Anfang Februar erwarte ich mein zweites Kind. Nun sind in der Kindertagesstätte meiner Tochter (2 J.) die Windpocken ausgebrochen. Kann sie also, falls sie sich infizieren sollte, auch das Baby anstecken, oder ist es durch den Nestschutz immunisiert? (Ich selbst hatte die Windpocken schon.) Die Frage ist nämlich, ob sie jetzt in den nächsten 2 Monaten nicht mehr in den Kindergarten darf, was sehr schade wäre, denn sie fühlt sich wirklich wohl dort, und natürlich ist es auch für mich eine Entlastung. Andererseits will ich auch nicht das Baby in Gefahr bringen…
wenn du schon windpocken hattest, dann kannst du keine mehr bekommen (theoretisch), wenn du dich aber ansteckst, z.B. bei deiner tochter, dann kannst du eine gürtelrose bekommen (Varizella Zoster Virus). ich weiß nicht genau, ob das auswirkungen auf das baby hat. der nestschutz (die abwehrkörper, die durch die plazenta in das baby gehen) reicht nicht aus, um gegen windpocken immun zu sein. größte gefahr besteht, wenn das baby geboren wird und es mit windpocken angesteckt wird! am besten du fragst vielleicht nochmal deinen kinderarzt, oder vielleicht weiss hier jemand bescheid.
Danke für Deine Antwort, aber jetzt bin ich ganz ratlos. Mehr als die Hälfte aller Experten, die ich bisher befragt habe, sagt, der Nestschutz sei ausreichend, andere behaupten das Gegenteil. Gerade haben wir nun beschlossen, Luisa wieder in den Kindergarten zu bringen, weil ein Kinderarzt und ein Immunologe in der Uniklinik uns versichert haben, es bestehe keine Gefahr.
Naja, ich werde mich weiter umhören…
schon Säuglinge können an Windpocken erkranken!!
Deshalb sollte besonders zu Anfang der Kontakt mit erkrankten Personen vermieden werden. Dies gilt besonders für Säuglinge in den ersten vier Wochen (und für Schwangere, die selber nie an Windpocken erkrankt waren und sich vor der Schwangerschaft keinen Impfschutz geben ließen).
Nestschutz:
Bis zum dritten Monat nach der Geburt sind im Blut des Kindes zwar unspezifische mütterliche Antikörper der Klasse IgG nachweisbar. Diese mütterlichen Antikörper werden von der Mutter während der Schwangerschaft gebildet und durch die Plazenta in den Fötus gebracht. -
Die spezifische Immunität gegen bestimmte Erreger aber wird mit Hilfe der größeren IgA-Antikörper gewährleistet, die aber leider nicht plazentagängig sind!! Daher kann nun z. B. das größere Kind dann auch das Neugeborene mit Windpocken anstecken, was aber in den ersten 4 Lebenswochen besser vermieden werden sollte.
Ein Neugeborenes besitzt auch keinerlei spezifische Immunität der Körperschleimhäute (Augen, Atemwege, Verdauungstrakt)!
Erst durch die Muttermilch, die hohe Mengen an IgA enthält, kommen die IgA-Antikörper auf die Schleimhäute.
Da nach etwa 3 Monaten auch die mütterlichen IgG-Antikörper abgebaut worden sind, liegt zwischen dem 3. und 9. Lebensmonat des Kindes die Bekämpfung von Infektionen in der Hand einer noch unvollständigen, beginnenden spezifischen Abwehr des Kindes + den IgA-Antikörpern der Muttermilch.
Bleibt zu hoffen, dass die Infektionskette der Windpocken im Kindergarten abreißt bis das Kleine da ist. Die Inkubationszeit beträgt 2-3 Wochen. Wenn in dieser Zeit keine Neuinfektion mehr auftritt, war’ das in der Regel, bis zum nächsten Mal.
Viele Grüße, Renate
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wenn du schon windpocken hattest, dann kannst du keine mehr
bekommen (theoretisch), wenn du dich aber ansteckst, z.B. bei
deiner tochter, dann kannst du eine gürtelrose bekommen
(Varizella Zoster Virus).
Kleine Korrektur am Rande:
Jemand der die Windpocken hatte, kann sich ja nicht mehr mit dem Varicella Zoster Virus (VZV) anstecken, ok.
Die Ursache der Gürtelrose besteht nun nicht in einer Neuinfektion, sondern in einer Reaktivierung im Körper vorhandener Varicella-Zoster-Viren z. B. aufgrund einer Immunsuppression meist nach dem 45. Lebensjahr, die vielfältige Ursachen haben kann.
Daher kann sich eine Mutter auch nicht durch eine Windpockenkind mit Gürtelrose infizieren.
Sag mir auch Bescheid, wenn ich mich mal geirrt habe
ich weiß nicht genau, ob das
auswirkungen auf das baby hat. der nestschutz (die
abwehrkörper, die durch die plazenta in das baby gehen) reicht
nicht aus, um gegen windpocken immun zu sein. größte gefahr
besteht, wenn das baby geboren wird und es mit windpocken
angesteckt wird!