Luft im Blutkreislauf

Hallo allerseits!

Kann mir jemand verraten, warum genau es gefährlich sein soll, wenn Luft in der Blutkreislauf kommt?
Oder bin ich da fehlinformiert…?
Ich meine, Ärzte tun doch z.B. immer die Luft ausn Kanülen raus, bevor sie impfen. Das wird doch sicherlich einen Grund haben…?

Grüße!
Lyra

Hallo Lyra!
Luft im Blutkreislauf ist gefährlich, weil die Luftblasen, wenn sie groß genug sind, kleine Gefäße verstopfen können, was zur Folge haben kann, daß der dahinter liegende Gefäßabschnitt nicht mehr durchblutet wird und das davon versorgte Gewebe abstirbt (man spricht dann von einer Luftembolie).
Wenn sehr viel Luft in das Gefäßsystem gelangt, können sich die Gasblasen auch in den Lungenkapillaren ablagern und diese verstopfen. Je mehr Gefäße verstopft sind, desto schwerer wird es für das Herz, das ganze Blut durch die Lunge zu kriegen und irgendwann schafft es das Herz einfach nicht mehr, wenn zu viele Gefäße verstopft sind, und hört auf zu schlagen.
Das Gefährliche daran ist nicht die Luft als solche sondern einfach die Tatsache, dass sich im Blut ein vergleichsweise großer Körper befindet (nämlich die Luftblase), der Gefäße verstopfen kann. Dementsprechend kann genau dasselbe auch mit anderen Gasen (z.B. Stickstoff bei der Taucherkrankheit = Gasembolie), bei der Entwicklung eines Thrombus (= Thrombembolie) oder sogar mit Fruchtwasser unter der Geburt passieren (= Fruchtwasserembolie).

Es muß aber eine ganze Menge Gas in den Blutkreislauf gelangen, damit man wirklich daran stirbt, so daß es im allgemeinen folgenlos bleiben wird, falls Dein Arzt mal vergißt, die letzte kleine Luftblase aus der Spritze zu entfernen.

Gruß,
Philipp

Hallo allerseits!

Kann mir jemand verraten, warum genau es gefährlich sein soll,
wenn Luft in der Blutkreislauf kommt?
Oder bin ich da fehlinformiert…?
Ich meine, Ärzte tun doch z.B. immer die Luft ausn Kanülen
raus, bevor sie impfen. Das wird doch sicherlich einen Grund
haben…?

Grüße!
Lyra

Hallo,

ich habe festgestellt, dass bei einer Infusion immer wieder Luftblasen im Schlauch sind, die auch nach unten wandern. Gelangen diese Luftblasen auch in den Blutkreislauf? Und wenn ja, sind es einfach zu wenige um gefährlich zu werden?

Ciao
Kaj

Hi Kaj!

Ja, die Blasen gelangen in den Blutkreislauf. Sie sind aber so klein, daß sie sich verteilen bzw. um sie herum entstehende kleine Gerinnsel vom Körper aufgelöst werden, bevor Schaden entstehen kann.
Es bedarf einer weitaus größeren Menge an injizierter Luft um jemanden umzubringen, als uns einige Kriminalfilme weismachen wollen. :wink:

Gruß
Peter

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Hi,

Es bedarf einer weitaus größeren Menge an injizierter Luft um
jemanden umzubringen, als uns einige Kriminalfilme weismachen
wollen. :wink:

Bei James Bond haben sie es mit einer Injektion von Champagner gemacht! Wie liegen da die Chancen? Denn wenn schon, dann mit Klasse!!! :wink:

Gruß
Falke

Hallo Falke!

Was das Gas angeht, denke ich, eher schlechter
=>Bläschen sehr klein und CO2, was ja im Blut auch teilweise abgepuffert werden kann.
Wahrscheinlich würde man tatsächlich so viel Schampus benötigen, daß das Opfer ohnehin an Alkohol- oder sonstiger Vergiftung sterben würde.

Gruß Peter

…und die 3,5 L Spritze vom Pferdedoc! owT.
:wink:)

… kommt auf die Größe der Kanüle an :wink:
… Du solltest ja die Vene treffen und nicht nur den ganzen Arm aufblasen :wink:
DIE Luftmenge jedenfalls würde dicke reichen :wink:.
Gruß

Peter

Tut das dann weh ??
Hallo nochmal !

Danke für die Antworten!
Verstehe ich das also richtig, dass kleine Luft- (oder andere Gas-) Blasen vom Körper abgebaut werden?
Merkt man das, wenn man Luft im Kreislauf hat! Ich meine, wie z.B. bei dem Schlauch mit den Luftbläßchen: Tut das dann weh oder so, wenn irgendwelche Lungenkapillaren verstopfen…??

Grüße !
Lyra

… und ich habe gedacht, das was in James Bond gezeigt wird, entspricht alles der Wahrheit :frowning: !!!

:wink:)))))))))))

Gruß
Falke

Hi Lyra!

Wie gesagt, es hängt von der Menge ab. Von den kleinen Luftbläschen, die man manchmal venös injiziiert merkt man eigentlich nichts (zumindest hat sich bei mir noch niemand beschwert :wink: )

Größere Luftmengen, die eine Embolie verursachen, können die typischen Beschwerden mit Atemnot und Schmerzen auslösen. Man muß nämlich dazu sagen, daß nicht alle Lungenembolien (gleich welcher Ursache) überhaupt Beschwerden machen oder funktionell bedeutsam werden.

Hier ist noch eine Fallbeschreibung aus der Schweiz, von einer Injektion einer wirklich großen Luftmenge. Das man das so locker überlebt, war mir jetzt auch neu (liegt vielleicht an der robusten Art der Schweizer)

http://www.smw.ch/oeil/2000/130-26-360-00.html

Was das Abbauen der kleinen Blasen angeht: ein Teil des Gases geht wahrscheinlich im Blut in Lösung, ein Teil verbleibt als Bläschen und kann über Aktivierung der Blutgerinnung Gerinnsel verursachen.
Bis zu einer gewissen Größe werden diese aber auch wieder aufgelöst, einmal im Blut selbst, zum anderen besitzt gerade die Lunge eine sehr große Fähigkeit, Gerinnsel zu lösen.
Verbleibende Bläschen können auch noch über den Gasaustausch in der Lunge abgeatmet werden.

Gruß Peter

Hallo Peter,

zu dem Artikel der Schweizer (die Resistenz liegt bestimmt an der Kombination von Ricola+Toblerone per os) muß allerdings gesagt werden, dass es DER Sonderfall unter allen Sonderfällen ist. Wie oft läßt man denn eine NaCl-Infusion als Druckinfusion einlaufen ? Normalerweise passiert ja gar nichts, da der normale venöse Druck ein Einströmen von Luft verhindert.

Gruß, Jürgen

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo allerseits!

was geschieht , wenn die Luftblase im Hirn liegen bleibt ?
Das Herz funkt doch ähnlich wie die Umwälzpumpe einer Heizung, die kann man aber entlüften.
Stroh und Luft im Hirn ist sicher nicht bekömmlich. (:smile:

Gruss

Fritz
a.d.Uw.

Hallo Fritz!

Wenn die Luftblasen im Hirn landen, dann kann’s ungemütlich werden. Bislang hatten wir ja „nur“ den Fall, daß Luft in den venösen Schenkel des Kreislaufes gelangt. Nach dem Herz erreicht unsere Luftblase als erstes Kapillargebiet die Lunge und wird dort mit Glück „abgebremst“.

Zwei Möglichkeiten allerdings gibt es, wie die Luft in den arteriellen Schenkel gelangen kann:

  1. Es besteht ein Defekt zum Beispiel im Herzvorhof mit einer Umkehr des Flusses (normalerweise vom linken Herz (Hochdrucksystem) ins rechte Herz (Niederdrucksystem)
  2. Die Luft wird durch das Kapillarbett „gepreßt“ und landet im arteriellen Schenkel.

Für diejenigen, die’s ganz genau wissen wollen, mit dem Thema wurden schon einige Doktortitel verdient :wink:

http://www-brs.ub.ruhr-uni-bochum.de/netahtml/HSS/Di…

Je nach Menge der Luft sind dann ernste Schäden möglich, beginnend mit Herz- oder Hirninfarkten, um mal nur die Maximalvariante zu nennen.
Ähnlich liegen ja auch die Dinge beim Dekompressionsunfall der Taucher, bei denen Blutgase beim Auftauchen aus der Lösung im Blut gehen.

Gruß Peter

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