation verstärkt. Bewegung, Sport, kreative Tätigkeiten sofern man in so einer Zeit dazu fähig ist, wären glaube ich der bessere Ansatz, sozusagen alles was die Maschinerie auf Touren bringt. Wer oder was ist dieser Metabolismus? Gibt es "Gegenmaßnahmen"?
        "Metabolismus" ist ein anderes Wort für "Stoffwechsel" und darunter wird einfach alles subsumiert, was im Körper transportiert und umgewandelt wird.

        Gruss
        Enno

    • Antwort von nach 9 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Nebenwirkung: Gewichtszunahme

      Hallo, Von trizyklischen Antidepressiva z.B. weiß ich, dass sie zu
      einer Gewichtszunahme führen, die (laut Literatur) durch
      diätetische Maßnahmen nicht zu beeinflussen ist, d.h., man
      nimmt auf jeden Fall zu. Also handelt es sich hierbei
      wahrscheinlich um die Wirkung auf den Metabolismus.
      die Wirkstoffgruppe wirkt meiner Kenntnis nach auf die Wiederaufnahme von Noradrenalin und/oder Serotonin. So ganz einleuchten tut mir das Argument mit Gewichtszunahme nicht, obwohl es mir auch bekannt ist. Normalerweise führt eine Erhöhung von Noradrenalin und Serotonin zu weniger Appetit und gesteigerter Wachheit. Evtl. werden hier noch andere Botenstoffe indirekt beeinflußt, die Wirkung ist aber mit hoher Wahrscheinlichkeit auf den veränderten Stoffwechsel zurückzuführen (BTW "Appetit" ist eine Reaktion des Körpers auf einen veränderten Stoffwechsel, die beiden Aspekte sind also nicht unabhängig).

      Gruss
      Enno

      • Antwort von nach 14 Stunden 0 hilfreich
        Re^3: Nebenwirkung: Gewichtszunahme

        Hallo Enno, (BTW "Appetit" ist eine Reaktion des Körpers
        auf einen veränderten Stoffwechsel, die beiden Aspekte sind
        also nicht unabhängig).
        Danke, das leuchtet selbstverständlich ein.

        Dabei fällt mir allerdings ein - "Appetit" ist doch sehr oft im "Hirn angesiedelt", z.B. kein Hunger, aber ständig Appetit.
        Oder: Hunger, aber appetitlos, sodass man einfach nichts essen kann oder mag und sich zwingen muss.

        Wie hängt denn das zusammen? Weißt du darüber etwas?
        Gruss
        Enno
        Gruß
        Irene

        • Antwort von nach 14 Stunden 0 hilfreich
          Begriffe

          Hallo,
          was ist bei Dir Hunger und Appetit resp. wie verhalten die sich zueinander ?

          Gruss
          Enno

          • Antwort von nach 23 Stunden 1 hilfreich
            Re: Begriffe

            Hallo Enno,

            Hunger ist die Empfindung, die da ist, wenn ich nachweislich längere Zeit nichts gegessen habe. Dann setzt man sich zum Tisch (oder auch nicht) und isst. Dann achtet man nicht auf "Gelüste" sondern stillt seinen Hunger. Punkt.

            Appetit ist etwas, das sich einstellt, wenn es von irgendwoher herrlich nach Essen riecht. Dann bekomme ich Appetit, obwohl ich vorher grad was gegessen habe. Ich "dürfte" ja gar keinen Hunger haben, hab ich auch nicht, aber ich hab einfach Appetit auf dieses oder jenes, nach dem es gerade so duftet.
            (man kann es vielleicht auch das Nicht Funktionieren der natürlichen Nahrungsaufnahmeregulation nennen).

            Unterfraktionen davon sind: Frustfresserei, Heißhunger, komische Gelüste, z.B. Schokolade, gleich darauf Salami und zum Drüberstreuen ein Stück Kuchen, daraufhin vielleicht ein Gulasch usw. "Appetit" auf alles mögliche ohne zwingende Notwendigkeit der Nahrungsaufnahme zwecks Aufrechterhaltung der Lebensfunktionen.

            Wenn ich z.B. krank bin (oder Kummer habe), dann bin ich manchmal schon ganz schwach und zittrig und weiß (aus Erfahrung) ich sollte jetzt "eigentlich" etwas essen, aber mir schmeckt absolut nichts, es reizt mich nichts = ich habe keinen Appetit.

            Die "gesündeste Variante" ist: Hunger mit einem gesunden Appetit. Mein Magen ist leer, ich setz mich zum Essen und erfreue mich an wohlschmeckendem Essen, esse es mit Genuss und Freude und sage nachher: Das hat mir jetzt geschmeckt.

            Ich hoffe, ich konnte das halbwegs klar rüberbringen.

            Grüße
            Irene [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

            • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
              Re^2: Begriffe

              Die "gesündeste Variante" ist: Hunger mit einem gesunden
              Appetit. Mein Magen ist leer, ich setz mich zum Essen und
              erfreue mich an wohlschmeckendem Essen, esse es mit Genuss und
              Freude und sage nachher: Das hat mir jetzt geschmeckt.
              Irene, wir sollten mal zusammen Essen gehen... :-))
              Anja
              Ich hoffe, ich konnte das halbwegs klar rüberbringen.
              siehste doch - bei mir *g

              LG, Anja



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