Krebspatienten verhungern
Von: , Frage gestellt am Di, 9. Dez 2003
Tach,
Letztens erzählte mir mein Nachbar, dass er nur 600 kcal/die bekommt. Parenteral. Er wurde gerade bestrahlt. Wegen Hals-Metastasen. Als ich ihn gefragt hat, ob ihm übel ist, staunte er. Das Angebot, mit seinem Stationsarzt zu reden, um die Energiebilanz zu optimieren, hat er abgelehnt. Er wollte die Kalorienzufuhr mit dem zuständigen Oberarzt klären. Als ich zwei Wochen später seine Tochter fragte, wann er wieder heim kann, sagte sie, dass er tot ist. Verhungert. Krebspatienten verhungern, hatte ihr der behandelnde Arzt erklärt. Woraus schließt ihr, dass ein behandelnder Arzt passive Sterbehilfe mit euch abspricht? Mein Nachbar war erst Anfang Neunzig. Er hätte keine Energie mehr gehabt, sagten andere Nachbarn. Er wollte sterben, meinten sie. Von einer Patientenverfügung war nicht die Rede.
Gruß.
