Hallo Matthias,
ich will nur kurz auf Dein Posting eingehen, da diese Diskussion doch von der Ursprungsfrage, die Conni gestellt hat, stark abweicht.
Ich kenne den von Dir u.a. Artikel und möchte nur zu bedenken geben, dass er von 1995 ist. Mittlerweile gibt es 3-Tesla-MRT's im Versuchsstadium und 2-Tesla-Geräte zum Kauf, so dass die Bildqualität um Potenzen besser geworden ist.
Im wesentlichen bestätigst Du ja das von mir geschriebene, auch wenn Du dich nur auf Rupturen beziehst - es gibt wesentlich mehr, wie Du weisst. Ich habe ja bereits erwähnt, dass ich jeden Tag Untersuchungen sehe, bei denen ich mich frage, warum diese angefordert wurden. Es mag durchaus so sein , dass es Kollegen gibt, die aus Unsicherheit, fehlender Zeit oder was-auch-immer schnell eine Überweisung ausstellen.
Ich möchte trotzdem nochmals betonen, dass die klinische Untersuchung (ich kann hier natürlich nur für die Klinik sprechen, in der ich arbeite, bzw. meine pers. Erfahrungen einfliessen lassen) NICHT durch eine MRT ersetzt wird. Gerade im Zuge der Kostenreduzierung im Gesundheitssektor wird es immer weniger (auch notwendige) MRT-Untersuchungen geben. Nehmen wir doch mal an, Conni hätte ein Osteosarkom (Achtung Conni - das ist NUR eine Hypothese und hat mit Deinem Problem nichts zu tun), was ebensolche Beschwerden verursachen würde - was für eine Art der Diagnostik würdest Du vorschlagen ?
Gruß, Jürgen
Hallo!
Die geringe Aussagekraft von MRT z.b. bei Schulterproblemen
wird hier
schön dargestellt:
"Abnormal findings on magnetic resonance images of
asymptomatic
shoulders", J Bone Joint Surg Am. 1995 Jan;77(1):10-5.
Immer und immer wieder finden sich Untersuchungen an
asymptomatischen
Patienten bei denen man Teilrupturen und andere Veränderungen
findet
die aber eben keine Beschwerden haben.
In der Praxis erlebt man aber sehr oft dass-sobald Beschwerden
vorhanden-sind diese mit Auffälligkeiten im MRT gleichgesetzt
werden.
Bei vollständigen Rupturen ist MRT zu 100% zuverlässig;
allerdings
sind solche Rupturen klinisch auch wieder zu testen. Der
Unterschied
sind dann einfach mehrere hundert Euro die zusätzlich
ausgegeben
wurden.
Da ich eben auch Ärzte kenne die primär die klinische
Untersuchung in
den Vordergrund stellen wundert es mich immer wie schnell
manchmal
zum MRT gegriffen wird nur um nachher irgendeine Auffälligkeit
als
Auslöser der Beschwerden zu erklären.
Kann es sein dass in der Ausbildung den bildgebenden Verfahren
mehr
Beachtung geschenkt wird?-und wie stark "evidence-based" ist
die
Ausbildung ausgerichtet?
Tschüss
Matthias