Punktion und Betäubung

Tach Community,

folgende Frage:
Meine Freundin hatte letztes Jahr eine virale Menengitis.
Der Idiot von Arzt hat eine ziemliche harte Punktion
ohne Betäubung durchgefuehrt.

Nun hat meine Freundin ähnliche Symptome wieder und natürlich
eine heidenangst vor dieser Punktion. Meines erachtens
wird eine Punktion mit lokaler Betäubung durchgefuehrt… oder

bei meiner Spinalanästhesie (welche im prinzip ja auch eine Punktion ist) wurde ich vorher auch lokal Betäubt, so dass es nur sehr unangenehm war, aber nicht schmerzte.

Wer hat Rat?

Vielen Dank

PixelKoenig

Tach User :wink:,

ich hab da kein Wissen, aber einen Erfahrungswert, vielleicht hilft der weiter :
Ich bin letztes jahr mehrfach im linken Ellenbogen punktiert worden (Eiter nach einer Bursitis). Tat ziemlich weh und ist auch ein Scheiss-Gefühl, wenn das Zeug da aus einem rausgesaugt wird.
Auf meiner Rechnung (ich bin Privatpatient) stand dann jeweils „Lokalanästhesie“. Ich hab beim nächsten Mal den Arzt drauf angesprochen. Er erklärte mir, dass mit dem Zeug, mit dem vorher die Hautoberfläche abgewischt wird, auch gleichzeitig der Bereich betäubt wird. (Ich dachte bis dahin, das wäre Alkohol oder so).
Er hat allerdings zwischen Abwischen und Spritze reinjubeln keine 3 Sekunden gewartet, daher hat die Betäubung wohl nich so gewirkt. Beim Zahnarzt dauert das ja auch immer was.

Also : Wenn sie nochmal punktiert werden soll, soll sie sich vom Arzt über die Anästhesie aufklären lassen. Sie kann ihm auch ruhig sagen, dass sie letztes Mal starke Probleme hatte. Vielleicht kann man das irgendwie verstärken - oder länger die Betäubung wirken lassen.

Gruss Hans-Jürgen
***

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Punktion nicht gleich punktion
hi,

Ich bin letztes jahr mehrfach im linken Ellenbogen punktiert
worden (Eiter nach einer Bursitis). Tat ziemlich weh und ist
auch ein Scheiss-Gefühl, wenn das Zeug da aus einem
rausgesaugt wird.

hmmm. das kann ich mir vorstellen. dennoch ists denke ich ein unterschied, ob dir in den ellenbogen gestochen wird… oder ob die eine 7 cm lange nadel in die wirbelsaeule gestochen wird.

vor allem hat der die nadel fast reingeworfen. das war so schlimm (ich stand dabei und hab meiner freundin die hand gehalten und hab alles gesehen), dass sie ihre fingernaegel in meine hand gerammt hat und ich heute noch narben davon habe. danach hat sie sich vor schmerzen uebergeben. sowas hab ich noch nicht erlebt…

da hilft jetzt auch kein gutes zureden mehr… sie hat nur noch die panik.

merci fuer deine erfahrung. leider kann ich sie damit nicht beruhigen :frowning:

Grusz

PK

Hallo !!

Also, über den Sinn einer lokalen Betäubung bei der Liquorpunktion kann man sich streiten. In den Lehrbüchern steht daher auch extra „evtl. Lokalanästhesie“… Der Grund liegt darin, dass die Lokalanästhesie ja nicht für die Haut gedacht ist, sondern für die schmerzhafteren tieferen Strukturen, daher ein wenig oben Rumquaddeln hilft nicht. Man geht also genau den Weg bis ca. 4-7 mm vor den eigentlichen Ort des Geschehens (hier ist das sog. Ligamentum flavum, die letzte härtere Barriere vor dem Liquorraum) und dieser Weg allein ist schon 5 cm lang.

Somit läuft der größte Weg der Punktion ohnehin ohne Anästhesie. Schmerzhaft ist auf jeden Fall die Durchstoßung des Ligamentum flavum und das ist definitiv nicht anästhesiert, denn sonst wär man ja im Liquorraum drin. Aus der Anästhesieabteilung weiß ich, dass vor der Operation mit Spinalanästhesie immer eine lokale Betäubung war, wenn die Kanüle liegen bleibt. Bei Lumbalpunktionen in der Inneren Medizin wurde der Patient immer über o.g. Problematik aufgeklärt und konnte selbst entscheiden. Ich erinnere mich an eine Patientin, bei der es absehbar war, dass sie mehrere Punktionen brauchte. Sie probierte es einmal mit, einmal ohne Anästhesie und blieb bei ohne, weil es gleichermaßen Nachteile hatte. Ihr war es lieber, dass es schnell vorbei war. Andere jedoch brauchten die Anästhesie inkl. der Wartezeit, die ja danach folgt, denn so haben sie es besser verkraften können. Es ist also individuell und daher absolut statthaft, wenn Deine Freundin dieses Mal auf eine Anästhesie besteht.

Zur Punktionsweise… Das mag für einen Außenstehenden und liebenden Menschen wirklich brutal aussehen, aber glaub mir, es ist besser, wenn man schnell reingeht, denn man braucht erstens Schwung für das Lig. flavum und zweitens sind die Schmerzen beim langsamen Punktieren durch die ganzen Muskelstränge hindurch noch größer.

Ich kann sehr gut verstehen, dass diese Untersuchung für Deine Freundin schrecklich ist. Und jeder wird verstehen, dass sie eine panische Angst vor dem möglicherweise nächsten Mal hat. Aber es ist ja noch gar nicht entschieden, ob sie da noch einmal ran muss. Bitte also die Kopfschmerzen abklären lassen, da kühl gedacht eine weitere Meningitis nicht wirklich eine gute Alternative zu einer versäumten Lumbalpunktion ist.

Toi toi toi !!!

Claudia

Hi,

natürlich ist das ein Unterschied, ich stelle mir das, was Deiner Freundin bevorsteht, natürlich viel schlimmer vor.

Claudia hat aber Recht mit dem „reinwerfen“. Als ich mal im Krankenhaus war, hab ich eine Thrombosespritze bekommen sollen, weil man da ja so lange liegt. Eine Besucherin von mir sass daneben und traute ihren Augen nicht : Die Schwester sagte nur „Bauch frei“ und zack war das Ding drin. Garnicht lang gefackelt. Ich habe mich mehr erschrocken, als es weh getan hat. (Vielleicht wird auch Adrenalin ausgestossen, das die Wirkung hemmt, keine Ahnung, bin Laie)

Auch von mir Viel Glück für Sie

Gruss Hans-Jürgen
***

Vielen Dank
Hi,

herzlichen Dank für die umfangreiche Information.
Ich werde das meiner Freundin nicht weitergeben.
Werde sie lieber im glauben lassen, dass eine Narkose
hilft… auf alle faelle ist sie dann entspannter…
und das hemmt auch schmerzen…wenn man durch die muskeln muss…

ich hoffe auch nur dass „normale“ kopfschmerzen sind…
sie war damals 2 wochen in der charitée unter quarantäne…
in der virologie…

mann… kommunikation nur durch die scheibe mit den kindern… das war hart…

also…noch mal vielen dank fuer die auskunft.

grusz

PixelKoenig

Hallo Hans-Jürgen,

das klingt aber schon ein bißchen sonderbar, daß im Desinfektionsmittel für die Hautoberflächendesinfektion auch ein „Betäubungsmittel“ gewesen sein soll und das Ganze dann unter „Lokalanästhesie“ auf der Liquidation erscheint. Mir ist jetzt nicht so 100%ig erinnerlich, ob unter diesem Punkt auch eine solche „Vereisung“ subsummiert wird, ich bezweifle es aber. An Deiner Stelle würde ich mich mal bei Deiner Privatkasse erkundigen, falls Du diesen Arzt noch öfter aufsuchen willst.

Viele Grüße

Heidi

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Hallo Heidi,

vielen Dank für die Mühe (Sternderl ist „unterwegs“), ich habe bereits gestern einen inhaltlich identischen Hinweis direkt per Mail bekommen.
Ich muss dazu sagen, ich habe die Rechnung leider nicht mehr, weiss also nicht mehr exakt, wie das draufstand. Was ich vergessen hatte zu erwähnen : Als ich dann nochmal da war, habe ich kurz auf das Fläschchen geschielt und da stand wirklich was von Anästhesie drauf.
Ich kann allerdings nicht mehr beschwören, ob nicht zweimal gewischt wurde, einmal zur Sterilisation und einmal zur Betäubung.

Zu diesem Arzt werd ich ohnehin nicht wieder gehen, denn er hat mir dann den Schleimbeutel ambulant entfernt, nachdem das Punktieren nicht enden wollte. Vier Wochen später hat sich das schwer entzündet, ich ins Krankenhaus und die haben mich gleich operiert (Narbe auf, gespült, Drainage, Narbe wieder zu). Man hat mir auch gesagt, dass eine ambulante Operation natürlich nicht so fachmännisch ist…

Nochmals vielen Dank und Gruss

Hans-Jürgen
***

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