Nebenwirkung: Gewichtszunahme

Hallo!

Wenn auf dem Beipackzettel eines Medikamentes als Nebenwirkung Gewichtszunahme (bei 11%) steht - was genau steckt dahinter? Hat dieses Medikament dann eine Wirkung auf den Metabolismus oder hat man dann vermehrten Appetit, so dass dadurch das Gewicht steigt?

Im ersten Fall hätte man keinerlei auf Einfluß darauf, im zweiten schon, indem man einfach bewußter ißt.

Steigt das Gewicht (wenn man zu der Gruppe gehört) in jedem Fall, oder kann man das beeinflußen?

Danke und Gruß
Sarah

Hi,
ich denke, es kommt darauf an, um welches Medikament es sich handelt.

Von trizyklischen Antidepressiva z.B. weiß ich, dass sie zu einer Gewichtszunahme führen, die (laut Literatur) durch diätetische Maßnahmen nicht zu beeinflussen ist, d.h., man nimmt auf jeden Fall zu. Also handelt es sich hierbei wahrscheinlich um die Wirkung auf den Metabolismus.

Bei Vitamin B (6, 12) steigert sich der Appetit, dann kommt die Gewichtszunahme einfach durch mehr essen.
Ebenso beobachtet man bei SSRI (Serotonin Wiederaufnahme Hemmer) einerseits leichte Gewichtsabnahme aber auch -zunahme.

Weiters ist eine Gewichstzunahme bei allen Arten von Hormontherapien möglich (sei es im Klimakterium als auch Pille usw.).

Auch bei der medikamentösen Therapie von Diabetes kann es dazu kommen.

Je nachdem, entweder Stoffwechselbeeinflussung als auch Appetitsteigerung. Beides ist möglich. Oder auch Wassereinlagerung, oder, oder…

Worum handelt es sich bei deiner Anfrage? Wenn du das Medikament nennst, dann ist es sicher einfacher zu antworten.

Grüße
Irene

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Haaalt, Irene, das interessiert mich jetzt besonders:

Von trizyklischen Antidepressiva z.B. weiß ich, dass sie zu
einer Gewichtszunahme führen, die (laut Literatur) durch
diätetische Maßnahmen nicht zu beeinflussen ist, d.h., man
nimmt auf jeden Fall zu.

Und ich wurde - antidepressivabehandelt - immer dicker und damit manifestierte sich noch die Depression… hungerte dagegen an - und es nutzte nichts…

Also handelt es sich hierbei
wahrscheinlich um die Wirkung auf den Metabolismus.

Wer oder was ist dieser Metabolismus? Gibt es „Gegenmaßnahmen“?
LG Anja
(z.Zt. depressions- und medikationsfrei…)

Hallo,

Von trizyklischen Antidepressiva z.B. weiß ich, dass sie zu
einer Gewichtszunahme führen, die (laut Literatur) durch
diätetische Maßnahmen nicht zu beeinflussen ist, d.h., man
nimmt auf jeden Fall zu. Also handelt es sich hierbei
wahrscheinlich um die Wirkung auf den Metabolismus.

die Wirkstoffgruppe wirkt meiner Kenntnis nach auf die Wiederaufnahme von Noradrenalin und/oder Serotonin. So ganz einleuchten tut mir das Argument mit Gewichtszunahme nicht, obwohl es mir auch bekannt ist. Normalerweise führt eine Erhöhung von Noradrenalin und Serotonin zu weniger Appetit und gesteigerter Wachheit. Evtl. werden hier noch andere Botenstoffe indirekt beeinflußt, die Wirkung ist aber mit hoher Wahrscheinlichkeit auf den veränderten Stoffwechsel zurückzuführen (BTW „Appetit“ ist eine Reaktion des Körpers auf einen veränderten Stoffwechsel, die beiden Aspekte sind also nicht unabhängig).

Gruss
Enno

Hallo,

Und ich wurde - antidepressivabehandelt - immer dicker und
damit manifestierte sich noch die Depression… hungerte
dagegen an - und es nutzte nichts…

Hunger ist glaube ich in so einem Fall denkbar schlecht. Auch wenn mir die Ursache für die Gewichtszunahme nicht einleuchtet - ich würde darauf tippen, daß sie durch Botenstoffe im Gehirn verursacht wird. Hunger veranlaßt den Körper nun komplett auf Sparflamme zu gehen, was evtl. die ungünstige Situation verstärkt. Bewegung, Sport, kreative Tätigkeiten sofern man in so einer Zeit dazu fähig ist, wären glaube ich der bessere Ansatz, sozusagen alles was die Maschinerie auf Touren bringt.

Wer oder was ist dieser Metabolismus? Gibt es „Gegenmaßnahmen“?

„Metabolismus“ ist ein anderes Wort für „Stoffwechsel“ und darunter wird einfach alles subsumiert, was im Körper transportiert und umgewandelt wird.

Gruss
Enno

Danke Enno, owT

-)

Hallo Enno,

(BTW „Appetit“ ist eine Reaktion des Körpers
auf einen veränderten Stoffwechsel, die beiden Aspekte sind
also nicht unabhängig).

Danke, das leuchtet selbstverständlich ein.

Dabei fällt mir allerdings ein - „Appetit“ ist doch sehr oft im „Hirn angesiedelt“, z.B. kein Hunger, aber ständig Appetit.
Oder: Hunger, aber appetitlos, sodass man einfach nichts essen kann oder mag und sich zwingen muss.

Wie hängt denn das zusammen? Weißt du darüber etwas?

Gruss
Enno

Gruß
Irene

Begriffe
Hallo,
was ist bei Dir Hunger und Appetit resp. wie verhalten die sich zueinander ?

Gruss
Enno

an alle, die geantwortet haben
Also, das Medikament ist natürlich keine Geheimnis. Es heißt „Sibelium“, Wirkstoff: Flunarizindihydrochlorid.
Arzneimittel gegen bestimmte Formen von Schwindel.

Ich habe diese Tabletten zur Migräneprophylaxe verschrieben bekommen, aber nach Lektüre des Beipackzettels bezweifle ich, dass diese Arznei das Richtige für mich ist. Dort steht u. a.

  • Müdigkeit und/oder Benommenheit, die ständig weiter zunehmen kann
  • Wegen auftretender Schläfrigkeit u. U. keine Teilnahme am Straßenverkehr
  • Gewichtszunahme (und das, wo ich mit meiner Figur und 12 Kilo Übergewicht nach dem 4.ten Kind kreuzunglücklich bin!)
  • depressive Verstimmung (ich tendiere ohnehin dazu, viel zu viel zu grübeln)
  • Bradykinesie (verlangsamter Bewegungsablauf)

und noch einiges mehr.
Ich hätte das Gefühl, dass dieses Medikament mir alle Energien rauben würde, dabei brauche ich jedes bißchen davon! Mein Tagesablauf ist bis zur letzten Minute ausgeschöpft und meine jüngste Tochter gerade 14 Monate alt. Die versteht nicht, wenn Mama müde/benommen ist und gerne ein Nickerchen halten würde. Ich weiß natürlich, dass all das auftreten KANN, aber nicht MUß. Und trotzdem: mein Instinkt sagt mir, die Finger davon zu lassen.

Aber nun zurück zur Ursprungsfrage hinsichtlich der Gewichtszunahme (wenn ich noch dicker werde, kriege ich bestimmt Depressionen :smile:.
Was sagt Ihr jetzt mit dem Wissen um welchen Wirkstoff es sich handelt? Wird man in jedem Fall dicker, egal ob man weniger ißt?

Liebe Grüße
Sarah

Liebe Sarah,

eigentlich ist Sibelium bei der Migräneprophylaxe nur 2. Wahl, man versucht es erst mal mit Betablockern. Gibt es bei Dir dagegen Kontraindikationen oder weshalb nimmst Du keine? Hast Du denn so häufig Migräneattacken, daß sich der Versuch einer Prophylaxe lohnt? Ich bin selbst seit 35 Jahren Migränikerin und habe mich sehr mit diesem Thema beschäftigt. Seit es die Triptane gibt, hat sich das Leben für Migräniker doch deutlich aufgehellt, die wirken doch sehr zuverlässig und ziemlich schnell, wirklich ein wahrer Segen. Die meisten Ärzte verschreiben sie nicht so gerne, weil sie sehr teuer sind, sie sind meiner Meinung aber besser als ein Prophylaxeversuch, wenn man nicht gerade täglich eine Attacke hat. Red mal mit Deinem Arzt darüber.

Alles Gute
Heidi

lso, das Medikament ist natürlich keine Geheimnis. Es heißt

„Sibelium“, Wirkstoff: Flunarizindihydrochlorid.
Arzneimittel gegen bestimmte Formen von Schwindel.

Ich habe diese Tabletten zur Migräneprophylaxe verschrieben
bekommen, aber nach Lektüre des Beipackzettels bezweifle ich,
dass diese Arznei das Richtige für mich ist. Dort steht u. a.

  • Müdigkeit und/oder Benommenheit, die ständig weiter zunehmen
    kann
  • Wegen auftretender Schläfrigkeit u. U. keine Teilnahme am
    Straßenverkehr
  • Gewichtszunahme (und das, wo ich mit meiner Figur und 12
    Kilo Übergewicht nach dem 4.ten Kind kreuzunglücklich bin!)
  • depressive Verstimmung (ich tendiere ohnehin dazu, viel zu
    viel zu grübeln)
  • Bradykinesie (verlangsamter Bewegungsablauf)

und noch einiges mehr.
Ich hätte das Gefühl, dass dieses Medikament mir alle Energien
rauben würde, dabei brauche ich jedes bißchen davon! Mein
Tagesablauf ist bis zur letzten Minute ausgeschöpft und meine
jüngste Tochter gerade 14 Monate alt. Die versteht nicht, wenn
Mama müde/benommen ist und gerne ein Nickerchen halten würde.
Ich weiß natürlich, dass all das auftreten KANN, aber nicht
MUß. Und trotzdem: mein Instinkt sagt mir, die Finger davon zu
lassen.

Aber nun zurück zur Ursprungsfrage hinsichtlich der
Gewichtszunahme (wenn ich noch dicker werde, kriege ich
bestimmt Depressionen :smile:.
Was sagt Ihr jetzt mit dem Wissen um welchen Wirkstoff es sich
handelt? Wird man in jedem Fall dicker, egal ob man weniger
ißt?

Liebe Grüße
Sarah

1 „Gefällt mir“

Hallo Enno,

Hunger ist die Empfindung, die da ist, wenn ich nachweislich längere Zeit nichts gegessen habe. Dann setzt man sich zum Tisch (oder auch nicht) und isst. Dann achtet man nicht auf „Gelüste“ sondern stillt seinen Hunger. Punkt.

Appetit ist etwas, das sich einstellt, wenn es von irgendwoher herrlich nach Essen riecht. Dann bekomme ich Appetit, obwohl ich vorher grad was gegessen habe. Ich „dürfte“ ja gar keinen Hunger haben, hab ich auch nicht, aber ich hab einfach Appetit auf dieses oder jenes, nach dem es gerade so duftet.
(man kann es vielleicht auch das Nicht Funktionieren der natürlichen Nahrungsaufnahmeregulation nennen).

Unterfraktionen davon sind: Frustfresserei, Heißhunger, komische Gelüste, z.B. Schokolade, gleich darauf Salami und zum Drüberstreuen ein Stück Kuchen, daraufhin vielleicht ein Gulasch usw. „Appetit“ auf alles mögliche ohne zwingende Notwendigkeit der Nahrungsaufnahme zwecks Aufrechterhaltung der Lebensfunktionen.

Wenn ich z.B. krank bin (oder Kummer habe), dann bin ich manchmal schon ganz schwach und zittrig und weiß (aus Erfahrung) ich sollte jetzt „eigentlich“ etwas essen, aber mir schmeckt absolut nichts, es reizt mich nichts = ich habe keinen Appetit.

Die „gesündeste Variante“ ist: Hunger mit einem gesunden Appetit. Mein Magen ist leer, ich setz mich zum Essen und erfreue mich an wohlschmeckendem Essen, esse es mit Genuss und Freude und sage nachher: Das hat mir jetzt geschmeckt.

Ich hoffe, ich konnte das halbwegs klar rüberbringen.

Grüße
Irene

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

@Heidi
Liebe Heidi,

ich leide so lange ich denken kann unter Migräne. Die Symptome haben sich im Laufe der Jahre sehr verändert. Zur Zeit habe ich Migräne ohne Kopfschmerz, also nur die reine Aura, allerdings oft auch mit neurologischen Ausfällen, was ich als besonders unangenehm empfinde.
In den Monaten Oktober und November hatte ich wohl mal wieder so eine nicht enden wollende Attacke, sprich ich hatte 2-5 Anfälle pro Woche. Während dieser Phase habe ich ein Schädel-MRT machen lassen und mir einen Termin beim Neurologen geben lassen. Nunmehr scheint diese Phase wieder vorbei zu sein und die Anfälle beschränken sich auf ca. 1-2 pro Monat. Damit könnte ich leben (muß ich wohl auch). Betablocker kommen für mich angeblich nicht in Frage, da ich einen niedrigen Blutdruck habe (manchmal nur 65 zu 85 o.ä.)
Und Triptane, in meinem Fall Maxalt Lingua, haben mir gar nicht geholfen. Der Neurologe meinte das sei kein Wunder, denn gegen die Aura helfen Triptane nicht.
Eigentlich ist es nicht der eigentliche Anfall, sondern vielmehr der Frust und die Hilflosigkeit, mit der man einfach so überfallen wird und einfach nichts, aber auch gar nichts tun kann, außer es aushalten und warten bis es vorbei ist. Mir fehlt einfach die Akzeptanz und ich frage mich manchmal wieso ich, wieso nicht jemand bei dem es egal ist, ob er mal für ein paar Stunden ausfällt. Ich denke das ist bei mir der eigentliche Knackpunkt und muß im Kopf gelöst werden, und nicht per Tablette.

LG
Sarah

Die „gesündeste Variante“ ist: Hunger mit einem gesunden
Appetit. Mein Magen ist leer, ich setz mich zum Essen und
erfreue mich an wohlschmeckendem Essen, esse es mit Genuss und
Freude und sage nachher: Das hat mir jetzt geschmeckt.

Irene, wir sollten mal zusammen Essen gehen… :smile:)
Anja

Ich hoffe, ich konnte das halbwegs klar rüberbringen.

siehste doch - bei mir *g

LG, Anja

Liebe Sarah,

wenn Du „nur“ unter der Aura leidest (welcher Art die neurolog. Ausfälle sind, erwähnst Du leider nicht) und keine Kopfschmerzen in der Attacke hast, werden Triptane auch nicht helfen, das ist logisch. Aber ehrlich gesagt finde ich das wirklich Schlimme an der Migräne den vernichtenden Kopfschmerz mit Erbrechen, wenn ich die nicht hätte, würden mich die anderen Erscheinungen wenig kümmern.
Dein wirklich sehr niedriger Blutdruck kann natürlich auch eine Ursache für Deine Beschwerden sein, ist das mal abgeklärt worden? Deine Aussagen über den Frust und die Hilfloigkeit kann ich so nicht nachvollziehen. Preise das Schicksal, daß Du keine Schmerzen hast, damit bleibt Dir doch das Schlimmste erspart. Trotzdem wünsche ich Dir gute Besserung der Restsymptome (obwohl die neurologischen (oder zerebralen Herd)symptome medikamentös nicht beeinflußbar sind, ganz bestimmt aber nicht von Sibelium oder Serotoninantagonisten, die beide den Appetit stark anregen können und dann natürlich zu Gewichtszunahmne führen. Das wird bei Patienten mit Appetitmangel auch therapeutisch genutzt).

Viele Grüße
Heidi

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]