Schilddrüse oder Psyche?

Hallo und erst einmal alle Guten Wünsche für das neue Jahr.

Ich habe folgendes Problem:

Am 23.12. war ich bei einem Checkup bei meinem Hausarzt. Urin- und Blutwerte sind ok. Am 26.12. abends gehe ich zu Bett und kaum dass ich liege, überfällt mich ein höllisches Angstgefühl mit einem beklemmenden Gefühl im Brustkorb (wie, wenn man aufgeregt ist). Die Hände kribbelten und im Kopf ein unangenehmes Gefühl bis fasst zur Ohmacht. Ich stand auf (um mich gegen die Ohmacht zu wehren) und mein Herz begann zu rasen. Sofort brachte mich mein Mann auf den Balkon an die frische Luft. Wir fuhren dann sofort in die Uniklinik. Unterwegs wurde meine Zunge taub und im Kopf wieder ein unangenehmes Gefühl – Angst vor Ohnmacht. Frische Luft tat mir gut. In der Uniklinik wurde sofort EKG gemacht und das Blut abgenommen. Die Blutwerte: Leukozyten erhöht, Kalium zu niedrig (genaue Werte habe ich hier leider nicht mehr vorliegen). Auch die Werte der Schilddrüse wurden festgestellt: TSH 12.26 (!!), freies T3: 3.1 und freies T4: 13.1. Man sagte mir, dass das EKG in Ordnung sei. Am 29.12. suchte ich sofort meinen Hausarzt auf. Er lies sich die Werte der Schilddrüse von der Uni faxen und konnte sich diese Werte nicht erklären, sie seien widersprüchlich. In der Uniklinik hat er niemanden erreicht. Er machte direkt einen neuen Test und dieser war wieder in Ordnung!? Die Nächte nach dem 26.12. waren mit Schlafstörungen und ähnlichen beklemmenden Gefühl in der Brust, jedoch nicht wieder bis zu diesem Ohnmachtsgefühl. Auch tagsüber habe ich diese Momente, jedoch schwächt es ab. Heute habe ich die erste Nacht wieder durchgeschlafen. Mein Arzt hat den Verdacht, dass dieser „Kollaps“ eine psychische Ursache hat und gab mir Tabletten mit, die den Herzschlag beruhigen sollen. Ich nahm sie jedoch nicht, da mein Arzt ja schließlich auch nicht wusste, was ich habe, nur die Vermutung hatte, dass es psychisch bedingt ist. Wie verhalte ich mich weiter? Ich bin sehr verunsichert und habe Angst vor solch einem erneuten Vorfall. Vielen Dank für die Hilfe.

Hallo!

Deine Schilddrüse würd ich da mal ausschließen, auch wenn die komische Werte macht (falls sie das wirklich tut und nicht irgendwer halbherzig gearbeitet hat).
Ich würde da nun mal eine Panikattacke vermuten. Bin oft mit dem Rettungswagen zu sowas ausgerückt.
Ich unterstelle nun einfach mal, das Alkoholgenuß in größerer Menge vorausging. Das triggert sowas besser. Geht aber auch ohne. Kann dann ausgelöst werden durch Streß, Ruhe, Angst, schlechte Träume und so weiter.
Panik!!! Erstmal also Herzfrequenz hoch. Huch, mein Herz klopft so! Was ist los???>>>mehr Panik>>>Atmung schneller. Dadurch wird zuviel Kohlendioxyd abgeatmet, Du hyperventilierst. Das signalisiert noch mehr Panik, Herzfrequenz rauf. Hyperventilation verursacht kribbeln und Sinnesstörungen (ist eine respiratorische Alkalose, also Untersäuerung durch Atmung). Zuletzt kämen dann Muskelstörungen hinzu und eine „Pfötchenstellung“ der Hände, die ein typisches und sicheres Zeichen ist.
Erste (und so ziemlich einzige) Hilfe: Beruhigender Zuspruch durch jemandem, dem Du vertraust, in einen Beutel atmen (so wird das Co2 im Blut wieder angereichert, die Alkalose läßt nach, die sensorischen Störungen verschwinden, hin und wieder mal eine Nase Frischluft nehmen).Anschließend Atmung dem des (hoffentlich ruhigen)Helfers anpassen. Jedenfalls mit etwa 15 Atenzügen pro Minute auszukommen versuchen. Dann ein Bierchen oder so zur Beruhigung. Dann gehts meist wieder.
Im schlimmsten Fall könnte das bis zur Bewußtlosigkeit gehen, aber dann normalisiert sich das von allein und der Patient erwacht. Leg Dir einen Gefrierbeutel (6 Liter ist ideal) ans Bett, und wenns passiert, atme estmal da rein, bis die Symptome abklingen.
Alternativmedizinisch: In den Beutel und auf ein Mulltuch zum Durchatmen ein Tropfen Angelikawurzelöl bester Qualität geben. Das hilft gegen Panik und entspannt.
Du bist übrigens kein Einzelfall, Panik ist eine weit verbreitete Erkrankung bzw. Störung. Kriegt man mit Abschalten des Auslösers oder mit Medikamenten hin, manchmal brauchts beides.

Alles Gute,

Marcus

Hallo Marcus,

erst einmal recht herzlichen Dank für deine Info. Genau so wie du es beschreibst, hat es der Arzt in der Uniklinik auch beschrieben. In Tüte atmen … usw. Alkohol war im Spiel, allerdings nur 2 Ramazotti nach dem Essen :wink: Also ich denke, ich sollte daran arbeiten die Ursachen zu bekämpfen und dies vorerst ohne Medikamente. Was mich unheimlich beruhigt in deinem Schreiben ist, dass man nach dieser Ohnmacht auch wieder aufwacht. Denn genau dieses Gefühl, nämlich ohnmächtig zu werden, hat mir Angst gemacht, Angst davor, nicht mehr aufzuwachen (auch wenn es jetzt blöd klingt, aber du kennst das ja bestimmt …). Nach nunmehr einer Woche geht es mir besser. Noch 2 Tage nach diesem Vorfall war ich nur müde und habe nur geschlafen. Nun habe ich zwischendurch noch Herzrasen, allerdings nicht mehr so schlimm wie es war und zu solch einer Attacke kam es auch nicht mehr. Nachts kann ich wieder durchschlafen.

Ich danke dir sehr für deine Hilfe. Ich werde meinen Arzt allerdings trotzdem „gängeln“, sich die Informationen von der Uniklinik bzgl. der widersprüchlichen Blutwerte zu holen. Allerdings ist es sicherlich nicht abwägig, dass auch dort geschlampt wird.

Herzliche Grüße Bea

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Hallo, Bea,

bleib bei ganzheitlicher Medizin.
besorg Dir eine Verdampferlampe (so’n Ding mit Teelicht, gibts auch mit Glühbirne)und, falls du es nicht kennst, laß Dir erklären, wie es funktioniert. Verdunste darin im Schlaf- oder auch Wohnzimmer ätherische Öle. Geeignet sind z.B. Angelikawurzel (antipanisch, angstlösend, verstärte Serotoninausschüttung), Melisse (beruhigend, Schlaffördernd), Weihrauch (schützend, wärmend, reinigend), Ylang-Ylang (bringt Dich auf andere Gedanken:smile:)) ), Sage (schützend, beruhigend)und derer mehrere. Gute Qualitäten, und auch Literatur zm Thema Panikanfälle bekommst du in einer esotherischen Buchhandlung (z.B. Lilanandra in Essen, hinterm Hauptbahnhof).
Ein Dreamcatcher über Bett ist auch was nettes.
Zuletzt bekommst Du aus dem Bachblüten-Sortiment in der Apotheke Notfalltropfen (Rescue-Remedy). Bei aufkommender Panik drei Tropfen auf die Zunge.

Take Care,

Marcus

Ganzheitlich?
Hi Marcus,

bleib bei ganzheitlicher Medizin.

Bitte um Aufklärung, wieso ordnest Du Deine Tipps unter „Ganzheitlicher Medizin“ ein?
Interessiert: Anja

Hallo, Anja,

wo sähest Du sie lieber? Bei Esotherik?
ich ordne sie unter ganzheitlich ein, weil die Behandlung auf den ganzen Menschen und sein seelisches Gerüst und Umfeld aufbaut.
Der Plastikbeutel bei Hyperventilation ist rein somatische Behandlung. CO2 im Blut steigt an, Tetanie geht zurück. Fertig. Wenn ich in nachfolgender Beruhigungsphase nicht etwa ne Valium nehme (die auch somatisch jenseits der Blut/Hirnschranke ansetzt) kann ich auch Angelikawurzelöl atmen lassen und für eine entspannt-sichere umgebung sorgen. Mit beidem verhindere ich einen Panikanfall. Mit der Valium lerne ich meinem Patienten: Wenn was ist, schluck eine. Wirkmechanismus klar. Mit dem anderen gebe ich meinem Patienten Hilfe zur Selbsthilfe und lerne ihm auch auf psychischer Ebene, die Geschehnisse zu verarbeiten und damit klarzukommen. Und wenn der Patient versteht, was in einer Panikattacke mit ihm passiert, kann er selbst statt passiver spielball zu werden selbst aktiv Gegenmaßnahmen einleiten oder Vorbeugung treffen.
Deshalb ist das IMHO eine ganzheitliche, kausaltherapeutische Idee hinter dem Ganzen, keine rein symptomatische.

liebe Grüße,

Marcus

verstehe, Danke, owT

-))

Hallo Marcus,

ich danke dir für die Ratschläge. Da ich eh’ diese „Stinkelämpchen“ benutze, werde ich nun diese ätherischen Öle besorgen. Auch der Tipp mit den Notfalltropfen ist genial. Nach der Pille, die man mir in der Uniklinik zur Beruhigung gab, habe ich alles 3-fach gesehen und wie ich nach Hause gekommen bin, weiß ich heute auch nicht mehr. Ich werde deine Ratschläge auf jeden Fall annehmen.

Danke dir ganz dolle ! :smile:

Bea

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